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Dem inneren Kompass auf der Spur
Aus Kontext vom 24.01.2019.
abspielen. Laufzeit 21:38 Minuten.
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Innerer Kompass der Tiere Die Suche nach dem Magnetsinn

Ob Zugvögel, Fledermäuse oder Ameisen – viele Tiere finden ihren Weg dank ihres Magnetsinns. Bisher wurde dieser «innere Kompass» nie gefunden. Nun stellen Forscher eine neue Hypothese auf.

Das Erdmagnetfeld ist ein mächtiges Kraftfeld in und um unseren Planeten. Im Gegensatz zu uns Menschen können viele Tiere es wahrnehmen.

Wanderdrosseln und andere Zugvögel etwa nutzen das Erdmagnetfeld zur Orientierung. Auch Ameisen, Bienen oder Fledermäuse haben einen inneren Kompass.

Schwer zu durchschauen

Doch bis heute gleicht eine scheinbar banale Frage der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Wo im Körper der Tiere steckt ihr magnetischer Kompass?

Bloss für manche Mikroorganismen liess er sich lokalisieren: Die in Gewässern lebenden «magnetotaktischen Bakterien» tragen Eisenkristalle in sich, die kettenförmig angeordnet sind, ähnlich einer Kompassnadel.

Im Schnabel oder im Auge?

Doch für Zugvögel und andere höher entwickelte Lebewesen gibt es nur Vermutungen. Die zwei wichtigsten: Der Magnetsinn könnte sich bei Vögeln in eisenhaltigen Nervenzellen in der oberen Schnabelhaut befinden – oder in einem Protein namens Chryptochrom in der Augennetzhaut.

Ein Zugvogel-Schwarm im Himmel.
Legende: Welche Tiere tragen einen magnetischen Kompass in sich? Forscher des Projekts «Icarus» gehen der Frage auf den Grund. Keystone / ABIR SULTAN

Beide Annahmen liessen sich bisher nicht sicher nachweisen. Auch im Innenohr, in Teilen des Gehirns und an diversen anderen Stellen des Körpers haben Forschende schon nach dem Magnetsinn der Tiere gesucht.

Verteiltes System

Martin Wikelski ist der Direktor des deutschen Max-Planck-Instituts für Ornithologie. Der Biologe leitet das raumfahrtgestützte Tierbeobachtungsprojekt «Icarus» und befasst sich dabei auch mit dem tierischen Magnetsinn.

Er stellt nun eine ganz andere Hypothese auf: «Die Wahrnehmung des Erdmagnetfelds basiert möglicherweise nicht auf einem bestimmten Organ, sondern ist verteilt auf Zellen im ganzen Körper. Der Magnetsinn ist also eine Art Schwarmintelligenz-Phänomen im Körper.»

Paramagnetische Zellen

Was Martin Wikelski mit Kollegen nun untersucht, sind «paramagnetische Zellen», also unterschiedliche Körperzellen, die unter anderem spezielle Eisenmoleküle enthalten. Sie reagieren daher, wenn man sie durch ein Magnetfeld bewegt.

Für sich genommen reagiert jede Zelle nur sehr schwach. «Doch wenn viele kleine Zellen mit geringer Magneteigenschaft zusammen kommen, könnte sich eine Verstärkung der Magnetinformation ergeben», sagt Wikelsi, «sodass man diese Information übers Nervensystem messen kann.»

Das Prinzip, dass einzelne Partikel ein ganzes System beeinflussen, lässt sich im Tierreich bei Bienen, Ameisen oder manchen Fischarten gut beobachten.

Nun wollen die Forscher also eine Ebene tiefer gehen – statt von einzelnen Tieren, die im Schwarm funktionieren, wechseln sie auf die Ebene von einzelnen Zellen, die schwarmartig funktionieren könnten.

Nadeln im Heuhaufen

Wie genau die Forscher ihre neue Hypothese zum Magnetsinn genau analysieren und mit welchen Ergebnissen, wollen sie nicht verraten. Die Forschung sei noch am Laufen – sprich: noch nicht publiziert.

Sicher ist: Die Wissenschaftler suchen nicht mehr nur nach einer, sondern quasi nach vielen Nadeln im Heuhaufen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von reno sommerhalder  (reno sommerhalder)
    Wieder ein Beispiel vom menschlichem Gott-spiel. Im ganzen Bericht kein einziger Vermerk betreffend Schutz der Arten die man mit diesen Sendern "belästigt" oder wie diese Tiere mit dieser zusätzlichen Belastung umgehen. Wissenschaftler, genau wie alle andere Menschen, sind gleichermasen von Ego und Macht beeinflusst. Wenn ich mir vorstelle wieviel Land man mit all diesem Geld schützen könnte, wird mir schlecht. Mehr Wissen wird unsere Welt nicht retten, mehr Bewusstsein aber schon.
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  • Kommentar von Junior Cruz  (Junior Cruz)
    Ob sich das lohnt in diesem Bereich zu forschen bezweifle ich schwer. Man wird nur herausfinden, dass der Mensch eigentlich viel mehr Fähigkeiten hat, die aber in einer modernen Gesellschaft verloren gehen. Kleines Beispiel, Indianer brauchen nicht auf eine Uhr schauen um zu wissen wie spät es ist, wir schon. Sie gehen in der Wildnis auch nicht so schnell verloren, wir schon. Ohne GPS bewegen wir uns nirgends mehr hin. Der ganze techn. Fortschritt und Wohlstand hat seinen Preis, die Instinkten.
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    1. Antwort von Mike Pünt  (Scientist)
      Naja, wenn man etwas wiederfindet, das verloren gegangen ist, dann hat sich die Sache doch gelohnt....
    2. Antwort von Stephan Wenk  (nutzername)
      Herr Pünt verwechseln sie theoretisches Wissen nicht mit aktiver Anwendung. Die meisten Sportler verlassen sich auf die Zahl auf der Uhr, welche ihnen die aktuelle Herzrate angibt, anstatt auf die entsprechenden Signale im Körper zu achten.
  • Kommentar von Rudolf Räber  (Eins)
    Wie ist es mit den synchronen Flugstaffeln der Vögel?
    Hat möglicherweise Djokovic einen Weg gefunden den Magnetsinn in sich zu nutzen, er retourniert fast ohne Reaktionszeit?
    Aus meinen Erfahrungen mit Lu Jong (tibet. Körperübungen) könnte es sich um eine Art Gleichgewichtssinn handeln, der nach innen und nach aussen funktioniert. Da gibt es noch so einiges, wenn man auf seine innere Stimme zu hören beginnt.
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