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Sommerhitze Heiss, heisser, Hundstage

Heute beginnen die sogenannten Hundstage. Sie dauern genau einen Monat, bis am 23. August. Warum benennt man diese Zeit nach einem Vierbeiner?

Ein Hund erfrischt sich an einem Springbrunnen.
Legende: Die einmonatige Periode fordert Menschen und Tiere. Imago/ INSADCO

Die hochsommerlichen Temperaturen laden alle Hitzegeplagten dazu ein, erst in den kühleren Abendstunden oder nachts an die frische Luft zu gehen.

Vor über 3000 Jahren zeigte sich der hellste Stern Sirius um diese Jahreszeit bei Sonnenaufgang am Osthorizont. Er gehört ins Sternbild des Grossen Hundes und wird deswegen auch als der Hundsstern bezeichnet.

Sirius bringt Leben und Krankheiten

Im alten Ägypten kündete das Wiedersehen des Hundssterns am Morgenhimmel eine erfreuliche Zeit an: Der Nil überschwemmte und der zurückbleibende Schlamm machte die Felder fruchtbar. Deswegen verehrten die antiken Ägypter den hellen Morgenstern.

Die alten Griechen und Römer entdeckten, dass der Hundestern zu Beginn der heissesten Sommertage erscheint. Man machte ihn verantwortlich für Fieber, Schläfrigkeit und Lethargie. Diese Zeit bezeichneten sie als Hundstage, die wegen der Hitze und Krankheitsanfälligkeit unbeliebt waren.

Heisse Hundstage, weisser Winter

Die saisonale Hitzeperiode hat aber nichts mehr mit der Sichtbarkeit des Hundesternes Sirius zu tun. Über die Jahrtausende hat sich der Termin für die Sichtbarkeit von Sirius verändert. In Europa ist er mittlerweile erst Ende August sichtbar. Der Begriff der Hundstage hat sich jedoch bis heute für die Tage vom 23. Juli bis 23. August gehalten.

Sternenhimmel mit Orion (rechts) und Sirius (unten Mitte).
Legende: Der helle Hundsstern Sirius (Mitte unten, links des Sternbilds Orion) ist Namenspatron für die Hundstage Imago/ StockTrek Images

Die Bauern haben selbstverständlich auch einen Spruch über die Hundstage bereit. Der lautet: «Hundstage heiss, Winter lange weiss.» So, wie die Hundstage begonnen haben, bietet der nächste Winter also angeblich viel Gelegenheit für Schlitteln und Skifahren.

Schlecht fürs Geschäft

Aus den USA ist bekannt, dass die sogenannten Dog Days für den Aktienhandel ungünstig sind: Besonders in der zweiten Hälfte Juli entfliehen die Börsianer der Bruthitze – die Kurse entwickeln sich nur träge.

Auf Russisch heissen sogar die Sommerferien «Hundstage». Allerdings haben auch die Schulferien nichts mehr mit dem Sternbild des Grossen Hundes zu tun. Die Sommerpause in Russland dauert nämlich volle drei Monate: von Anfang Juni bis Ende August. Hoffentlich sind die Schulkinder während der langen Sommerferien nicht hundemüde.

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