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Der Archivar Unglaublicher Schatz: Die Schweizer Filmwochenschau geht online

Die Filmwochenschau wurde von 1940 bis 1975 in den Schweizer Kinos ausgestrahlt und ist somit ein Bildgedächtnis unseres Landes. Nun werden die über 6000 Beiträge Schritt für Schritt im Internet veröffentlicht.

Legende: Video Filmwochenschau kommt ins Internet abspielen. Laufzeit 2:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.11.2016.

Aus Anlass der Internationalen Kurzfilmtage in Winterthur werden am 12. November alle Ausgaben aus dem Jahr 1956 in Deutsch, Französisch und Italienisch online gestellt.

Ab 2017 folgt die Veröffentlichung aller weiteren Jahre. So wird die Filmwochenschau ab Mitte Monat schrittweise bei Memobase, Link öffnet in einem neuen Fenster und beim Schweizerischen Bundesarchiv, Link öffnet in einem neuen Fenster veröffentlicht.

Die Schweizer Filmwochenschau ist das audio-visuelle Gedächtnis einer Nation über 35 Jahre. Eine Sensation für all jene, die sich für Filmgeschichte interessieren, für alle historisch-wissenschaftlichen Zugänge sowie für alle soziologischen und kunsthistorischen. Die Schweizer Filmwochenschau ist mehr als Fundus, sie ist ein Schatz.

Zurück zu den Anfängen

Die Wochenschau wird 1940 ins Leben gerufen «gegen die unheilvolle Propaganda» der Nazis in Deutschland, «als Mittel der geistigen Landesverteidigung, um Bildmaterial aus dem eigenen Land zu liefern.» Die Wochenschau ist vom Bundesrat beauftragt und über eine Stiftung alimentiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fungiert sie weiter als audiovisuelle Unterstützung der Printmedien. Sie soll «Verständnis schaffen für die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse», und sie soll unterhalten.

Die Wochenschau erfindet sich neu

In den 1960er-Jahren übernimmt das Fernsehen sukzessive die tagesaktuelle Berichterstattung. Die Filmwochenschau muss sich neu definieren und erfindet Anfang der 1970er-Jahre das «gefilmte Magazin». Freie Filmschaffende werden beauftragt, Beiträge zu realisieren.

Gräbt man im Archiv, dann findet man Beiträge Schweizer Autorenfilmer. Grandiose Filmperlen, teilweise mit ausnahmslos subjektiver Kamera, mutig montiert. Filmische Statements aus einer anderen Zeit: von Lyssy bis Zeindler, von Lys Wiedmer bis Jean-Francois Rohrbasser.

Eine Auswahl von «Filmer-Beiträgen» aus den 1970er-Jahren:

Am 24.1.1975 beschliesst der Bundesrat: Mit der Schweizer Filmwochenschau ist Schluss. Die Stiftung wird liquidiert. Zwei Monate später ist es soweit. Die letzte Wochenschau, Nummer 1651, blickt zurück: 35 Jahre in sechseinhalb Minuten.

(Die letzte Ausgabe, Schweizer Filmwochenschau vom 27.3.1975, Schweizerisches Bundesarchiv, J2.143#1996/386#1635#1*)

Legende: Video Die letzte Ausgabe (Filmwochenschau, 27.3.1975) abspielen. Laufzeit 6:36 Minuten.
Vom 22.12.2015.

Grosses Vorhaben

Das Schweizerische Bundesarchiv, die Cinémathèque Suisse und Memoriav arbeiten gemeinsam daran, die gesamte Schweizer Filmwochenschau online zu stellen.

Buchhinweise

  • Thomas Schärer: «Zwischen Gotthelf und Godard, Erinnerte Schweizer Filmgeschichte 1958-1979». Limmat Verlag, 2014.
  • Nadja Elia-Borer, Samuel Sieber, Georg Christoph Tholen (Hrsg.): «Blickregime und Dispositive audiovisueller Medien». Transcript Verlag, 2011.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Benjamin Hohlfeldt, Marrakech
    do bin i aber hailfroh as au s Schwyzer filmarchiv ändlig die hoch interessante Sache digitalisiert und alle Lyt zuegänglig macht. Die dytsch Wucheschau in Hamburg und d GAUMONT PATHE mache das jo scho syt Joore, ich als alte Filmtheater Leiter frey mi sehr uf die interessante und scheene Wucheschaue mit glungene und sehr glungene Theme-n- und au die verschiedene interssante Vorspanntitel vo däne Maischterwärgg
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  • Kommentar von Hans Haller, Psanasawan
    Da gab es jede Woche eine sog. "Schweizerischen Filmwochenschau", die in den Kinos vor dem eigentlichen Hauptfilm gezeigt wurde. Als Operateur habe ich sehr viele dieser Vorpragramm-Filme vorgeführt. - Kaum zu glauben, dass diese nun wieder entdeckt werden. Immerhin es sind reale Zeitdokumente und wiederspiegeln eine Schweiz, die sich noch als eine Schweiz verstand. Für Jüngere, dies ist sowas ähnlicheres wie heute "Schweiz-Aktuell". Ursprung 2.WK als Abwehr gegen Deutschland.
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    1. Antwort von Benjamin Hohlfeldt, Marrakech
      so ist es wie herrlich war es doch anzuhören, in Kinos welche neben der CH auch D Wochenschauen brachten WIR BRINGEN IHNEN DAS INTERESSANTESTE UND AKTUELLSTE AUS ALLEN LÄNDERN DER ERDE FOX TÖNENDE etc oder DAS GESICHT UNSERER ZEIT IM SPIEGEL DER WOCHE ERLEBT UND GESEHEN DURCH BLICK IN DIE WELT herrrlich wirklich alleine schon der Vorspanne wegen war es wert beizeiten im Saal zu sein
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