Er kann es noch – wenn auch nicht mehr so geschmeidig wie damals: Mark Owen kurvt mit seinem Einrad über die Bühne, im Clown-Kostüm. Der Musiker ist sichtlich älter geworden. Und die ersten paar Meter lässt er sich von zwei Clowns stützen. Doch die Spielfreude ist noch da. Und das Publikum dankt ihm die Einrad-Showeinlage mit Jubelrufen und viel Applaus. «Yes, Markie!», «He’s so bloody cute!», «God, I love him!» wird Owen auf Instagram bejubelt.
Fast 17 Jahre sind vergangen, seit «Take That» letztmals als singender und tanzender Zirkus durchs Land tourte.
Jetzt ist es wieder so weit: Bis zum 4. Juli gibt Take That 17 Konzerte in England und Irland. «Take Thats Energie ist unglaublich», jubeln Fans auf Social Media. «Alles war spektakulär. Ich habe von ganzem Herzen mitgesungen! Danke, dass ihr den Zirkus zurückgebracht habt.»
Take-That-Zirkus reloaded
Dass die einstige Boyband ausgerechnet die Zirkus-Show wieder auf die Bühne bringt, hat gute Gründe: Die Zirkus-Tour 2009 besuchten über eine Million Musikfans. Das brachte der Band über 40 Millionen Pfund ein. «Take That hat seine Zukunft gefunden – in der Vergangenheit», kalauert ein ITV-Musikredaktor Ende September 2025, als die Band ihre Zirkus-Tour ankündigt.
Band-Leader Gary Barlow sagt: «Die Zirkus-Tour ist unsere liebste». Tatsächlich setzt sie 2009 neue Massstäbe, verkauft innerhalb von 24 Stunden über 600’000 Tickets und überflügelt mit dem Verkaufsstart sogar den damaligen Rekordhalter Michael Jackson.
«The Circus Live – Summer 2026» kommt kommerziell bisher allerdings nicht an die Erstausgabe heran. Am Tag des Tour-Auftaktes in Southampton, am Freitag, 29. Mai, sind lediglich die beiden ersten Konzerte ausverkauft.
Für die übrigen 15 Konzerte in Coventry, Sunderland, Manchester, London oder Dublin sind noch viele Karten zu haben. Ein Hype ist das nicht. Noch nicht, wer weiss.
Warten auf Robbie
Vorwärts in die Vergangenheit hat «Take That» schon einmal zu einem Grosserfolg verholfen: 2010. Da kehrt der verlorene Sohn, Robbie Williams, vorübergehend zur Band zurück – für ein Album und eine gemeinsame Tour. «Progress Live» setzt 2011 neue Massstäbe, verkauft 1.3 Mio. Konzerttickets innerhalb von 24 Stunden. Die 29 Shows bringen der Band über 180 Millionen Pfund ein. Die Reunion der legendären Boyband der 1990er-Jahre hat funktioniert – und liess die Kassen klingeln. Robbie Williams und Jason Orange sei Dank.
Wen wundert’s also, dass die drei verbleibenden Take-That-Musiker, Gary Barlow, Howard Donald und Mark Owen, bis heute von einer erneuten Rückkehr von Robbie Williams träumen? «Mit dieser Band weiss man nie», sagt Barlow im Netflix-Dreiteiler von Anfang Februar, darauf angesprochen: «Die Vorstellung, dass ‹jemand› eines Tages wieder durch die Tür reinspaziert, ist einfach grossartig. Ich meine, wir sind sehr, sehr offen dafür.»
Robbie Williams macht seinen früheren Band-Kumpels in Interviews Hoffnungen auf eine erneute Reunion. Von Radio BBC 2 darauf angesprochen, sagt Williams im Januar, ein gemeinsamer Auftritt sei für ihn keine Frage des «Ob», sondern des richtigen Zeitpunktes. «Ich fand es letztes Mal grossartig.» Doch jetzt sei die Zeit dafür noch nicht reif. Robbie-Superstar lässt auf sich warten. Wie wär’s mit 2028, zum 40. Jahrestag der Bandgründung? Let’s wait and see.