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Keeling-Kurve Warum wir diesen Frühling wieder einen CO₂-Rekord erleben

Neuer Rekord in der Atmosphäre: Diesen Frühling kletterte die CO₂-Konzentration am Mauna Loa, Hawaii, auf 432 ppm. Während die Natur zum jährlichen «Einatmen» ansetzt, wird deutlich, dass die Konzentration des Treibhausgases schneller steigt als je zuvor.

Die aktuellen CO₂-Messungen am Mauna Loa übersteigen die Werte der Vorjahre. Seit Beginn der Industrialisierung hat die Konzentration des Treibhausgases in der Atmosphäre um mehr als 50% zugenommen, Tendenz weiterhin steigend.

Was ist «ppm»?

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Die Abkürzung steht für «parts per million»: also Anzahl CO₂-Moleküle pro Million Luftmoleküle. Es ist vergleichbar mit einer Angabe in Prozenten. Prozent wären Anzahl pro 100, Promille wären Anzahl pro 1000 und ppm dann Anzahl pro Million.

Höchststand jeweils im Frühling

Es ist nicht zufällig, dass die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre gerade aktuell einen neuen Höchstwert erreicht. Das Maximum eines Jahres liegt immer im (nordhemisphärischen) Frühling, das Minimum im Herbst.

Der Grund für diesen Jahresgang der CO₂-Konzentration ist die Vegetation – genauer gesagt die Vegetation der Nordhalbkugel. Dort hat es mehr Land als auf der Südhemisphäre und somit auch mehr Pflanzen.

Blühender Baum bei Sonnenuntergang in grüner Wiese.
Legende: Die Pflanzen nehmen das CO₂ im Frühling und Sommer auf und geben es über das Winterhalbjahr wieder ab. Daniel Hug

Im Frühling und Sommer nimmt die Vegetation den Kohlenstoff auf und bindet ihn in Blättern, Ästen und Stämmen. Dadurch sinkt die CO₂-Konzentration im Herbst auf ein Minimum. Im Winter, wenn die Pflanzenwelt auf der Nordhalbkugel ruht, wird der Atmosphäre kein CO₂ entzogen. Die Vegetation gibt sogar wieder CO₂ ab, so dass die CO₂-Konzentration wieder ansteigt, bis sie im Frühjahr erneut ein Maximum erreicht.

Warum CO₂ am Mauna Loa gemessen wird

CO₂ wird am Mauna Loa in 3390 m Höhe seit fast 70 Jahren gemessen, genauer seit 1958. Der Vorteil dieses Standortes ist, dass er abseits der Zivilisation liegt und somit dort die CO₂-Konzentration relativ unbeeinflusst gemessen kann. In der Nähe der Zivilisation stören z.B. Abgase von Verbrennungsmotoren die Messung. Auf dem Mauna Loa stören höchstens vulkanische Entgasungen, deren Einfluss aber herausgefiltert werden können.

Rauchender Schornstein unter grauem Himmel.
Legende: Die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas ist die Hauptursache für den stetigen Anstieg der CO₂-Werte. REUTERS / SRDJAN ZIVULOVIC

CO₂ ist eines der wichtigsten Treibhausgase und Hauptverursacher der menschgemachten globalen Erwärmung. Laut dem Weltklimarat IPCC ist es heute wissenschaftlich unbestritten, dass der Temperaturanstieg seit der Industrialisierung eindeutig mit dem Anstieg der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre zusammenhängt – vor allem mit dem Anstieg der CO₂-Konzentration durch die menschliche Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Natürliche Faktoren allein können den Anstieg der globalen Mitteltemperatur nicht erklären.

Meteo, 10. April 2026, 12:55 Uhr

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