Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Auswanderung nach Australien Outback statt Appenzell: Marius Bear verlässt die Schweiz

Auf ans andere Ende der Welt! Sänger Marius Bear und seine Verlobte und Managerin Jasmine Wasmer wandern nach Australien aus. Eine Stippvisite beim Appenzeller Sänger – kurz vor dem Abflug nach Down-Under.

Bald heisst es: Bye-bye Switzerland. In der Wohnung in Pfäffikon von Marius Bear und Jasmine Wasmer herrscht Aufbruchstimmung: Die Kisten, mit Dingen, die in der Heimat bleiben, sind fast gepackt. Die Koffer für das Abenteuer in Australien noch leer.

Marius Bear trägt eine australische Flagge.
Legende: Passend angezogen für Down-Under – das ist der Appenzeller Marius Bear schon mal. Rob Lewis

Was unbedingt mit muss? Wenig, sagen beide bescheiden. Natürlich Klamotten für alle Wetterlagen. Und bei Marius Bear: Appenzeller-Kühli -«Bschläg»- und natürlich: «meine Gitarren».

Erst runterfahren

Die Musik, das ist sicher, soll die beiden nach Australien begleiten. Ansonsten ist der Plan, erst mal nichts zu tun: «Abefaahre», wie der Appenzeller schön sagt. Und dann? «Der Plan ist, keinen Plan zu haben», sagt Wasmer. Erst kommen die beiden ein paar Wochen bei Freunden in Adelaide unter, dann wollen sie einen Wohnwagen kaufen, das Land entdecken.

Jetzt aber, kurz vor Abreise nach Down-Under, sind sie «voll im Schuss». Die letzten Konzerte der Tour «Between us» sind durch, der Tour-Bus muss noch verkauft werden, Apéros und Nachtessen stehen an: ein Abschied von Fans, Familie und Freunden.

Sich aus der Komfortzone wagen

Die Idee, nach Australien auszuwandern, habe sich «mit der Zeit manifestiert», so Marius Bear. Beide würden gerne reisen – und als Künstler sei es wichtig, nicht stehenzubleiben: «Man muss sich immer mal aus der Komfortzone wagen.»

In Down-Under hofft er auch auf neue Inspiration. «Ich bin ein Mensch, der seine Songs aus seinem Rucksäckli von Erlebnissen holt.» Songs schreiben am Bürotisch? Das geht bei Bear nicht.

Kreativität entsteht, wenn man Sicherheit ablegen kann.
Autor: Marius Bear Musiker

Das Wagen, das Sich-Auf-Unbekanntes-Einlassen: Das hat ihn auch sein Vater gelehrt, der ein Reisender war. 15 Jahre verbrachte Hügli, wie auch Bear eigentlich heisst, in Australien: «Mein Vater hat mir mitgegeben, dass man über den Rand schauen muss. Dass Kreativität entsteht, wenn man Sicherheit ablegen kann.»

Der Vater starb 2023 an einem Hirntumor. Er war ein wichtiger Pfeiler in seinem Leben, bleibt bis heute ein Kompass. Dank ihm hat Marius Bear den australischen Pass.

Mit Vorsicht und ohne Fame

Ins australische Outback, wo das Abenteuer sicherlich lauert, will sich das Paar auch wagen. Aber da stimmt beim Musiker die Vernunft ein: «Zu wild soll es nicht werden.» Marius Bear will Down-Under vor allem auch «back to the roots» – als Strassenmusiker: «In Australien habe ich keinen Fame, nix. Darauf freue ich mich.»

Lächelnder Mann und Frau am Tisch.
Legende: Ready fürs Outback? Marius Bear und Jasmine Wasmer wollen tief im Süden neue Erfahrungen sammeln – und auf hoffentlich wenig Schlangen treffen. SRF

Der gelernte Baumaschinen-Mechaniker, dessen Stimmtalent in Militär entdeckt wurde, machte seine ersten Schritt als Musiker auf der Strasse, bevor er hierzulande langsam, aber sicher zum Star am Schweizer Pophimmel wurde. Der Aufritt am ESC 2022 in Turin mit «Boys Do Cry» war ein Highlight seiner Karriere.

Ob er Angst habe, in Australien keinen Weg zu finden? Zu scheitern? «Angst und Geld habe ich nicht», witzelt der Künstler. Vor der Fauna in Down-Under fürchtet er sich schon etwas.

Der Bär von einem Mann hat nämlich Schiss vor Schlangen, verrät die Verlobte. «Ich werde einfach immer mit Pfannen rumlaufen und Lärm machen», weiss sich der Musiker zu helfen. Auch ein Survival-Kurs ist angedacht.

Abheben in Australien?

Auch wenn die Pläne noch in den Sternen stehen: ein Pop-Star in Australien zu werden – vielleicht doch die heimliche Ambition? Marius Bear verneint. Dafür ist er dann doch zu bodenständig. Aber er lächelt verschmitzt. Träumen darf man. Man würde es dem Appenzeller Ausnahmetalent wünschen.

Radio SRF 3, Livesession, 28.1.2026, 19:03 Uhr

Meistgelesene Artikel