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Wie nehmen Kulturschaffende die Lockerungen auf?
Aus Kultur-Aktualität vom 15.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
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Corona-Lockerungen Die Kulturbranche atmet auf

Kinobetreiberinnen, Theater- und Konzertveranstalter können ab Montag einen Neustart wagen. Kulturschaffende begrüssen den Schritt. Aber: normal arbeiten können sie noch lange nicht.

Ab Montag darf die Bevölkerung wieder ins Kino, ins Theater und an Konzerte – allerdings nur reduziert, mit Masken- und Abstandspflicht, Sitzplätzen und höchstens einem Drittel des Fassungsvermögens eines Saals. Maximal 50 Personen dürfen sich in einem Kulturlokal aufhalten, bei Freiluftveranstaltungen sind es 100.

Lockern, trotz steigender Zahlen

Trotz Hoffnungen kam der Entscheid des Bundesrats für Kulturschaffende plötzlich: «Ich war überrascht, dass diese Lockerungen nun so schnell kommen», sagt Nina Rindlisbacher vom Schweizer Musikrat. Dennoch mache sich eine grosse Erleichterung breit: «Die ganze freie Theaterszene der Schweiz ist froh, dass Kulturanlässe, allen voran Theateranlässe, wieder stattfinden können», sagt Sandra Künzi, Präsidentin von «t. – Theaterschaffende Schweiz» dem Berufsverband aller Akteurinnen und Akteure im professionellen freien Theater.

Aber die Lockerung hat einen Haken: Für grössere Häuser oder Veranstalter mit 1000 Plätzen stellt die Beschränkung auf 50 Personen ein Problem dar. Auch kleinere Häuser stellen die Einschränkungen vor Probleme: «Wer nur 50 Plätze hat, nur zu einem Drittel füllen darf und vielleicht auch keine Subventionen erhält, für den bedeutet das faktisch immer noch keine Möglichkeit zu veranstalten», erklärt Künzi.

In der Musikbranche werden im professionellen Bereich kleinere Konzerte wieder möglich, sagt Nina Rindlisbacher – trotz Begrenzung der Kapazitäten: «Im Amateurbereich hingegen sind Anlässe noch nicht zugelassen.»

Nicht von 0 auf 100

Die Lockerungen der Corona-Massnahmen gelten ab Montag. Doch ausser den Kinos kann der Kulturbetrieb gar nicht so schnell hochfahren. «Veranstalter können nicht alles am Montag starten. Zuerst muss abgeklärt werden, was die genauen Voraussetzungen sind. Das wird ein Weilchen dauern, bis sich alles einspielt», so Rindlisbacher.

Noch länger dauert die Vorbereitungszeit bei Grossanlässen, etwa Festivals. Etliche, wie das Paléo, das Gurten Festival und das Open-Air St. Gallen, sind bereits abgesagt. Die Ungewissheit der Pandemie verunmöglicht jegliche Planungssicherheit. Kleinere Anlässe dürfen aber wieder stattfinden.

Unsichere Unterstützung

Stellt sich nun die Frage, ob die Unterstützungsbeiträge gestrichen werden, sobald Anlässe wieder über die Bühne gehen. «Wir hoffen es nicht. Die Signale, die wir erhalten haben, zeigen, dass sich die Behörden bewusst sind, dass es diese Unterstützungsmassnahmen noch braucht», so Nina Rindlisbacher vom Schweizer Musikrat. Denn auch der Kulturbetrieb, der nur ein Drittel der Sitzplätze nutzen darf, wird in den wenigsten Fällen kostendeckend sein.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktuell, 15.04.2021, 17:10 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Pascal Nussbaum  (Pascal Nussbaum)
    Für Kinos ist es auch nicht so einfach, denn im Kleingedruckten des Bundesrates steht, dass jegliche Art der Konsumation verboten ist.
    Dumm nur, dass man ohne Kioskeinnahme und den Besuchereinschränkungen gar nicht kostendeckend arbeiten kann. Ganz zu schweigen davon, dass bei vielen Gästen Popcorn, Glace oder ein Bierchen zum Kino einfach dazu gehört...
  • Kommentar von Peter Hauser  (Pitti)
    Ob die Kulturbranche "aufatmet", sie mal dahin gestellt - ein Konzertsaal mit ca. 1200 Sitzplätzen mit ca. 50 Zuhörern zu füllen, wäre so, als wenn ich für 1200 Personen koche, aber nur 50 konsumieren. Ein sehr defizitäres Unterfangen. Die 50 Personen sind höchstens interessant für die kleinen Kulturbetriebe. Was auch immer wieder vergessen geht - die Kulturbranche ist Umsatzmotor für viele weitere Branchen - die wegfallen wie z.B. Restaurants, Zulieferer etc. Das fällt ebenso alles weg.
  • Kommentar von Roland Vetsch  (vibes72)
    Von Aufatmen kann im Amateurbereich leider keine Rede sein! Im Gegenteil:
    Die Abstandsregeln wurden für Blasmusik / Chöre auf 25 m2 je Mitglied erhöht!
    Zwar dürften 15 Personen gemeinsam Proben - dafür benötigt man aber eine Halle mit 375 m2....!
    Bei Jg. 2001 und jünger wurden dafür gleichzeitig alle Abstandsregeln aufgehoben!
    Das verstehe wer will - Ich verstehe das nicht!
    Ein enttäuschter und trauriger Musikant.