Nach einem nebligen Start in den Tag setzte sich im Verlauf des Mittwochs überall die Sonne durch. Doch nicht überall! Mehrere Seen waren von Nebel bedeckt, während die Uferregion schon lange Sonne hatte. Beispielsweise der Neuenburgersee war zunächst komplett nebelfrei, bevor sich über dem Wasser erneut Nebel ausbreitete. Das Webcam-Bild vom Chaumont aus:
Entscheidend für dieses Phänomen ist der grosse Temperatur-Unterschied zwischen dem kalten See und der überdurchschnittlich milden Luft. Gemäss Alplakes hat der Neuenburgersee eine Temperatur von rund 6 Grad. In der näheren Umgebung des Neuenburgersees war die Luft um die Mittagszeit einige Grad milder und wies zudem eine hohe relative Feuchte auf.
Wind treibt milde, feuchte Luft über den See...
...und der kalte See kühlt diese Luft ab. Mit dem Abkühlen erreicht die Luft ihren Taupunkt und kondensiert, das heisst, es bilden sich kleine Wassertröpfchen - der Nebel ist da.
Später am Nachmittag wurde die Luft im Mittelland weiter erwärmt und dementsprechend war die relative Feuchte geringer. Das (geringe) Abkühlen über dem See hat nicht mehr ausgereicht, um Nebel zu bilden.
Das Gegenteil von Seerauch
Beim Phänomen des «Seerauch» geschieht das Umgekehrte: der See ist warm, die darüberliegende Luft kalt. Der See verdunstet und die angrenzende, kalte Luft ist sofort übersättigt – es bildet sich Nebel. Dies geschieht meist im Spätherbst. Auch optisch unterscheiden sich die beiden Nebel-Formen: Im Gegensatz zum flachen See-Nebel von heute gleicht Seerauch eher einem Topf mit kochendem Wasser.
Zusammengefasst: Warme Luft über einem kaltem See entspricht vom Prinzip her einer kalten Brille, die beschlägt, wenn man einen warmen Raum betritt. Kalte Luft über einem warmen See bildet Seerauch, äquivalent zu einer dampfenden Tasse Tee.