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Fotograf Sebastião Salgado Die Schönheit der unbefleckten Natur

Arktis, Wüsten, Regenwald: Sebastião Salgado hat die Welt fotografiert. Jetzt zieht es ihn zurück zu seinen Wurzeln.

Legende: Video Der Lichtmaler abspielen. Laufzeit 08:00 Minuten.
Aus Kulturplatz vom 09.01.2019.

Über ihn wurde gesagt, er male mit dem Licht. Fotograf Sebastião Salgado hat mit seiner Kamera alle Winkel der Erde bereist und wunderschöne Bilder geschossen.

Die unberührte Schönheit: Erhaben, pathetisch. Immer in Schwarzweiss. Anders kann er es sich nicht vorstellen.

Dass er aber einmal Bäume pflanzen würde, hätte er wohl auch nicht vorstellen können. Doch es kam so.

Weil die Gesundheit seines Vaters sich verschlechterte, kehrte Salgado mit seiner Frau und Geschäftspartnerin Lélia Wanick Salgado zurück auf die elterliche Farm: 600 Kilometer im Nordosten von Rio de Janeiro.

Kehren vor der eigenen Haustüre

Es bot sich ihnen ein erschreckender Anblick: «In meiner Jugend war das Land noch zur Hälfte mit Regenwald bedeckt. Als wir dort ankamen, war praktisch alles abgeholzt.»

Sie fassten den kühnen Gedanken: Warum nicht alles Verlorene wiederherstellen?

2.5 Millionen Bäume liessen sie bis heute anpflanzen. Das Leben ist wieder zurückgekehrt – Vögel, Säugetiere, Wasser. Der Wald steht heute wieder in alter Stärke. Das Gebiet ist ein staatlicher Nationalpark.

Die Hüter des Regenwaldes

Die Salgados leben seit langem in Paris. Sie arbeiten als Paar eng zusammen: Er schiesst die Bilder, sie wählt aus, welche davon ausgestellt oder publiziert werden.

Ihr aktuelles Langzeitprojekt führt sie aber wieder zurück in die Heimat: In den Regenwald des Amazonas.

«18 bis 20 Prozent sind bereits vernichtet. Wenn es so weitergeht, gibt es dort in 30 Jahren keinen Regenwald mehr», mahnt der Fotograf. Dabei werde der Regenwald dringend benötigt, um die Erderwärmung zu bekämpfen.

Salgados Blick bleibt aber immer auch ein ethnologischer: Er rückt die indigene Bevölkerung des Amazonas in den Vordergrund, die sich als Hüterin des Regenwalds versteht.

Ein Bild allein bewirkt noch nichts

Ein Appell zur rechten Zeit: Der neue Präsident Brasiliens, Jair Bolosonaro, will das Gebiet der Stämme einschränken und den Amazonas weiter ausbeuten. Ausserdem droht er, aus dem Klimaabkommen von Paris zur Reduktion der Treibhausgase auszusteigen – wie US-Präsident Trump.

Dazu findet Lélia Wanick Salgado deutliche Worte: «Wir hoffen, dass sie ihre Meinung noch ändern. Es wurde so viel getan, damit ein Bewusstsein entsteht bei den Ländern, was die Erderwärmung angeht. Da kann doch nicht einfach ein Präsident all das kappen. Wer weiss, vielleicht lässt sich die Haltung dieser Herren noch ändern.»

Ein Bild allein bewirkt noch nichts – da glauben auch die Salgados nicht daran. Dafür sind sie zu lang im Geschäft. Aber sie setzen auf die vereinte Kraft von Kunst und politischem Engagement. Damit die unberührte Natur nicht weiter ausgebeutet wird.

2 Kommentare

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