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Frühlings-Phänomen Sonne am Ufer, Nebel auf dem See

Eigentlich hatte sich die Sonne bereits gegen den Nebel durchgesetzt. Doch wenig später war der Neuenburgersee erneut von einem dünnen Nebel bedeckt. Was ist hier passiert?

Nach einem nebligen Start in den Tag setzte sich im Verlauf des Mittwochs überall die Sonne durch. Doch nicht überall! Mehrere Seen waren von Nebel bedeckt, während die Uferregion schon lange Sonne hatte. Beispielsweise der Neuenburgersee war zunächst komplett nebelfrei, bevor sich über dem Wasser erneut Nebel ausbreitete. Das Webcam-Bild vom Chaumont aus:

See mit Nebel
Legende: Blick auf den Neuenburgersee Der Nebel erscheint etwa auf diesem Webcambild um 13:00 Uhr und ist kurz danach wieder verschwunden. Tourisme Neuchâtelois / Roundshot

Entscheidend für dieses Phänomen ist der grosse Temperatur-Unterschied zwischen dem kalten See und der überdurchschnittlich milden Luft. Gemäss Alplakes hat der Neuenburgersee eine Temperatur von rund 6 Grad. In der näheren Umgebung des Neuenburgersees war die Luft um die Mittagszeit einige Grad milder und wies zudem eine hohe relative Feuchte auf.

Wind treibt milde, feuchte Luft über den See...

...und der kalte See kühlt diese Luft ab. Mit dem Abkühlen erreicht die Luft ihren Taupunkt und kondensiert, das heisst, es bilden sich kleine Wassertröpfchen - der Nebel ist da.

Nebelschwaden über dem See
Legende: Rüschlikon/ZH Nebel nur über der See-Oberfläche gab es heute auch über dem Zürichsee oder dem Vierwaldstättersee. Elif Fricker

Später am Nachmittag wurde die Luft im Mittelland weiter erwärmt und dementsprechend war die relative Feuchte geringer. Das (geringe) Abkühlen über dem See hat nicht mehr ausgereicht, um Nebel zu bilden.

Das Gegenteil von Seerauch

Beim Phänomen des «Seerauch» geschieht das Umgekehrte: der See ist warm, die darüberliegende Luft kalt. Der See verdunstet und die angrenzende, kalte Luft ist sofort übersättigt – es bildet sich Nebel. Dies geschieht meist im Spätherbst. Auch optisch unterscheiden sich die beiden Nebel-Formen: Im Gegensatz zum flachen See-Nebel von heute gleicht Seerauch eher einem Topf mit kochendem Wasser.

Zusammengefasst: Warme Luft über einem kaltem See entspricht vom Prinzip her einer kalten Brille, die beschlägt, wenn man einen warmen Raum betritt. Kalte Luft über einem warmen See bildet Seerauch, äquivalent zu einer dampfenden Tasse Tee.

SRF 1, Wetter, 25.2.2026, 12:20

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