In den eleganten Salons der Residenz des Schweizer Botschafters am Hof von St. James in London wird alles dafür getan, die Eidgenossenschaft im besten Licht zu präsentieren.
Funkelnde Kronleuchter, monumentale Wandteppiche von Le Corbusier und Werke von Max Bill empfangen Besucherinnen und Besucher, die Botschafter Dominique Paravicini in seinen verschiedenen Salons willkommen heisst.
Ein Schatz im Verborgenen
Doch der grösste Schatz befindet sich unterhalb der Botschaft.
Denn die Tiefgarage der Botschaft ist mit farbenprächtigen Street-Art-Fresken geschmückt. Rund fünfzig Werke bedecken Wände und Pfeiler. Sechzehn davon tragen die Signatur von Banksy, der herausragenden und geheimnisvollen Figur der Urban Art, deren Werke heute für mehrere Millionen gehandelt werden.
Damit ist das Parkhaus der Schweizer Botschaft in London gleichzeitig auch die grösste Banksy-Sammlung weltweit.
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Bild 1 von 10. Affe und Mona Lisa in Flammen, gesprayt von Banksy in der Garage der Schweizer Botschaft in London. Bildquelle: RTS.
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Bild 2 von 10. Polizist in Flammen. Bildquelle: RTS.
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Bild 3 von 10. «This is not a photo opportunity» von Banksy. Bildquelle: RTS.
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Bild 4 von 10. «Vulture Capitalists» von Banksy. Bildquelle: RTS.
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Bild 5 von 10. «Banksy»-Tag in der Diplomaten-Garage. Bildquelle: RTS.
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Bild 6 von 10. Weitere Flammensäulen. Bildquelle: RTS.
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Bild 7 von 10. Die auf einen Pfeiler gesprayten Initialen «W. A. B.» sind ein Hinweis darauf, wie die Werke hier entstehen konnten. (s. Infobox). Bildquelle: RTS.
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Bild 8 von 10. Das Werk «William Tell – Snug» des Graffiti-Künstlers «CHU». Bildquelle: RTS.
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Bild 9 von 10. «On a Swiss Roll» von «CHU». Bildquelle: RTS.
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Bild 10 von 10. «Swiss» steht auf einer weiteren Wand der Tiefgarage. Bildquelle: RTS.
Als Botschafter Dominique Paravicini 2024 sein Amt antrat, traute er seinen Augen kaum. «Ich war überrascht von diesen Farben in dieser Garage», sagt er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Aber es ist ein unglaublicher Trumpf für unsere Arbeit als Botschaft. Es ist etwas, das wir schützen müssen, und es ist auch ein Symbol der Zusammenarbeit zwischen britischen und schweizerischen Künstlern.»
Die Schweizer Botschaft hat diesen Schatz fast 25 Jahre lang mit grösster Zurückhaltung gehütet. Eine Zurückhaltung, die Paravicini bewusst verteidigt. «Man muss ein Gleichgewicht finden zwischen Arbeitsplatz und Ausstellungsraum. Diese Garage wird niemals öffentlich zugänglich sein, daher müssen wir das richtige Mass finden. Sie sprechen von Diskretion – wir sprechen von Schweizer Eleganz.»
Die Kunstwelt staunt
Isobel Muir, Kuratorin der Tate Gallery, ein Netzwerk von vier Galerien in Grossbritannien, hat die Banksy-Werke in der Diplomaten-Garage inventarisiert. Auch sie war über diesen Schatz verblüfft: «Wir haben noch nie so viele Werke bedeutender Künstler an einem einzigen Ort gesehen. Hier entdeckt man die Entstehung von Ideen, die später weltberühmt wurden.»
Manche Fresken markieren sogar die Anfänge visueller Codes, die heute untrennbar mit Banksy verbunden sind – etwa die Verwendung der Schriftart Courier New oder der Schablonentechnik.
Der Wert dieses Ensembles übersteigt jede Schätzung, betont Muir. «Man könnte sie niemals neu erschaffen. Sie sind buchstäblich unbezahlbar.»
RTS-Reportage zur Banksy-Sammlung (mit dt. Untertiteln):
Aus praktischen Gründen könnten sie ohnehin nicht verkauft werden. «Sie sind untrennbar mit diesem Ort verbunden», erläutert die Kuratorin. «Sobald man sie aus diesem Kontext herauslöst, verändert sich ihr Wert völlig, denn sie wurden für diesen Raum geschaffen und richten sich an diesen Raum. Ein grosser Teil der Bedeutung der Kunstwerke entsteht daraus, dass man sich hier befindet, in der Schweizer Botschaft.»