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Warum Taylor Swift ein altes Album neu veröffentlicht
Aus Kultur-Aktualität vom 09.04.2021.
abspielen. Laufzeit 03:47 Minuten.
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«Fearless»-Neuauflage Darum veröffentlicht Taylor Swift ihr altes Album noch einmal

13 Jahre nach dem Mega-Erfolg bringt Taylor Swift ihr Album «Fearless» neu heraus – als exakte Kopie. Warum das?

Sie ist eine der erfolgreichsten Musikerinnen der Welt: Taylor Swift. Gestern erschien ihr neues Album «Fearless Taylor's Version», was an sich nichts besonderes wäre – wenn es sich dabei nicht um die Neuvertonung eines alten Albums handeln würde. Eines, das bereits 2008 erschien.

Swifts' Fans wissen, dass sich die 31-jährige Sängerin seit Beginn ihrer Karriere im Jahr 2006 musikalisch immer wieder neu erfunden hat.

Gleich und trotzdem anders

Alles anders also auf dem neuen alten Album? Nicht ganz. «Tatsächlich muss man schon sehr aufmerksam hinhören, um überhaupt Unterschiede zu bemerken», so SRF3 Musikredaktorin Sophie Gut.

Warum der Schritt des Superstars trotzdem einzigartig ist? Und was genau dahinter steckt? Fünf Facts zur Neuauflage.

1. Die Rechte gehören ihr nicht

«Die Songs auf «Fearless» stammen in den alten Versionen aus einer Zeit, in der Taylor Swift gerade erst aus dem Country im Pop angelangt war. Damals war sie noch bei der Plattenfirma Big Machine unter Vertrag», weiss Pop-Expertin Sophie Gut. Sechs Alben hat Taylor Swift unter diesem Label veröffentlicht. Dann wechselte sie zu einer anderen Plattenfirma.

Seitdem befindet sie sich mit ihrem ehemaligen Management im Streit. Der Grund: Die Rechte an den Alben gehören nicht ihr. Ihr Ex-Manager hat diese ohne ihr Wissen verkauft. Weil bisher kein Gericht die Tapes zurückbringen konnte, hat sie das Album neu eingespielt.

2. Dieser Schritt macht sie zur Pionierin

Die Sängerin nimmt gerade sechs Alben komplett neu auf, die so schon auf dem Markt sind und immer noch käuflich oder auf Streamingdiensten abrufbar sind. Das gabs in der Popwelt so noch nie.

«Dass sie einen so grossen Teil ihres Werks dieser Neubearbeitung unterzieht, hat Pionier-Charakter», so Sophie Gut. «Ganz besonders weil das Musikbusiness heute extrem schnelllebig ist und von Neuheiten lebt.»

3. Die Sängerin stellt sich nicht nur gegen das Management

Es ist nicht das erste Mal, das Taylor in der Musikbranche um ihre Rechte kämpft. In den vergangenen Jahren hat sie bereits gegen Streaming-Anbieter wie Spotify und Apple rebelliert, um angemessen bezahlt zu werden.

Eine blonde Frau steht auf der Bühne und singt
Legende: Lässt sich von den Riesen der Musikindustrie nichts mehr gefallen: Popstar Taylor Swift. Emma McIntyre / AMA2019 / Getty Images

4. Es geht um mehr als Geld

«Natürlich spielt Geld im Musikbusiness immer eine grosse Rolle. Aber hinter diesem Schritt steckt auch ein Akt der Selbstermächtigung», so Sophie Gut.

Taylor Swift emanzipiert sich also wirtschaftlich – aber auch emotional. «Anstatt sich mit einem Rechtsstreit zu zermürben, hat sie den positiven, kreativen Weg gewählt und beweist sich damit als eigenständige Künstlerin und Geschäftsfrau.»

5. Mit diesen Konsequenzen muss sie rechnen

Mit diesem in der Musikindustrie bisher einzigartigen Schritt macht Taylor Swift deutlich, dass das Musikbusiness ein Wirtschaftszweig ist wie jeder andere: «Wird eine Firma übernommen oder verkauft, hat dies einschneidende Konsequenzen für Mitarbeitende. Selbst wenn die Mitarbeiterin ein Superstar wie Taylor Swift ist», so Musikredakorin Sophie Gut.

«Da sie aber auf eine gigantische und loyale Fanbasis zählen hat, kann sie sich mit diesem künstlerischen Schritt zur Wehr setzen und damit rechnen, dass ihre Fans auch die neuen Versionen der Songs kaufen und streamen werden.»

Bei ihrem neuen Plattenlabel hat sich Taylor Swift die Rechte an ihren Originalaufnahmen übrigens vertraglich gesichert. So wie das heute viele Musikerinnen und Musiker tun.

SRF2 Kultur, Kultur Aktualität, 09.04.2021, 17:20 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Henri Louis Duhamel  (Duhamel du Monceau)
    Das sind aber wieder verdammt alte News. Da hat die SRF-Redaktion einmal mehr bös geschlafen. Und morgen kommt ein Text, dass Karl Lagerfeld nun gestorben ist?
  • Kommentar von Rahel Uster  (Rahel Uster)
    Interessanter Fall. Interessante Sängerin. Je länger ich ihre Entwicklung mitverfolge, desto besser gefällt sie mir. Konstruktiver Umgang mit der scheinbar auswegslosen Situation. Die Aktion wird ihr ganz sicher nicht schaden! Die Frau hat was auf der Platte. Ich bin gespannt auf die neuen Aufnahmen.
  • Kommentar von Lars Weiler  (NachosAndCheese)
    Für mich absurd, dass ein Künstler auf die eigenen Musik kein Anrecht hat. Die Musikindustrie hat sich zu einem geldgierigen, unmenschlichen Geschwür entwickelt, das ihre eigenen Künstler nur zu gern für ein paar Rappen mehr unter den Bus wirft. In Amerika müssen die Gesetze über intellektuelles Eigentum dringendst überholt werden.