Heimtückische Gewitter

Meist ziehen Gewitterzellen mit dem Höhenwind. Ist es in der Höhe nahezu windstill, bleiben die Gewitter an Ort und Stelle stehen und fallen rasch wieder in sich zusammen.

Eine typische Gewitterzelle entsteht beispielsweise über dem Napf, wird mit südwestlichem Höhenwind über das Luzerner Mittelland und teilweise weiter bis nach Zürich getragen. Dabei steigt die warme und feuchte Luft im vorderen Teil der Gewitterzelle auf. In der Gewitterzelle entstehen kräftige Fallwinde. Da die Gewitterzelle zieht, kommen sich Auf- und Abwinde nicht in die Quere. Wenn der Höhenwind nur sehr schwach ist und die Gewitterzellen stehen bleiben, setzt die Selbstzerstörung ein. Der Abwind unterdrückt den Aufwind, die Gewitterzelle fällt in sich zusammen.

In Ausnahmefällen kann es aber vorkommen, dass sich eine Gewitterzelle auch ohne Höhenwind über mehrere Stunden austobt. Voraussetzung dafür ist ein Berg. Dabei kommt der Feuchtenachschub aus dem einen Tal, die Fallwinde strömen ins andere Tal. Die Winde kommen sich nicht in die Quere und die Zelle überlebt längere Zeit. Die Regenmengen können dabei lokal sehr gross werden.

Da diese Woche die Höhenwinde sehr schwach sind, könnten sich über den Bergen lokal heimtückischen Gewitterzellen mit kräftigem und lang anhaltendem Regen bilden.

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Meteo am Mittag zu den Gewittern

1:03 min, aus SRF Meteo vom 2.6.2015