Missionare im Einsatz in den Philippinen

Das Spital der Steyler Missionare in Tacloban ist das einzige, das im Katastrophengebiet noch funktioniert. Die Steyler sind seit über 100 Jahren in den Philippinen aktiv. An ihren Hochschulen bilden seit Jahrzehnten Trauma-Experten und Careteams aus, die jetzt zum Einsatz kommen.

Blick durch ein zerstörtes Kirchenfenster auf Kirchgänger, die in Holzbänken sitzen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Glaube hält die Menschen in der Krise zusammen: Messe in einer zerstörten Kirche in Palo (Philippinen). Keystone

Das Careteam der Steyler Missionare beendete gerade seinen Einsatz in einem Erdbebengebiet, als der Taifun kam und die Heimat Hunderttausender Menschen zerstörte. Wie viele Tote es gab, ist immer noch unklar. Da es fast eine Woche dauerte, bis nennenswerte Hilfe aus dem Ausland auf die philippinischen Inseln kam, war die Selbsthilfe der philippinischen Steyler besonders wichtig. Ihr Spital in Tacloban wurde zur Zentrale für die Koordination der Soforthilfe.

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Ad hoc konnten die Missionare Fahrzeuge aus nicht betroffenen Gebieten organisieren. Sie charterten sogar ein Schiff, um über den zunächst einzig möglichen Wasserweg Nothilfepakete in die verwüsteten Ortschaften zu transportieren.

Leben mit Taifunen

20 bis 24 Taifune erlebt diese Region jedes Jahr. Die Menschen wissen um diese Bedrohung und haben ein Frühwarnsystem installiert. Der Taifun Haiyan mit über 300 Stundenkilometern war aber so mächtig, dass ihm auch Schweizer Häuser nicht standgehalten hätten, sagt Pater Albin vom Steyler Missionshaus Maria Hilf in Steinhausen ZG.

Am Sonntag versammelten sich überall in den Trümmern Menschen zum Gottesdienst. Ihr christlicher Glaube lässt sie solche Katastrophen besser durchstehen. Gleichwohl mag es Mitteleuropäer schlicht verblüffen, wie schnell das Lachen auf die Gesichter vieler Filipinos zurückkehrt. Gottvertrauen und Optimismus sind in der Bevölkerung offensichtlich tief verwurzelt.

Pakete schnüren in der Schweiz

In der Schweiz leben rund 10'000 Filipinos. Die meisten von ihnen leben in diesen Tagen in Angst und Ungewissheit über den Verbleib ihrer Verwandten in den Katastrophengebieten. Sie sind überwiegend römisch-katholisch. Der Steyler Missionar Pater Antonio Enerio kam vor fünf Jahren als ihr Seelsorger in die Schweiz.

Die Telefone laufen bei Antonio Enerio heiss: Seine Landsleute hier sprechen nicht nur über ihre Angst und Trauer, sie wollen auch helfen. Sie sammeln Lebensmittel, Kleider, Schuhe und Medikamente, schnüren Pakete und schicken auch Geld nach Hause in die Philippinen. Pater Antonio hält dieser Tage noch mehr Gottesdienste in St.Gallen, Thun und Steinhausen: Gebete und Kollekten gelten freilich den Opfern des Taifuns.

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