«The Night of the Hunter»: Der Pastor als Serienkiller

Filmschätze, die es zu entdecken lohnt: «The Night of the Hunter» von 1955. Trotz des guten Drehbuchs und einer expressiven Inszenierung erhielt Charles Laughtons einzige Regiearbeit erst Jahrzehnte später die verdiente Anerkennung.

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Filmschatz: «The Night of the Hunter»

4:41 min, vom 24.6.2015
  • Die 1930er-Jahre in West Virginia, USA: Prediger Harry Powell treibt sein Unwesen. Er gewinnt das Vertrauen einer kleinen Gemeinde und bringt im Namen Gottes Frauen um.
  • Der Film spielt in der Zeit der grossen Depression. Charles Laughton skizziert die damalige Situation und zeigt, wie einfach es war, Menschenmassen zu manipulieren.
  • Trotz eines guten Drehbuchs und expressiver Inszenierung erhielt Regisseur Charles Laughton erst Jahrzehnte später die verdiente Anerkennung.
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Filmschätze

Streifzug durch die Jahrzehnte

  • 1971 - «Harold and Maude» Ein Paar schreibt Filmgeschichte
  • 1985 - «Amadeus» Mozart und sein Gegenspieler

Die 1930er-Jahre in West Virginia, USA: Prediger Harry Powell treibt sein Unwesen. Im Namen Gottes bringt er Frauen um. Sein nächstes Opfer hat er bereits anvisiert: Willa Harper, deren verstorbener Ehemann 10‘000 Dollar versteckt hat. Um an das Geld zu kommen, erschleicht er sich erfolgreich das Vertrauen der naiven Witwe.

Kritik am religiösen Fanatismus

Der Roman «The Night of the Hunter», auf dem der gleichnamige Film basiert, handelt von den Schandtaten eines Serienkillers.

Autor Davis Grubb verschärfte die Geschichte, indem er aus dem Serienmörder einen Pastor machte. Damit kritisierte Grubb die Naivität und den religiösen Fanatismus der Menschen während der Grossen Depression.

Der Film noir war das erste Regiewerk von Leinwandlegende Charles Laughton, der sich stark vom deutschen Expressionismus inspirieren liess. Das US-Publikum der 50er-Jahre fand keinen Gefallen daran.

Erst Jahrzehnte später erkannten Filmkritiker den Wert des Thrillers. Starke Bilder und eine noch stärkere Geschichte machen «The Night of the Hunter» zu einem Filmschatz von kultureller, historischer und ästhetischer Bedeutung.