Nordamerika steht vor einer ausgeprägten Kältephase. Eine starke Störung des Polarwirbels hat eingesetzt und öffnet den Weg für arktische Luftmassen, die sich über Kanada und weite Teile der USA ausbreiten. Die aktuellen Modelle prognostizieren gebietsweise Temperaturabweichungen von rund 10 bis 15 Grad unter den üblichen Januarwerten.
Arktische Luft senkt die Temperaturen drastisch
Zuerst trifft die Kälte West‑ und Zentralkanada. Von dort aus breitet sie sich in Richtung nördliche Great Plains und Mittleren Westen der USA aus. Der Nationale Wetterdienst erwartet regional Tageshöchstwerte um etwa −20 °C oder darunter.
Ende Januar könnte die Kälte auch den Osten der USA erreichen. Trifft sie dort auf feuchte Atlantikluft, sind kräftige Schneefälle möglich.
Warum genau Nordamerika?
Wie stark und wohin genau eine Störung des Polarwirbels die Kaltluft lenkt, lässt sich nie sicher voraussehen. Kleine Verschiebungen in der Strömung entscheiden darüber, ob die arktische Kaltluft nach Nordamerika, nach Europa oder in beide Richtungen ausbricht. Aktuell deuten die Modelle auf ein Muster hin, das vor allem Schübe aus dem kanadisch‑arktischen Raum nach Süden lenkt – damit liegt der Schwerpunkt diesmal auf Nordamerika.
Ein möglicher Kältevorstoss nach Europa wird in einigen Modellen zwar angedeutet, ist jedoch deutlich unsicherer und schwächer als in Nordamerika. Entscheidend ist, was die blockierenden Hochdruckgebiete über dem Nordatlantik machen.