- Der britische Maler David Hockney ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
- Er war eine der einflussreichsten und bedeutendsten Figuren der zeitgenössischen Kunst.
- Seine Werke erzählen die Welt mit charakteristisch leuchtenden Farben.
Kaum ein Künstler verkörperte den Wandel des Lebensgefühls der westlichen Gesellschaften nach dem Zweiten Weltkrieg besser als David Hockney. Nun ist der legendäre britische Maler kurz vor seinem 89. Geburtstag «friedlich in seinem Zuhause» in London gestorben, wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf seinen Publizisten berichtete.
Mit seinen von einem Spiel aus kräftigen Farben und Licht geprägten Gemälden wurde er zu einem der einflussreichsten Maler des 20. und des 21. Jahrhunderts. Der britische «Guardian» würdigte Hockney gar als «Matisse der Pop Art».
Starke Alltagsbilder
Im Nachruf der Zeitung hiess es: «Er hat die simple Perfektion der Beatles – so wie sie den Klang der modernen Welt einfingen, fing er ihr Aussehen ein.» Er habe sich dem Trend zur Abstraktion seiner Zeitgenossen widersetzt und kompromisslos die Realität abgebildet. Seine Motive waren oft die Alltagsszenen der Konsumgesellschaft.
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Bild 1 von 7. Berühmt wurde David Hockney vor allem durch seine grossformatigen Darstellungen von Swimmingpools – wie in «Portrait of an Artist» von 1972 …. Bildquelle: Keystone/EPA/WILL OLIVER.
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Bild 2 von 7. … oder «The Splash», das im Februar 2020 bei Sotheby’s London für 23.1 Millionen Pfund versteigert wurde. Das Werk stammt aus dem Jahr 1966. Bildquelle: Keystone/EPA/WILL OLIVER.
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Bild 3 von 7. 1967 legte Hockney mit dem immerhin 2.4 mal 2.4 Meter grossen «A Bigger Splash» nach. Bildquelle: IMAGO/ZUMA Press.
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Bild 4 von 7. David Hockney vor seinem Gemälde «The Group V» im Jahr 2015. Bildquelle: REUTERS/Lucy Nicholson.
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Bild 5 von 7. Austellungsbesucher vor Hockneys «11th July» aus seiner monumentalen Serie «A Year in Normandie». Bildquelle: Keystone/EPA/MOHAMMED BADRA.
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Bild 6 von 7. David Hockney und «The Arrival Of Spring In Woldgate, East Yorkshire in 2011». Das Gemälde zeigt den allmählichen Wandel der Natur in der englischen Landschaft. (2011). Bildquelle: Keystone/EPA/FACUNDO ARRIZABALAGA.
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Bild 7 von 7. Ein weiteres Detail des 2020–2021 entstandenen «A Year in Normandie». Bildquelle: Keystone/Matthew Chattle/Future Publishing.
Hockney wurde im Norden Englands geboren, verbrachte aber einen Grossteil seines Lebens in Südkalifornien, dessen Vorstadtlandschaften zu einem zentralen Motiv seines Werks wurden. Später kehrte er nach Europa zurück und fand neue Inspiration in den bewaldeten Hügeln seiner Heimatgrafschaft Yorkshire sowie in den Feldern und Bäumen der Normandie.
«Seine Werke werden bewundert – geliebt ist nicht zu stark – von den Millionen, die weltweit herbeiströmen, um sie zu sehen, weil sie ein Versprechen von Freude in sich tragen», schrieb der Historiker Simon Schama in einem Essay zur Begleitung einer Hockney-Ausstellung 2025 in Paris.
Hockney machte nie ein Geheimnis daraus, dass er schwul war – selbst als Homosexualität in Grossbritannien noch illegal war. Beim Studium an der besten Kunsthochschule des Landes malte er zwei Jungs, die sich umarmen. Ein kinderähnliches Gekritzel, verziert mit den Worten «We Two Boys Together Clinging».
Auch in den 80er-Jahren, als viele seiner Freunde an Aids starben, blieb er seinen lebensfrohen Motiven treu. Kritiker bemängelten, dass seine Bilder nur an der Oberfläche blieben und nicht die schlimmen Ereignisse des 20. Jahrhunderts widerspiegelten. Doch Hockney wollte das nie: «Ich möchte ein Bild machen, das für viele Leute eine Bedeutung hat», sagte er 1988.
Trotz Schlaganfall blieb der dem Malen treu
2012 musste Hockney einen Rückschlag verkraften: Erst als er Sätze nicht mehr richtig beenden konnte, bemerkte er, dass er einen Schlaganfall erlitten hatte. Doch er hatte Glück und konnte weiterhin seiner Leidenschaft, der Kunst, nachgehen. Immer wieder experimentierte er mit neuen Techniken, mal mehr, mal weniger erfolgreich: dreidimensionale Collagen, Fotokopien, iPad-Fingermalereien. Sogar einer der Pioniere des «Selfies» war er: Vor allem in den 1980er-Jahren zeichnete, malte und fotografierte er sich in vielen stilisierten Selbstporträts.
Selbst kurz vor seinem Tod malte Hockney noch – alt fühlte er sich dabei nach eigener Darstellung nie. «Ich sage immer, im Studio fühle ich mich nicht alt, ich fühle mich einfach wie 30», sagte er 2018 der Nachrichtenagentur PA. Deshalb verbringe er dort auch die meiste Zeit.