Ständige Erreichbarkeit Antworten oder nicht? Wenn die Arbeit in der Freizeit weitergeht

Schweizer Arbeitnehmer müssen Mails in der Freizeit nicht beantworten. Trotzdem sind viele auch nach Feierabend erreichbar.

Frau am Telefon mit geschlossenen Augen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei aller Liebe: In der Freizeit will man nicht ständig für die Arbeit erreichbar sein. Getty Images

Worum geht’s?

Arbeitnehmer in Frankreich haben seit dem 1. Januar 2017 offiziell das «Recht auf Abschalten». Wer in einer Firma mit über 50 Angestellten arbeitet, kann sich darauf berufen.

Abschalten bedeutet: Nach Feierabend müssen weder Mails gelesen, noch Anrufe beantwortet werden.

Das französische «Recht auf Abschalten» interessiert auch in der Schweiz. Rechtlich sind auch Schweizer Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, während der Freizeit auf Geschäftsmails zu reagieren.

Trotzdem schalten nicht alle nach Feierabend ab. Wie eine Umfrage im Artikel «Französische Angestellte haben das Recht, offline zu sein» zeigt.

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Das Resultat der Umfrage ist widersprüchlich. Einerseits sagen über 50 Prozent von sich, Mails nicht nach Feierabend zu lesen.

Andererseits wären über 60 Prozent bereit, in den Ferien einen Anruf der Chefin anzunehmen oder zurückzurufen. Gleichzeitig sagen über 60 Prozent von sich, dass sie selbst über ihre Erreichbarkeit bestimmen.

Trotzdem ist es nicht einfach, eine Mail oder einen Anruf einfach zu ignorieren. Damit man mit einem reinen Gewissen «abschalten» kann, braucht es eine klare Abmachung.

Das «Recht auf Abschalten» regt die Diskussion über die ständige Erreichbarkeit an. Idealerweise findet die Gesellschaft so gemeinsame Normen, wie weit Erreichbarkeit gehen kann oder darf.