Zum Inhalt springen

Header

Video
Regenbilanz
Aus Meteo vom 30.08.2020.
abspielen
Inhalt

Regenbilanz Fast 300 Millimeter Regen im Maggiatal

Seit Freitagmorgen regnete es im Tessin und in Graubünden. Am meisten Regen gab es mit 294 Millimetern in Cevio im Maggiatal. Am Sonntagvormittag verlagerte sich der Schwerpunkt des Regens auf die Alpennordseite. Am Sonntagabend ging der Regen zu Ende, lokale Schauer sind aber weiterhin möglich.

Regensummen Freitag bis Sonntagabend

Keine Daten

Daten werden aktualisiert

Aktualisiert
    Fluss mit braunem Hochwasser
    Legende: Biasca/TI David Volken

    Von Freitagmorgen bis Sonntagabend fiel im Tessin und in Graubünden intensiver Regen. Die grösste Regenmenge gab es in Cevio, im Maggiatal, mit 294 Millimeter Regen. In Mosogno, im Onsernonetal, wurden insgesamt 278 Millimeter Regen gemessen und in der Region Locarno rund 260 Millimeter. Das sind in Locarno etwa 125 Prozent des üblichen Monatsniederschlages im August. Im Kanton Graubünden wurde die grösste Regenmenge von Freitag bis Sonntag auf dem Berninapass verzeichnet. Dort waren es insgesamt 219 Millimeter. Nach dem intensiven Regen war es am Sonntagabend im Mittel- und Südtessin vorübergehend sonnig, in Lugano sogar fast wolkenlos.

    Gewitterlinie am Sonntag

    Am Sonntagmittag zog nochmals eine Gewitterlinie über das Tessin. Sie brachte um die Mittagszeit innert 30 Minuten auf dem Monte Generoso weitere 25 Millimeter Regen. Schon am Samstagmittag hatte eine ähnliche Linie die Gegend am Lago Maggiore getroffen. Sie brachte in der Magadinoebene 47 Millimeter in einer Stunde, etwas weiter nördlich, in Biasca, 77 Millimeter in 2 Stunden. Am Samstagnachmittag und in der Nacht auf Sonntag lag der Schwerpunkt der Niederschläge vorübergehend inm Nordtessin. In Cevio, im Maggiatal, fielen bis am Sonntagmittag innerhalb von 24 Stunden 245 Millimeter Regen, in Mosogno, im Onsernonetal, waren es im gleichen Zeitraum 238 Millimeter.

    Die Thur trat bei Unterwasser aus dem Flussbett.
    Legende: Unterwasser/SG Hochwasser im Obertoggenburg, Die Thur bei Alt St.Johann und Unterwasser steigt weiter... Dagmar Wemmer

    Neuer Hotspot Ostschweiz

    Am Sonntag lag der neue Niederschlagsschwerpunkt in der Ostschweiz. In Ebnat-Kappel gab es allein am Sonntagvormittag knapp 80 Millimeter Regen, auch im Fürstenland und im Kanton Thurgau wurden stellenweise 75 Millimeter Regen verzeichnet. Im Kanton Schwyz gab es an verschieden Orten von Mitternacht bis Sonntagmittag gut 60 Millimeter Regen. Mit Regen ging es in der Ostschweiz bis am Sonntagabend weiter. Die gesamte Niederschlagsmenge von Freitagabend bis Sonntagabend betrug in Braunwald/GL 148 Millimeter, in Ebnat-Kappel/SG 140 Millimeter und in Bad Ragaz/SG 127 Millimeter. Selbst in der Stadt St. Gallen fielen 122 Millimeter. Das entspricht in der Gallusstadt rund 75 Prozent des durchschnittlichen August-Niederschlages.

    .

    Wildes, braunes Wasser in der Thur, die Hochwasser führt.
    Legende: Hochwasser an der Thur Bei der Eschikofer SBB-Brücke führte die Thur Hochwasser. Albert Hurschler

    Viel Regen auch in Graubünden

    In Graubünden fielen seit Freitag ebenfalls vielerorts grosse Regenmengen. Betroffen waren vor allem die Südtäler Misox, Bergell und Puschlav. Am Samstag und Sonntag gab es aber auch in den nördlich angrenzenden Gebieten, so in der Surselva und im Rheinwald, Starkregen. In Disentis fielen seit Freitag 168 Millimeter und in Trun 162 Millimeter Regen, aber selbst in Arosa wurden 123 Millimeter registriert.

    Das Flussbett des Rheins ist bis an die Deichkante voll.
    Legende: Hochwasser am Alpenrhein Der Rhein bei Diepoldsau/SG ist kurz vor dem Überlaufen. Silvia Erb

    Erdrutsche und Überschwemmungen

    Erste Überschwemmungen und Erdrutsche gab es schon am Freitag im Tessin, so in der Nähe von Gandria am Luganersee, nördlich von Bellinzona und in der Nähe von Madonna di Ponte. Zu einem Steinschlag kam es am Samstagmorgen auch auf der Strasse zwischen Ilanz und Trun in der Surselva. Ab Samstagmittag häuften sich die Schadensmeldungen. So musste am Samstag die Malojapassstrasse nach Erdrutschen gesperrt werden, am Sonntagmorgen auch die Lukmanierpassstrasse. Schon am Samstagnachmittag fuhr am Lago Maggiore ein Zug in eine Schlammlawine. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Am Sonntag gab es vor allem im Verzascatal Erdrutsche, und die Maggia führte Hochwasser. Im Kanton St. Gallen wurde die Bevölkerung aufgefordert sich vom Rhein fern zu halten. Am Sonntagnachmittag standen im Kanton St. Gallen auf Grund des Hochwassers 50 von 77 Gemeindefeuerwehren im Einsatz. Hochwasser gab es am Sonntagabend auch an der Thur.

    Auf dem Furkapass hat es am Sonntag geschneit.
    Legende: Schneefallgrenze sinkt Aus Westen kommt in der Höhe kühlere Luft und damit sinkt die Schneefallgrenze. Ruth Arnold

    Einzelne Schauer zum Wochenstart

    Aus Westen kommen zwar in der Nacht zum Montag nochmals kurze Schauer auf, sie bringen aber keine Gefahr. In der kommenden Woche entspannt sich die Situation langsam, einzelne Regengüsse sind aber bis und mit Mittwoch beidseits der Alpen immer noch möglich, die Niederschlagsmengen bleiben aber verhältnismässig gering. Die Lage dürfte sich langsam entspannen.

    Meistgelesene Artikel

    Nach links scrollen Nach rechts scrollen