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Afrikanische Waldelefanten kurz vor dem Aussterben
Aus Kultur-Aktualität vom 27.03.2021.
abspielen. Laufzeit 03:37 Minuten.
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Nur noch 400'000 Elefanten Afrikanische Elefanten stehen kurz vor der Ausrottung

Umweltschutzorganisationen schlagen Alarm: Die afrikanischen Elefanten sind kurz vor dem Aussterben. Schuld daran sind nicht nur Wilderer.

Wegen Elefanten gehen Touristen auf Safari. Die grossen Riesen Afrikas in freier Wildbahn zu bestaunen ist der Traum vieler. Doch die eindrücklichen Tiere sind stärker gefährdet denn je.

Seit der letzten Beurteilung im Jahr 2008 hat sich die Lage für die Elefanten verschlechtert. Nun gelten laut der Naturschutzorganisation «International Union for Conservation of Nature» für unterschiedliche Spezies auch unterschiedliche Gefahren.

Jagd und knapper Lebensraum

Während Savannenelefanten nun als «gefährdet» beurteilt werden, sind Waldelefanten «kritisch gefährdet». Das ist eine Stufe vor der Ausrottung in der Wildnis.

Legende: Bei afrikanischen Elephanten wird zwischen Savannenelefant und Waldelefant unterschieden. Savannenelefanten sind etwas grösser als die Waldelefanten und werden schon früher geschlechtsreif. Getty Images / De Agostini

Die Gründe dafür sind für beide Elefanten-Arten ähnlich: der Verlust des Lebensraumes und die Jagd. Seit Jahrzehnten versuchen afrikanische Staaten die illegale Jagd auf Elefanten in den Griff zu bekommen.

Doch die Gier nach dem Elfenbein fordert immer wieder seinen Tribut: Allein zwischen 2008 und 2011 sind rund 100'000 Elefanten der Jagd zum Opfer gefallen.

Besonders gefährdet: die Waldelefanten

Besonders für die Waldelefanten schwindet der Lebensraum durch die Abholzung des Urwalds in Westafrika. Ausserdem werden sie wegen ihres härteren Elfenbeins besonders gerne gejagt, sagt Ben Okita. Er ist Elefantenforscher in Nairobi (Kenia) bei der Organisation «Save the Elephants».

Im Moment gibt es noch gut 400’000 Elefanten in Afrika: Die Population der Savannenelefanten ging in den letzten dreissig Jahren um die Hälfte zurück, jene der Waldelefanten gar um 80 Prozent.

Waldelefanten werden später geschlechtsreif

Ein weiterer Nachteil im Überlebenskampf des Waldelefanten sei seine Fruchtbarkeit, erklärt Okita. Waldelefanten werden später geschlechtsreif und gebären deshalb erst später ihren Nachwuchs.

Trotzdem hat der Elefantenforscher Hoffnung. Denn in verschiedenen kleineren Gebieten in südafrikanischen Ländern und in Ländern wie Gabun, Kongo, Kenia und Ruanda habe sich die Elefantenpopulation stabilisiert.

Dort gibt es besseren Schutz und eine strengere Gesetzeslage. Doch müsse man generell in Afrika die Landschaft besser vor Nutzung schützen, sagt Elefantenforscher Okita. Nur dann gebe es eine reelle Chance, dass die Elefanten nicht aussterben.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Aktualität, 26.3.2021, 16:40 Uhr

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich habe vor ein paar Jahren bei einer Reise durch Namibia und Botswana den Eindruck gehabt, dass zu viele Elefanten auf zu kleinen Räumen leben. Es sind nicht die Elefanten, de Mensch ist das Problem.
  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    Mit Verlaub, das ist absoluter Nonsens. Die Elefanten gedeihen prächtig, so sehr sogar, dass sie in vielen Gebieten zu viele gibt, und sie das Ökosystem vernichten, indem sie samtliche Bäume aushöhlen oder wegen dem Laub umwerfen. Klar, wenn Afrika noch so aussehen würde wie vor 100 Jahren, gäbe es mehr Platz, aber das tut es nunmal nicht. Und da sie sich seit den 70-ern stark vermehrt haben und die Schutzmassnahmen greifen, ist jetzt ihre grosse Anzahl mitunter verheerend für die Reservate.
    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Andreas Meier, mit Verlaub, ganz klar sind Waldelefanten vom Aussterben bedroht, ihr Bestand ist in den vergangenen Jz um 80% geschrumpft. Allein zwischen 2002+2011 nahm die Populationsgrösse im zentralen AFR schätzungsweise um 62 % ab. Vernichtung der Regenwälder, sowie Zerstückelung der Lebensräume und lokalen Bestände (zusätzlich Inzest) auch durch Waldstrassenbau und 10'000e Opfer durch Wilderei. Die grösste verbliebene Population mit knapp 190 Tieren besteht im Nationalpark Taï.
  • Kommentar von Patrick Steiner  (vb22)
    Eine echte Sauerei.
    Und immer wieder gute Fragen in den Kommentaren.
    Was machen die NGO?
    Was macht die Welt?
    Warum lassen wir das den Chinesen durchgehen?

    Und eine selbst reflektierende Frage an jeden Einzelnen: "Schau Dich bei Dir zuhause um und suche den Fehler "
    Hinweis: Fehler gleich "made in china"
    Und dann frage Dich selber, warum Du nicht Swiss made gekauft hast.
    1. Antwort von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
      Ob Kleider, Spielzeug, Haushaltgegenstände, Geräte, Elektronik usf "Made in China" ist allgegenwärtig u. bestimmt unseren Alltag. Selbst in Dingen, die auf den 1. Blick von einheimischen Firmen produziert wurden, verbergen sich oft chin.Teile. Das wird zum Problem, wenn man versucht, nur noch Produkte ohne "Made in China" zu kaufen. Das durchzuziehen, erfordert enorm Ausdauer, Nerven, Zeit u.auch ein dickeres Portemonnaie und garantiert offen gestanden nicht immer die erwartete bessere Qualität.