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Hannelore Jahr im Gespräch über die neue «BasisBibel»
Aus Kultur-Aktualität vom 26.01.2021.
abspielen. Laufzeit 03:41 Minuten.
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Neuübersetzung «BasisBibel» Eine Bibel für die Generation Smartphone

Die Deutsche Bibelgesellschaft will junge Menschen ansprechen: mit kurzen, klaren Sätzen. Gendergerecht ist die Sprache allerdings nur bedingt.

Wer die Bibel zur Hand nimmt, merkt schnell: Das Buch zu verstehen, ist nicht ganz einfach. Die Sätze sind umständlich, die Begriffe veraltet und teilweise unverständlich.

Deshalb hat die Deutsche Bibelgesellschaft Anfang der 2000er-Jahre begonnen, die Bibel neu zu übersetzen – in «computergerechte» Sprache. So soll das Werk besonders für Jugendliche zugänglicher gemacht werden. Das Neue Testament ist bereits seit rund zehn Jahren überarbeitet, mittlerweile ist die gesamte sogenannte «BasisBibel» als App oder Buch erhältlich.

Auf den ersten Blick verständlich

Das Prinzip der «BasisBibel» ist simpel: einfache Sprache. Nicht mehr als 16 Wörter pro Satz, höchstens ein Nebensatz, keine Schachtelsätze. Diese neue Sprache ist abgestimmt auf den digitalen Medienkonsum, erklärt Hannelore Jahr. Sie ist Lektorin bei der Deutschen Bibelgesellschaft und seit Beginn beim Projekt «BasisBibel» dabei.

Durch digitale Medien wird der Informationsfluss, den wir bewältigen, immer höher. Dies beeinflusst auch unser Leseverhalten. «Das Lesen wird entsprechend ungeduldiger», so Hannelore Jahr. Das bedeutet, dass ein Text auf den ersten Blick verständlich sein muss, selbst wenn man ihn am Computer oder auf dem Smartphone liest. Denn am Bildschirm sei das menschliche Auge schneller abgelenkt, so Jahr.

Gerade bei Jugendlichen soll dem mit kurzen, einfachen Sätzen entgegengewirkt werden. Für die neue Bibelübersetzung heisst das auch, dass die Geschichte möglichst linear erzählt werden muss. In der Original-Bibel ist das oft nicht der Fall.

Anmerkungen zum Verständnis

Zudem gebe es in der «BasisBibel» weitere Anmerkungen und Notizen, die zur Verständlichkeit beitragen, sagt Hannelore Jahr. Begriffe werden am Seitenrand oder am Bildschirm mit einem Link erklärt.

So zum Beispiel der Begriff «Messias», Reich Gottes oder auch «Christus»: der Gesalbte. Gesalbt würden Könige und Priester. Später werde der von Gott bestimmte Retter und Herrscher über die Welt so genannt, heisst es in den Anmerkungen weiter.

Keine geschlechtergerechte Sprache

Hannelore Jahr betont, sie hätten sich bemüht, nahe am Urtext zu bleiben, dem griechischen und hebräischen Original. Das bedeutet allerdings auch, dass nur bedingt geschlechtergerechte Sprache verwendet wurde. So wird Gott in der direkten Anrede etwa mit «Herr» übersetzt, was feministische Theologinnen kritisch sehen.

Gott wird auch nicht mit dem Pronomen «sie» ersetzt, wie das etwa in der «Bibel in gerechter Sprache, Link öffnet in einem neuen Fenster» gemacht wird. Trotzdem erhoffe man sich mit der «BasisBibel» auch junge Frauen anzusprechen, so Hannelore Jahr.

Erfahrungen mit dem ersten Teil der Basisbibel hätten bereits gezeigt, dass sie sowohl bei Jugendlichen wie auch bei Pfarrerinnen und Pfarrern in der Jugendarbeit gut ankommen – geschlechtergerecht hin oder her.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 26.1.2021, 10:36 Uhr.;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Fabian Malovini  (malovini.ch)
    ist mir schleierhaft, wieso man ein so schlechtes buch wie die bibel zum x-mal übersetzt, wenn es doch so viele gute bücher gibt, die man stattdessen lesen kann.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
      Das meist verkaufte Buch der Welt, ist die Bibel. Das meiste übersetzten Buch ist auch die Bibel. Also in jeder Hinsicht eine Besteller. Ist unbestreitbar. Das sie es ein slechtes Buch finden, lässt mir vermute, das die es gar nicht kennen. Ausser die Titel "Die Bibel"
    2. Antwort von Klaus Reimann  (Klaus07)
      @Jeanôt Cohen
      Verkaufszahlen sagen nie etwas über die Qualität eines Buches aus!
      Die Bibel ist ein Zusammengewürfeltes Märchenbuch, dass Geschichten der Sumerer (Gilgameshepos), Götter der Babylonier, (Marduk, Hadad, Nabu) oder der Religion der Zarathustra (Monotheismus) kopiert und für ihre Religion übernommen haben. Die Bibel ist voller Logischer Fehler, Fantastereien und Halbwahrheiten. Atheisten kennen oft die Bibel besser als treue gläubige, da Atheisten die Bibel kritisch betrachten.
  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Finde es schlimm wenn Bücher und Handlungen verfälscht werden weil unterstellt wird das
    der Leser es sowieso nicht begreift was da geschrieben steht.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Klaus Reimann  (Klaus07)
      @Udo Gerschler
      Die Bibel ist schon so oft verfälscht und abgeändert worden, dass dieses Märchen Buch so wie so in einen Abfallkübel gehört.
  • Kommentar von Albert Bachmann  (AFB)
    Naja, nützen wirds wohl nichts. Die Religionen werden früher oder später aussterben. Ursprünglich gedacht um Dinge zu erklären die die Menschheit nicht verstanden hat, sind sie heutzutage mit all den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mehr von Nöten.
    Dass versucht wird mit einer App junge Leute anzusprechen, zeigt doch nur auf wie verzweifelt man ist, da fast keine junge Leute mehr gläubig sind.
    Der Trend wird sich fortsetzen und es gibt vermutlich wenig das die Kirche dagegen tun kann.
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    1. Antwort von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
      Selten so gelacht. Ihre Argumentation zeigt das sie nicht verstanden habe, über das warum Millionen Menschen tagtäglich die Bibel lesen. Und das ganz sicher nicht zum irgendwelcher Dinger zu erklären. Aber ob ihre Wissenschaft auch Trost, Zuversicht und Ermutigung können spenden? Da habe ich grosser Zweifel.
    2. Antwort von Klaus Reimann  (Klaus07)
      @ Jeanôt Cohen
      Sie dürfen gerne lachen.
      Den abrahamitischen Religionen wird irgend wann das gleiche Schicksal erleiden wie alle bereits untergegangenen Religionen der Antike.
      Ja die Wissenschaft kann keinen Trost, Zuversicht oder Ermutigung spenden. Die Wissenschaft kann aber Wissen und Erkenntnisse spenden. Für Trost, Zuversicht und Ermutigung braucht es auch keine Religion sondern Menschen die einem Zuhören und helfen. 4000 Jahren Bibel und die Gesellschaft ist nicht besser als am Anfang.