Die aktuellen CO₂-Messungen am Mauna Loa übersteigen die Werte der Vorjahre. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration des Treibhausgases in der Atmosphäre um mehr als 50% zugenommen, Tendenz weiterhin steigend.
Höchststand jeweils im Frühling
Es ist nicht zufällig, dass die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre gerade aktuell einen neuen Höchstwert erreicht. Das Maximum eines Jahres liegt immer im (nordhemisphärischen) Frühling, das Minimum im Herbst.
Der Grund für diesen Jahresgang der CO₂-Konzentration ist die Vegetation – genauer gesagt die Vegetation der Nordhalbkugel. Dort hat es mehr Land als auf der Südhemisphäre und somit auch mehr Pflanzen.
Im Frühling und Sommer nimmt die Vegetation den Kohlenstoff auf und bindet ihn in Blättern, Ästen und Stämmen. Dadurch sinkt die CO₂-Konzentration im Herbst auf ein Minimum. Im Winter, wenn die Pflanzenwelt auf der Nordhalbkugel ruht, wird der Atmosphäre kein CO₂ entzogen. Die Vegetation gibt sogar wieder CO₂ ab, so dass die CO₂-Konzentration wieder ansteigt, bis sie im Frühjahr erneut ein Maximum erreicht.
Warum CO₂ am Mauna Loa gemessen wird
CO₂ wird am Mauna Loa in 3390 m Höhe seit fast 70 Jahren gemessen, genauer seit 1958. Der Vorteil dieses Standortes ist, dass er abseits der Zivilisation liegt und somit dort die CO₂-Konzentration relativ unbeeinflusst gemessen kann. In der Nähe der Zivilisation stören z.B. Abgase von Verbrennungsmotoren die Messung. Auf dem Mauna Loa stören höchstens vulkanische Entgasungen, deren Einfluss aber herausgefiltert werden können.
CO₂ ist eines der wichtigsten Treibhausgase und Hauptverursacher der menschgemachten globalen Erwärmung. Laut dem Weltklimarat IPCC ist es heute wissenschaftlich unbestritten, dass der Temperaturanstieg seit der Industrialisierung eindeutig mit dem Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre zusammenhängt – vor allem mit dem Anstieg der CO₂-Konzentration durch die menschliche Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Natürliche Faktoren allein können den Anstieg der globalen Mitteltemperatur nicht erklären.