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Schweizer Buchpreis: Hat die Jury die richtigen Bücher ausgesucht?
Aus Kultur-Aktualität vom 17.09.2019.
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Schweizer Buchpreis 2019 Eine wird gewinnen

Vier Frauen und ein Mann stehen auf der Shortlist für den Schweizer Buchpreis 2019. Das richtige Geschlechterverhältnis, sagt SRF-Literaturredaktor Julian Schütt.

Aus über 70 Titeln hat die Jury Sibylle Berg («GRM –Brainfuck»), Tabea Steiner («Der Balg»), Simone Lappert («Der Sprung»), Ivna Žic («Die Nachkommende») und Alain Claude Sulzer («Unhaltbare Zustände») ausgewählt.

Man habe sich für die fünf «eigenwilligsten und überraschendsten Texte» entschieden, sagt Jury-Sprecher Manfred Papst zur Auswahl.

«Nichts auszusetzen»

SRF-Literaturredaktor Julian Schütt hat an der Shortlist nichts auszusetzen. Die meisten Titel habe man erwarten dürfen.

Wenn einer fehle, dann sei das vielleicht Martin R. Dean und sein vielbeachteter Roman «Warum wir zusammen sind». Auch Demian Lienhards hochgelobtes Debüt «Ich bin die, vor der mich meine Mutter gewarnt hat» wäre keine falsche Wahl gewesen.

Für «besonders mutig und clever» hält Julian Schütt die Nomination von Sibylle Bergs dystopischem Roman «GRM – Brainfuck». Die Jury des deutschen Buchpreises habe es nicht gewagt, das «wuchtige, rauhe, bitterböse Buch» auf ihre Longlist zu setzen.

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Aus dem Archiv: «GRM – Brainfuck» von Sibylle Berg
54:54 min, aus 52 beste Bücher vom 16.06.2019.
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Ein Mann, keine Chance

Wenig überrascht hat Schütt, dass vier der fünf Nominierten Frauen sind. Die drei letzten Gewinner seien Männer gewesen. Erst drei Autorinnen überhaupt hätten den Schweizer Buchpreis gewonnen. «Es war höchste Zeit, Gegensteuer zu geben», so Schütt.

Kaum Chancen auf den Preis räumt er Claude Alain Sulzer ein – dem einzigen Mann unter den Nominierten. Sulzer, zum zweiten Mal auf der Shortlist, hätte den Preis für seinen bemerkenswerten Roman «Unhaltbare Zustände» zwar durchaus verdient. Aber Sulzer sei nur der «Alibimann auf der Liste», weil dieses Jahr eine Frau gewinnen müsse und werde.

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Aus dem Archiv: «Unhaltbare Zustände» von Alain Claude Sulzer
44:07 min, aus 52 beste Bücher vom 25.08.2019.
abspielen. Laufzeit 44:07 Minuten.

42'000 Franken Preisgeld

Die öffentliche Preisverleihung findet am Sonntag, 10. November 2019 im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel statt.

Der Schweizer Buchpreis ist mit insgesamt 42'000 Franken dotiert. Der Preisträger erhält 30'000 Franken, die vier anderen Finalisten je 3000 Franken.

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Silke Döding  (Nordlicht)
    Wer sitzt denn in der Jury und hat seinen Job nicht gemacht? Es geht bei der Auswahl um die beste Literatur und nicht um Geschlechterverteilung oder sonst ein artfremdes Thema. Buchstaben in Wörter vereint ergeben Sätze deren Inhalt es Wert sind oder nicht, einen Preis zu erhalten. Ganz simpel, der Rest drum herum ist peinlich!
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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Ich frage mich, ob sich Herr Schütt hier einfach nur „ungeschickt“ ausdrückt. „Kultur“ ist nun mal in vielen Domänen nach wie vor Männersache... dass Männer per se die besseren Schriftsteller sein sollen, glaube ich nicht. Von den hier nominierten BÜCHER (denn darum soll es ja gehen) habe ich lediglich GRM - Brainfuck gelesen. Hat mich ziemlich aufgerüttelt. Und dass bezüglich Genderfrage hier wieder mal „empört“ reagiert wird, ist einfach peinlich.. wieso so ängstlich.. „starkes“ Geschlecht?
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  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Schon die Nominierung kam mir bedenklich vor. Vielen Dank für den Bericht. Er bestätigt meine Befürchtungen. Diskriminierung der Männer ist OK. Schliesslich muss man ja die Frauen fördern. Die Preisträgerin wird sich nicht ehrlich darüber freuen können.
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    1. Antwort von Joseph De Mol  (Molensepp)
      Kürzlich hat man in diesem Format die Frage gestellt, warum der Schweizer Film eine Randerscheinung ist, ein Mauerblümchendasein fristet, sprich: europaweit oder international niemanden interessiert. Dort ist exakt dasselbe Problem auszumachen! Nur hat es diesmal nix mit Frau/Mann gemein. Der Förderfilz ist ausschlaggebend. Es werden nicht die progressiven, innovativen Talente gefördert, sondern diejenigen, welche sich bei den staatl. Fördertöpfen am effektivsten "eingenistet" haben!!