Von Samstag auf Sonntag hat es in den Alpen viel geschneit. Vom Südwallis bis zum Gotthardgebiet und in den Tessiner Bergen wurden 60 bis 100 cm Neuschnee gemessen. In Bosco/Gurin, einer Tessiner Gemeinde, kamen auf knapp 1500 m ü. M. sogar 116 cm zusammen. Seit Messbeginn im Jahre 1961 gab es an dieser Messstation noch nie so viel Neuschnee innerhalb eines Tages.
Enorme Schneelast auf den Dächern
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Bild 1 von 4. Viel Neuschnee auch auf den Dächern. Bildquelle: Claudia Steger.
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Bild 2 von 4. Bei genügender Dachneigung rutscht der Schnee von alleine runter. Bildquelle: Susanne Léchot.
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Bild 3 von 4. Die Dachschneelast beträgt auf einem Chalet schnell mal 10 Tonnen. Bildquelle: Floris Lafeber.
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Bild 4 von 4. 10 Tonnen entsprechen wiederum rund 130 erwachsenen Personen. Bildquelle: Floris Lafeber.
Schneelast
Der Neuschnee sorgt für eine enorme Schneelast auf den Dächern. Ein Kubikmeter Neuschnee wiegt gemäss SLF (Institut für Schnee- und Lawinenforschung) bis 100 kg. Das Dach eines Holzchalets von 10 mal 10 m muss in Bosco/Gurin aktuell ein Gewicht von 10 t tragen. Das entspricht einem Gewicht von rund 130 erwachsenen Personen oder etwa sieben Personenwagen. Für eine genaue Berechnung der Schneelast, müsste die Schneedichte exakt bestimmt werden. Bei nassem Neuschnee kann die Schneelast bei gut 400 kg pro Kubikmeter liegen.
Einsturzgefahr?
Erst einmal gibt es Entwarnung: Die Dächer im Alpenraum sind für noch grössere Schneelasten konstruiert. Es besteht kaum Einsturzgefahr. Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) legt in der Baunorm SIA261 fest, wie viel Schneelast ein Dach in einer bestimmten Region tragen muss. Wenn es zu Schäden kommt, deutet das auf Baumängel hin oder die Schneelast ist lokal durch Verwehungen noch viel grösser geworden.