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Quo vadis Kunsthaus Zürich?
Aus Kultur-Aktualität vom 14.05.2021.
abspielen. Laufzeit 04:19 Minuten.
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Neue Leitung am Kunsthaus Kunsthaus Zürich – eine eierlegende Wollmilchsau?

Transparenz! Diversität! Visionen! Die Erwartungen an das neue Präsidium des Kunsthaus Zürich sind vielschichtig.

Der Trägerverein des Zürcher Kunsthauses wählt bis Ende Monat ein neues Präsidium. Bis zum Sommer soll ausserdem ein neuer Direktor oder eine neue Direktorin für das grösste Schweizer Kunstmuseum gewählt werden.

Neue Leitung, neuer Kurs? Die Erwartungen in der Kunstszene, aber auch der Politik sind vielschichtig. Corine Mauch, die Zürcher Stadtpräsidentin, erhofft sich eine Leitung mit Erfahrung und dem Blick fürs grosse Ganze.

Weiter wie bisher: keine Option

Weiter wie bisher sei keine Option. Mauch plädiert für mehr Diversität in den Gremien und im Programm und fordert mehr Transparenz betreffend Provenienzen. Generell wünsche sie sich eine Öffnung des Hauses gegenüber der Gesellschaft. «Wir sind überzeugt, dass sich Gesellschaft, Kunst und Kultur in Zukunft noch stärker verzahnen werden», so Mauch.

Legende: «Mehr Diversität in den Gremien und im Programm», fordert Züricher Stadtpräsidentin Corine Mach von der neuen Kunsthausleitung. Keystone / Ennio Leanza

Museen weltweit stehen vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden. Dass das Kunsthaus Zürich mit seinem Erweiterungsbau und der zusätzlichen Ausstellungsfläche nicht nur den Wert der eigenen Sammlung steigert, sondern vielmehr neue Akzente in der Kulturwelt der Stadt setzt, wünscht sich auch Daniel Baumann, Leiter der Kunsthalle in Zürich.

«Das Kunsthaus Zürich zieht unglaublich viele Leute an, wenn es in voller Fahrt ist», so Baumann. «Davon profitieren alle in der Stadt: Alle Museen, alle Kunsthallen, alle Galerien.»

Kunsthaus Zürich als Vorreiterin?

Momentan aber spürt Baumann eine gewisse Leere in der Stadt – der Umbau des Kunsthauses habe viel Energie absorbiert. «Wir alle wünschen uns, dass diese Lokomotive, die doch eigentlich die ganze Kunstwelt in Zürich zieht, wieder in Fahrt kommt», so Baumann.

Legende: Zwölf Jahre dauerten Planung und Bau des Erweiterungsbaus des Zürcher Kunsthaus. 206 Millionen Franken hat er gekostet. Keystone / Christian Beutler

Volle Kraft allein aber genügt ihm nicht. Er erwarte ebenso eine Vision. «Man verlangt von einem Leuchtturm wie dem Kunsthaus Zürich, dass es eine Führungsrolle übernimmt», so Baumann. Dazu sei man verdammt, wenn man so gross sei, sagt er.

Die eigene Vergangenheit aufarbeiten

Mutig, neugierig, offen sollte die neue Direktion am Kunsthaus sein, sagt Nadine Wietlisbach, Chefin des Fotomuseums in Winterthur. Auch ihr ist eine entschiedenere Haltung in der Provenienzforschung ein Anliegen. Besonders das Erbe der Bührle-Sammlung ist und bleibt ein heikler Punkt.

«Die Aufarbeitung um die Geschichte ist zentral. Die Frage ist jetzt, in welcher Form dies im Ausstellungskontext und Publizistik als auch vermittelnd an die Besucherinnen und Besucher herangetragen wird», so Wietlisbach.

Mehr Diversität, mehr Frauen

Nadine Wietlisbach hofft ausserdem auf mehr Diversität, mehr Kunst von Frauen. Das fordert auch ein Künstlerkollektiv mit dem Namen Hulda Zwingli. Die Aktivisten sind mit ihrem Anliegen in den Sozialen Medien präsent.

Im Moment werde gerade international Kunstgeschichte revidiert, schreiben sie – in diversen Kunstinstitutionen würden Werke von Künstlerinnen gesucht, Zuschreibungen zu Vätern und Ehemännern überprüft und Ausstellungen von historischen Künstlerinnen organisiert. Warum nicht auch mal selbst eine entwickeln?» lautet ihre Forderung an das Kunsthaus Zürich. 

Legende: Besonders das Erbe der Bührle Sammlung des Kunsthaus Zürich müsse aufgearbeitet und an die Besucherinnen vermittelt werden, fordert Nadine Wietlisbach. Keystone / Christian Beutler

Man spürt deutlich: Auch wenn das Kunsthaus Zürich mit der Kunstgesellschaft im Hintergrund weiterhin an traditionellen Strukturen festhält: Die neue Präsidentin oder der neue Präsident und später dann die neue Direktion werden nicht umhinkommen, die gesellschaftlichen Verpflichtungen ernst zu nehmen. Die Erwartungen an die neue Führung ist hoch.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 14.5.2021, 7:06 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Breitschmid  (Markus in Washington)
    Seltsamer Artikel!

    "Visionen" seien erforderlich. Und das Kunstmuseum sei so gross, so dass man zur Fuehrungsrolle verdammt sei.

    Mit Verlaub: das Museum ist weder gross, noch sind - man muss sagen gluecklicherweise - Visionen zu erwarten. Ihr Zuercher habt schon lange die Bodenhaftung verloren: komplette Selbstueberschaetzung!
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Den Stall der „ Wollmilchsau“ der Landwirtschaft unterstellen dann gibt es noch Direktzahlungrn
  • Kommentar von Priska Eichenberger  (P.Eichenberger)
    Lieber auf der Alp eine Herde Schaffe hüten, als sich mit den genannten Leuten als Direktor, entschuldigung Direktorin hermumschlagen. Sollte sich ein Direktor dennoch versuchen, wünsche ich ihm viel Glück, gute Nerven und Gottes Segen.