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Keine Updates von Amazon mehr Ältere Kindle-E-Reader verlieren Internet-Zugang und Support

Person hält Amazon Kindle mit Bild von Schriftstellerin.
Legende: Oktober 2009: Amazon-Chef Jeff Bezos stellt den Kindle der 2. Generation vor. Ab Mai 2026 unterstützt Amazon dieses und andere Modelle nicht mehr. AP Photo/Ben Margot

Amazon hat mitgeteilt, dass ältere E-Reader der Marke «Kindle» ab dem 20. Mai 2026 nicht mehr unterstützt werden. Sie erhalten keine Software-Support mehr und verlieren ihren Zugang zu den Amazon-Diensten. SRF-Digitalredaktor Guido Berger zu den Auswirkungen und den Hintergründen.

Guido Berger

Leiter SRF Digital-Redaktion

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Guido Berger ist Historiker und arbeitete als Programmierer, bevor er 2006 zur neu gegründeten SRF Digitalredaktion stiess. Da erklärt er dem Publikum neue digitale Technologien und Games. Seit 2011 leitet er die heute 4-köpfige Redaktion.

Was bedeutet das für die Besitzer dieser Geräte?

Besitzer eines alten Gerätes können dieses zwar theoretisch weiterhin nutzen. Doch wird das Gerät keine Updates mehr erhalten, mögliche Fehler werden also nicht mehr korrigiert.

Relevanter ist der Verlust des Internet-Zugangs. Denn das bedeutet, dass es keinen Weg mehr gibt, Bücher auf das Gerät zu laden, weder neue noch alte (die nicht schon auf dem Gerät sind). Wird das Gerät aus irgendeinem Grund auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt oder auch nur vom Amazon-Account abgemeldet, gibt es keinen Weg mehr, bereits vorhandene Bücher erneut auf das Gerät zu laden.

Das Gerät bleibt also noch eine Weile funktionstüchtig, wird aber sozusagen im jetzigen Zustand eingefroren und ist nur einen Knopfdruck davon entfernt, unbenutzbar zu werden.

Die gekauften E-Books bleiben aber zugänglich, beispielsweise über die Kindle-App für Smartphones und Tablets oder über einen Browser.

Diese Kindle sind betroffen

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Alle Geräte, die bis und mit 2012 auf den Markt kamen:

  • Kindle der 1. Generation
  • Kindle der 2. Generation
  • Kindle DX
  • Kindle DX Graphit
  • Kindle Keyboard (3. Generation)
  • Kindle 4
  • Kindle Touch
  • Kindle 5
  • Kindle Paperwhite (1. Generation)

Es ist nicht bekannt, wie viele Geräte und Leser betroffen sind, da es keine offiziellen Verkaufszahlen gibt, weder international noch in der Schweiz. Grobe Schätzungen gehen aber davon aus, dass Amazon bis 2012 mindestens 10 bis 20 Millionen Kindle-Geräte verkauft hat. Wie viele davon noch im Betrieb sind, ist ebenfalls nicht bekannt. Es ist aber klar, dass es sich um eine grössere Zahl von Geräten handeln dürfte, die bald nur noch eingeschränkt benutzbar sind.

Gibt es einen Weg, das betroffene Gerät trotzdem weiterhin zu nutzen?

Nein. Amazon empfiehlt deshalb, einen neuen Kindle zu kaufen – und soll dafür zumindest amerikanischen Kunden in einer E-Mail-Nachricht auch einen Rabatt von rund 50 Franken angeboten haben.

Warum gibt Amazon den Support auf?

In der offiziellen Support-Meldung begründet Amazon den Schritt nicht. Gegenüber der BBC teilte das Unternehmen mit, man habe die Geräte lange unterstützt, «but technology has come a long way in that time». Also frei übersetzt: Man hat keine Lust mehr, neue Software weiterhin den alten Geräten anzupassen.

Weil neuere Geräte mehr Platz und Leistung haben, kann man Funktionen anbieten, die auf alten Geräten möglicherweise nicht mehr sauber laufen würden. Man müsste also die Software in unterschiedlichen Versionen schreiben, testen und ausliefern. Diesen Zusatzaufwand will man sich nun bei Amazon offenbar sparen und hofft darauf, dass sich die Kunden nicht allzu lautstark beschweren.

Radio SRF 2, Kultur-Nachrichten, 13.4.2026, 16:30 Uhr

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