In den Alpen bläst der Föhn. Statt komplizierter Erklärungen zeigen diese kurzen Einblicke, was den warmen Fallwind so besonders macht und liefern Stoff für jeden Smalltalk.
Föhn schärft die Sicht
Beim Absinken erwärmt sich die Luft und trocknet aus. Trockene Luft führt in der Regel zu deutlich besserer Fernsicht.
Doch es gibt Ausnahmen: Bei sehr starker Strömung können Wolken über die Alpen hinweg geschoben werden – dann handelt es sich um den sogenannten «Dimmerföhn», bei dem sogar Niederschlag auf der Alpennordseite auftreten kann.
Ein Name macht Karriere
Der Begriff geht auf das spätlateinische «favonius» zurück – ein warmer, milder Wind. Über ältere deutsche Formen gelangte er in den Alpenraum und wurde durch Schillers «Wilhelm Tell» verbreitet. Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt der Name eine zweite Bedeutung: Eine deutsche Firma nannte ihren neuen Haartrockner «Fön» – bewusst angelehnt an den warmen Fallwind.
UFOs aus Wassertröpfchen
Typisch für Föhnlagen sind die sogenannten «Altocumulus lenticularis». Diese linsenförmigen Wolken entstehen, wenn kräftige Winde über Gebirgskämme hinwegströmen und dabei stationäre Leewellen bilden.
Ihre glatten, schwebenden Formen haben schon zu mancher UFO‑Meldung geführt.
Hier gehört Föhn zum Alltag
Die Föhnhäufigkeit in der Schweiz unterscheidet sich deutlich: Poschiavo im Puschlav gilt als Spitzenreiter mit durchschnittlich 1162 Föhnstunden pro Jahr (2008–2020). Das entspricht über eineinhalb Monaten Föhn pro Jahr. Am häufigsten vom Südföhn betroffen ist Chur mit 726 Föhnstunden pro Jahr. Ins Mittelland schafft es der Föhn dagegen nur während etwa 10 bis 20 Stunden im Jahr.
Beim Föhn muss man sprichwörtlich über die Bücher
Viele erinnern sich aus dem Schulunterricht: Auf der Südseite regnet es sich aus, auf der Nordseite kommt die Luft trocken und warm an. Neuere Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Föhn auch ohne Niederschläge im Süden entstehen kann. Entscheidend ist die Strömung über die Alpen und die daraus entstehende Absinkdynamik.