BBC bringt Flüchtlings-Schicksale aufs Handy

Unser Netzthema des Tages: Ein kurzes Video der BBC macht das eigene Handy zu dem eines Flüchtlings. Auf dem Schirm sieht man, wie jemand SMS verschickt, mit Google Maps den Weg sucht oder auf einem Boot Fotos macht. So will man die Geschichte von Tausenden von Flüchtlingen erzählen.

Eine Hand hält ein Smartphone. Darauf ist die Kamera-App zu sehen, das Bild zeigt ein Schlauchboot auf einem Meer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die gefährliche Überfahrt nach Griechenland, erzählt mit der Foto-App eines Smartphones. SRF

Worum geht's?

Ein dreiminütiges Video der BBC erzählt die Geschichte, die Tausende von Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Griechenland kommen, erlebt haben. 79 Flüchtlinge und 41 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden befragt, wie sie sich auf ihrer Reise informieren und wie sie kommunizieren. Die Antworten zeigen, dass das Smartphone für Flüchtlinge extrem wichtig ist.

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Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Eine der zentralen Schwierigkeiten von Flüchtlingen ist die Beschaffung von zuverlässiger Information. Flüchtlinge, die besser vernetzt sind, haben eine grössere Chance, anzukommen, weil sie besser über mögliche Routen informiert sind.

Deshalb sind funktionierende SIM-Karten, Ladestationen und WLAN extrem wichtige Bedürfnisse vieler Flüchtlinge. Der Kurzfilm illustriert diese Befunde aus der Studie.

Warum ist's interessant?

Eine Geschichte nur über das Geschehen auf dem Bildschirm zu erzählen, ist nicht neu. Der Spielfilm «Unfriended» hat das bereits vor einem Jahr gemacht. Der BCC gelingt es nun mit dieser Form, einer wahren Geschichte grosse Nähe zu verleihen.

Die verschiedenen Apps, die man im Film sieht, kennt man aus dem eigenen Alltag nur zu gut. Der Film versetzt einen also mit einem vertrauten Gerät in die Situation eines Flüchtlings. Die effektvoll eingesetzte Dramaturgie und Musik tun dann ihr übriges, um ein reales Thema emotional zu vermitteln.

Das Video bei YouTube (auf dem Handy anschauen)

Zusammenfassung der Befragung der BBC (PDF)