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SRF-Bestenliste Die besten Bücher im Juni 2026

Persönliche Abgründe und grosse gesellschaftliche Fragen prägen die SRF-Bestenliste im Juni. An der Spitze steht Lukas Bärfuss mit «Königin der Nacht», flankiert von internationaler und Schweizer Gegenwartsliteratur. Auffällig: Den vierten Platz teilen sich zwei Titel punktgleich.

4. Hannah Häffner: «Die Riesinnen» (18 Punkte)

Buchcover des Romans 'Die Riesinnen' von Hannah Haffner.
Legende: Hannah Häffner: «Die Riesinnen». 416 Seiten. Penguin, 2026. Penguin

Lise, Cora und Eva leben im Schwarzwalddorf Wittenmoos. Sie gelten als Aussenseiterinnen – zu gross, zu rothaarig, zu anders. Jede sucht ihren eigenen Weg zwischen Herkunft und Freiheit und ringt mit der Frage, was Heimat bedeutet. Mit grosser Bildkraft spannt Hannah Häffner den Bogen von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart.

Der Roman erzählt in kraftvoller, poetischer Sprache vom Durchhalten, von Verletzlichkeit und der Sehnsucht nach dem Platz im Leben, der sich richtig anfühlt.
Autor: Heike Ehrlicher Direktorin von Bibliosuisse

4. Angelika Overath: «Calanda oder Alvas Antwort» (18 Punkte)

Buchcover von 'Calanda oder Alvas Antwort' von Angelika Overath.
Legende: Angelika Overath: «Calanda oder Alvas Antwort». 160 Seiten. Luchterhand, 2026. Luchterhand

Wie lebenswert ist das Leben nach einer niederschmetternden Diagnose? Um Antworten auf diese Frage zu finden, steigt Alva hoch auf das Calanda-Massiv. Während sie Höhenmeter gewinnt, erinnert sie sich an Liebe, Familie und Momente des Glücks. «Calanda oder Alvas Antwort» ist ein feiner und lebensbejahender Roman über die Bedeutung kleiner Dinge.

‹Calanda oder Alvas Antwort› ist eine so präzise wie einfühlsame, bewegende Erzählung darüber, was Liebe ertragen und bewirken kann.
Autor: Manfred Papst Autor «NZZ am Sonntag»

3. Robert Menasse: «Die Lebensentscheidung» (22 Punkte)

Buchcover von 'Die Lebensentscheidung' von Robert Menasse.
Legende: Robert Menasse: «Die Lebensentscheidung». 158 Seiten. Suhrkamp, 2026. Suhrkamp Verlag

Der desillusionierte EU-Beamte Franz Fiala lässt sich frühpensionieren. Dass er todkrank ist, will er seiner ebenfalls kranken Mutter unbedingt verheimlichen. Verdichtet, tragisch und ironisch zugleich entwickelt Menasse aus einer spitzzüngigen EU-Analyse eine berührende Familiengeschichte rund um die Frage, wie viel Wahrheit diese Beziehung erträgt.

Robert Menasse gelingt es, ein existenzielles Thema verknappt, leichtfüssig und mit spürbarem Humor zu verhandeln.
Autor: Marianne Wille Literaturvermittlerin literaturlabor.com

2. Safae el Khannoussi: «Oroppa» (28 Punkte)

Buntes Buchcover mit dem Titel 'Oroppa' von Safae El Khannoussi.
Legende: Safae el Khannoussi: «Oroppa». Übersetzt aus dem Niederländischen von Stefanie Ochel. 352 Seiten. Hanser, 2026. Hanser Verlag

«Oroppa» beginnt wie ein Kriminalroman: Die Marokkanerin Salomé Abergel verschwindet spurlos aus Amsterdam. Menschen aus ihrem Umfeld rätseln über ihr Verschwinden. Safae el Khannoussi interessiert jedoch nicht die Aufklärung. Ihr Roman eröffnet einen anderen Blick auf Europa.

Safae el Khannoussi findet in ‹Oroppa› für unsere Gegenwart die richtige Sprache. Wichtig, relevant, höchst lesenswert!
Autor: Martin Walker Festivalleiter «Zürich liest»

1. Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht» (50 Punkte)

Buchcover von 'Königin der Nacht' von Lukas Bärfuss.
Legende: Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter.» 127 Seiten. Rowohlt, 2026. Rowohlt

In «Königin der Nacht» setzt sich Lukas Bärfuss mit seiner verstorbenen Mutter auseinander. Sie war bettelarm, vulgär, zynisch und lehnte ihren Sohn ab. Das Buch ist eine intensive Lektüre, weil es an Urmenschliches rührt und politischen Gesprächsstoff bietet: Bärfuss thematisiert den oft fragwürdigen Umgang der Schweiz mit mittellosen Menschen in der Vergangenheit.

Mit diesem Buch ist Lukas Bärfuss ein herausragendes Werk gelungen. Er lässt das Politische und das Private in seiner unverwechselbaren Sprache ineinanderfliessen.
Autor: Felix Münger SRF-Literaturredaktor

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An der Erstellung der Bestenliste für Juni 2026 waren 32 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 499 Punkte vergeben haben.

So entsteht die SRF-Bestenliste

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Die SRF-Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.

Jedes Jurymitglied darf jeweils bis zu vier Titel, deren Veröffentlichung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, für die SRF-Bestenliste nominieren. Die Punktewertung funktioniert wie folgt:

  • 1. Platz: 7 Punkte
  • 2. Platz: 5 Punkte
  • 3. Platz: 3 Punkte
  • 4. Platz: 1 Punkt

Die vergebenen Punkte werden addiert und ergeben die jeweilige Reihung. Jedem Jurymitglied steht es frei, weniger (oder auch gar keinen) Titel zu nominieren. Sobald ein Titel drei Mal auf der SRF-Bestenliste vorgekommen ist, wird er gesperrt, um einen gewissen Titelumlauf zu gewährleisten.

Im Sinne einer grösstmöglichen Transparenz, Objektivität und Unparteilichkeit im Abstimmungsverfahren dürfen keine Bücher nominiert werden, deren Autor:in Mitglied der Jury ist.

Die Jurymitglieder von A bis Z

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Radio SRF2 Kultur, Kultur Aktualität, 27.5.2026, 7:06 Uhr ; 

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