Amazon hat mitgeteilt, dass ältere E-Reader der Marke «Kindle» ab dem 20. Mai 2026 nicht mehr unterstützt werden. Sie erhalten keine Software-Support mehr und verlieren ihren Zugang zu den Amazon-Diensten. SRF-Digitalredaktor Guido Berger zu den Auswirkungen und den Hintergründen.
Was bedeutet das für die Besitzer dieser Geräte?
Besitzer eines alten Gerätes können dieses zwar theoretisch weiterhin nutzen. Doch wird das Gerät keine Updates mehr erhalten, mögliche Fehler werden also nicht mehr korrigiert.
Relevanter ist der Verlust des Internet-Zugangs. Denn das bedeutet, dass es keinen Weg mehr gibt, Bücher auf das Gerät zu laden, weder neue noch alte (die nicht schon auf dem Gerät sind). Wird das Gerät aus irgendeinem Grund auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt oder auch nur vom Amazon-Account abgemeldet, gibt es keinen Weg mehr, bereits vorhandene Bücher erneut auf das Gerät zu laden.
Das Gerät bleibt also noch eine Weile funktionstüchtig, wird aber sozusagen im jetzigen Zustand eingefroren und ist nur einen Knopfdruck davon entfernt, unbenutzbar zu werden.
Die gekauften E-Books bleiben aber zugänglich, beispielsweise über die Kindle-App für Smartphones und Tablets oder über einen Browser.
Gibt es einen Weg, das betroffene Gerät trotzdem weiterhin zu nutzen?
Nein. Amazon empfiehlt deshalb, einen neuen Kindle zu kaufen – und soll dafür zumindest amerikanischen Kunden in einer E-Mail-Nachricht auch einen Rabatt von rund 50 Franken angeboten haben.
Warum gibt Amazon den Support auf?
In der offiziellen Support-Meldung begründet Amazon den Schritt nicht. Gegenüber der BBC teilte das Unternehmen mit, man habe die Geräte lange unterstützt, «but technology has come a long way in that time». Also frei übersetzt: Man hat keine Lust mehr, neue Software weiterhin den alten Geräten anzupassen.
Weil neuere Geräte mehr Platz und Leistung haben, kann man Funktionen anbieten, die auf alten Geräten möglicherweise nicht mehr sauber laufen würden. Man müsste also die Software in unterschiedlichen Versionen schreiben, testen und ausliefern. Diesen Zusatzaufwand will man sich nun bei Amazon offenbar sparen und hofft darauf, dass sich die Kunden nicht allzu lautstark beschweren.