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Medizin-Meteorologie Zu wenig Sonnenlicht für die Vitamin D Produktion

In vier Wochen gibt es die Wintersonnenwende, die tief am Horizont stehende Sonne schickt nur noch 35 bis 45 Prozent ihrer Kraft zu uns.

Die Sonne schimmert schwach durch die Wolkenschicht, dennoch spiegelt sich die Sonnenscheibe  auf der  Wasseroberfläche des Thunersees.
Legende: Thunersee/BE Fahler Sonnenschein. Werner Krebs

Strahlungsenergie

Am Rand der Atmosphäre beträgt die Energie der Sonnenstrahlung 1367 W/m², die sogenannte Solarkonstante. Wie viel davon am Boden ankommt ist von der geographischen Lage, der Jahreszeit und natürlich vom herrschenden Wetter abhängig. Im Schweizer Mittelland kann man an einem klaren Sommertag im Mittel mit rund 1000 W/m² rechnen. Im Winter sind es nur noch 300 bis 400 W/m². Schieben sich Nebel, Hochnebel oder Wolken vor die Sonne, dann sinkt der Wert auf 50 bis 150 W/m². An einem trüben Tag im Winter trifft somit 20 mal weniger Sonnenstrahlung als im Sommer unsere Haut.

Solarkonstante

Sie ist die, über einen langen Zeitraum gemittelt, im mittleren Abstand zwischen Erde und Sonne wirkende extraterrestrische Bestrahlungsstärke. Sie trifft senkrecht auf den äussersten Rand der Atmosphäre auf. Im Jahr 1982 wurde ihr Wert von der Weltorganisation für Meteorologie auf 1.367 Watt pro Quadratmeter festgelegt.

Winterblues

Fehlt Tageslicht wird weniger Serotonin, das Muntermacher-Hormon, produziert. Gleichzeitig schüttet der Körper bei Lichtmangel zu viel Melatonin, ein Schlafhormon, aus. Antriebslosigkeit und Müdigkeit machen sich breit.

Ein Grau - Verlauf am Winterhimmel, das Sonnenlicht dringt nur noch schwach hindurch.
Legende: Ein Grau in Grau - Verlauf am Winterhimmel, das Sonnenlicht dringt nur schwach hindurch. Daniel Zingg

Zuwenig Licht kann jedoch auch nachhaltig die Gesundheit beeinflussen.

Vitamin D Produktion

Sonnenstrahlen sind wichtig, sie setzen auf biochemischem Weg in unserer Haut eine Vitamin D Vorstufe frei. In der Leber entsteht daraus das 25-0H Vitamin/Hormon. Der wichtigste Stoff, das 1.25-OH Vitamin-Hormon D, wird schliesslich von der Nieren produziert. Die ausreichende Versorgung mit diesem körpereigenen Stoff ist notwendig um Rachitis bei Kindern und Knochenerweichung bei Erwachsenen zu verhindern. Zudem zeigen Studien auch, dass Vitamin D den Verlauf von chronischen und schweren Krankheiten günstig beeinflussen kann.

Ein Frau, am Ufer des Zürichsees, lässt sich von der Märzsonne verwöhnen.
Legende: Ein kurzes Sonnenbad entspannt und fördert die Gesundheit. Walter Bieri

Von Mitte Oktober bis Anfang März ist bei uns die UVB-Strahlung zu schwach um den Vitaminen D Bildungsprozess im Körper anzukurbeln. Trotzdem ist es meist nicht nötig zusätzlich Präparate einzunehmen. Wer in den hellen Jahreszeiten täglich 15 Minuten lang die Sonne geniesst, speichert in den Muskel- und Fettgeweben genug Vitamin D für die dunkle Jahreszeit.