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Nicht nur Wonne im Wonnemonat Lokal wärmster Mai

Der Wonnemonat war im Norden rund drei Grad zu warm, lokal war es sogar der wärmste seit Messbeginn. Im Süden lagen die Werte etwa 2 Grad über der Referenz. Trotz heftigen Unwettern war es in zahlreichen Gebieten, besonders im Osten, erneut zu trocken.

Blick über die Stadt Chur mit blauem Himmel und harmlosen Quellwolken Richtung Calanda.
Legende: Sommer in Chur In Chur gab es in diesem Mai schon 29,5 Grad. Eveline Schmid

Schon der April war schweizweit der zweitwärmste seit Messbeginn, und in diesem Monat ging es ähnlich weiter. Vor allem am Jurasüdfuss und im Nordosten war es teilweise der wärmste Mai seit Messbeginn. Wynau/BE, Buchs/AG, Zürich-Nord, Güttingen/TG und Hallau/SH erlebten alle den wärmsten Mai, ebenso die Station auf dem Weissfluhjoch/GR. Im Nordosten war der Mai mehr als 3 Grad wärmer als die klimatologisch relevante Norm der Jahre 1961 bis 1990. Die Romandie war dagegen öfter im Einflussbereich von Tiefdruckgebieten über Westeuropa und so war es dort «nur» gut 2 Grad zu warm. Ebenfalls etwas mehr als 2 Grad zu warm, war es im Süden.

Blick auf das Marzilibad und das Bundeshaus bei wolkenlosem Himmel.
Legende: Badewetter Auch Bern erlebte schon drei Sommertage im Mai. Der Ansturm auf das Marzili hielt sich aber noch in Grenzen. Luciano Moraschinelli

Knapp 30 Grad

Trotz langen Warmphasen wurde die Hitzemarke von 30 Grad in diesem Jahr noch nicht erreicht. Der Höchstwert liegt bei 29,6 Grad, gemessen in Sitten und in Würenlingen/AG. Chur liegt mit 29,5 Grad nur knapp dahinter. Die Sommermarke von 25 Grad wurde im Flachland schon schweizweit erreicht, und auch in St. Gallen wurde schon einen Sommertag verzeichnet. In Sitten gab es in diesem Mai 15 Sommertage, der Durchschnitt liegt bei 6 Tagen mir mehr als 25 Grad. Sehr sommerlich war es auch im untersten Aaretal, wo teilweise auch schon 14 Sommertage verzeichnet wurden. Trotz allem gab es im Mai auch kühlere Phasen, einerseits zu Monatsbeginn und dann ab dem Eisheiligen Servatius während 5 Tagen. Lokal gab es in dieser Zeit sogar Bodenfrost.

Nächtliches Gewitter über Bern.
Legende: Immer wieder Gewitter In der zweiten Maihälfte gab es fast täglich Gewitter. Matthias Rem

Heftige Gewitter

Der Mai brachte auch die ersten heftigen Gewitter. Am Abend des 30. Mais wurden besonders Teile der Kantone Aargau und Zürich getroffen. In Ehrendingen im Surbtal gingen 76 Millimeter Regen nieder, davon alleine in einer Stunde 66 Millimeter. Auch in Möhlin fielen 46 Millimeter Regen. Am 22. Mai wurde besonders die Region Bern getroffen. In Belp fielen innert zwei Stunden 56 Millimeter Regen. Obwohl es lokal zu Überschwemmungen kam, ging an vielen Orten die Trockenheit weiter. Speziell in der Nordostschweiz blieben ergiebigere Niederschläge meist aus. An vielen Orten gab es nur 45 bis 70 Prozent des üblichen Mai-Niederschlages, ebenso in Graubünden. Anders im Süden: Durch die häufige Südanströmung staute sich die Feuchtigkeit an den Alpen, und es war an den meisten Orten zu nass.

Ein Bach hat bei Kehrsatz sein Bett verlassen.
Legende: 22. Mai In Kehrsatz/BE kam es zu kleinräumigen Überschwemmungen. Chantal Nussbaum

Wenig Sonne im Süden und in den Alpen

Die Südanströmung führte im Tessin überdies zu einem Sonnenscheindefizit. An den meisten Orten gab es nur 90 Prozent der üblichen Sonnenscheinstunden. Meist zog der Wolkendeckel bis in den Alpenraum, und so war es auch dort trüber als sonst zu dieser Jahreszeit. Eher überraschend: Trotz hoher Temperaturen war es selbst im Norden nicht übermässig sonnig. Meist lagen die Werte bei 100 bis 110 Prozent zur Norm.

Blick von Porto Ronco über den Lago Maggiore mit tiefhängenden Regenwolken.
Legende: Regenwolken am Lago Maggiore Im Süden hatte es mit Südanströmung oft dunkle Wolken. Frieder Wolfart

Nichts Neues im Juni

In den kommenden Tagen ändert sich an der Wetterlage wenig. Es geht mit hohen Temperaturen weiter, es muss zum Teil aber auch wieder mit heftigen Gewittern gerechnet werden.