Zum Inhalt springen

Header

Audio
Meteostory von 09:40 Uhr
Aus Meteostory vom 01.09.2020.
abspielen. Laufzeit 02:13 Minuten.
Inhalt

Das Sommerwetter 2020 Rund 2 Grad zu warm und eigentlich zu trocken

Am Montagabend ging der meteorologische Sommer 2020 zu Ende. Es war im Durchschnitt 2 bis 2,5 Grad zu warm, und es war sonniger als im langjährigen Schnitt. An den meisten Orten war es etwas zu nass. Ohne das letzte August-Wochenende wäre der Sommer aber eindeutig zu trocken ausgefallen.

Das Wetter war im Sommer 2020 dreigeteilt. Bis Mitte Juli war es eher grau und kühl. Danach ging Petrus auf Sommerkurs und Ende August kam der Temperatursturz, begleitet von sintflutartigen Regenfällen. Insgesamt war der Sommer 2020 2 bis 2,5 Grad zu warm. Am geringsten war der Wärmeüberschuss im Osten, am grössten im Westen und Nordwesten. Im Tessin war es ziemlich genau 2 Grad wärmer als im Schnitt der klimatologisch relevanten Jahre 1961 bis 1990. An vielen Orten war es seit 2016 der kühlste Sommer, im Glarnerland war es sogar 2014 das letzte Mal kühler als jetzt. Alle Hitzegeplagten konnten dieses Jahr jubeln. Im Vergleich zu den Hitzesommern 2015 und 2018 war es rund 1 bis 1,5 Grad kühler, im Osten sogar rund 2 Grad.

Abendstimmung mit dunklen Quellwolken und silbernen Leuchtenden Nachtwolken.
Legende: Leuchtende Nachtwolken Anfangs Juli waren oftmals Leuchtende Nachtwolken auch in der Schweiz zu beobachten. Manuel Dahinden

36,5 Grad als Jahresrekord

Der heisseste Tag des Jahres war an den meisten Orten der 31. Juli. In Basel wurde an jenem Tag der nationale Jahreshöchstwert von 36,5 Grad gemessen. 36 Grad und mehr gab es auch im untersten Aaretal und am Jurasüdfuss. In Sitten wurde dagegen die höchste Sommertemperatur erst am 21. August mit 36,0 Grad erreicht. Südlich der Alpen wurde am 30. Juli in Biasca der Höchstwert verzeichnet mit 35,0 Grad.

Das Motorboot bringt das Wasser zum Spritzen.
Legende: Der See ruft Im August sorgte der Lago Maggiore für die nötige Abkühlung im und am Wasser. FB

Sonne machte Ferien in der Schweiz

Das Frühjahr war das sonnigste seit Messbeginn, und die Sonne machte auch im Sommer kräftig Überstunden. Fast im ganzen Land war es sonniger als im langjährigen Schnitt, nur in Glarus und Chur blieb die Sonnenscheindauer durchschnittlich, auf dem Jungfraujoch sorgten die vielen Quellwolken sogar für einen unterdurchschnittlichen Sommer. Besonders gross war die zusätzliche Zahl Sonnenstunden in der Deutschschweiz. In Basel gab es rund 100, in Luzern 130 und in St. Gallen sogar 140 Stunden mehr Sonnenschein als üblich.

Sonnenaufgang über dem Vierwaldstättersee, aufgenommen vom Pilatus
Legende: Viel Sonnenschein Am Morgen des 21. August war es auf dem Pilatus wolkenlos. Albin Bühlmann

Niederschlag: Wenn die Statistik lügt!

An vielen Orten war der Sommer 2020 leicht zu nass. Allerdings nur, wenn man das Total der 92 Sommertage betrachtet. Ohne den ergiebigen Niederschlag des letzten August-Wochenendes wäre es fast landesweit zu trocken gewesen. Während längerer Zeit herrschte Waldbrandgefahr, so in der Nordwestschweiz, dem Jura entlang, teilweise auch in der Ostschweiz, speziell im Glarnerland sowie im Tessin und Misox. Zeitweise galt so gar die Gefahrenstufe 4 von 5.

Extrem war die Niederschlagsverteilung in Locarno: Für den ganzen Sommer lag die Niederschlagsmenge bei 122 Prozent. Ohne den Starkniederschlag am letzten August-Wochenende wären es aber nur 72 Prozent der im Sommer üblichen Regenmenge gewesen. Trotz Starkniederschlag Ende August: In Basel, Chur, Genf und in Zürich war der Sommer 2020 zu trocken.

Eine Brücke bei Unterwasser über die Thur, welche Hochwasser führt.
Legende: Hochwasser an der Thur Die Thur führte am Sonntag zwischen Alt St.Johann und Unterwasser Hochwasser. Dagmar Wemmer

Was folgt?

Der Herbst startete am Dienstagmorgen nochmals mit starkem Niederschlag im St. Galler Rheintal und am Bodensee. Bis am Mittwoch verbleiben wir im Einflussbereich von Höhenkaltluft. Ab Donnerstag meldet sich der Sommer mit Temperaturen um 25 Grad zurück, und der Altweibersommer folgt noch in der zweiten Hälfte des Monats September.

Blick von Bort zur Eigennordwand am 25. Juli.
Legende: Quellwolken Oft gab es Quellwolken über der Jungfraugruppe, darum gab es dort zu wenig Sonnenschein. Mark Zaifert

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen