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Wetter von 12:22 Uhr
Aus Wetter vom 25.12.2020.
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Seltenes Phänomen Stürmischer Nordföhn und Südströmung

Petrus hatte an Weihnachten für das Tessin eine Spezialität auf Lager. Bei stürmischem Nordföhn sah man auf dem Regenradar Regen aus Süden ins Tessin ziehen. Diese Kombination ist wahrlich nicht alltäglich.

Im Tessin blies am Weihnachtstag wie erwartet starker auf den Bergen sogar stürmischer Nordföhn. Auf der Cimetta, ob Locarno, wurde am frühen Abend ein Spitzenwert von 113 Kilometern pro Stunde verzeichnet, nachdem bereits am frühen Nachmittag eine Böe 102 Kilometer pro Stunde brachte. Die Messung der Windrichtung zeigte rund 20 Grad. Es war also eindeutig Nordwind. Der Wind griff im Laufe des Tages bis in die Täler durch. In Lugano wurden knapp 70 Kilometer pro Stunde gemessen, in Chiasso 60 Kilometer pro Stunde.

In der Magadinoebene 11 Grad

Wie für Nordföhn üblich war es im Tessin auch deutlich wärmer als im Norden. In Magadino wurde ein Spitzenwert von knapp 11 Grad gemessen. Es war damit rund 8 Grad wärmer als im Mittelland. Auch die ein eindeutiges Nordföhnzeichen.

Blick über den grauen Lago Maggiore
Legende: Grauer Süden Im Tessin blieb es grau. Elias Klein

Sonnenschein: Fehlanzeige

Gemeinhin stellt man sich unter einem Nordföhntag im Tessin einen wolkenlosen Tag mit tiefblauem Himmel vor. Weit gefehlt: Es gab auf der Alpensüdseite nicht eine einzige Minute Sonnenschein. Für totale Verwirrung sorgten die Radar- und die Satellitenbilder. Darauf war messerscharf zu erkennen, dass die Wolken aus Süden kamen, und auch der Regen zog von der Lombardei ins Südtessin, gegen Abend kam er mehr aus Osten.

Des Rätsels Lösung

An Weihnachten lag über dem Golf von Genua ein Tief. Dieses führte in der Höhe von Süden Wolken zum Tessin. Die Wolken wurden über die Nordföhnströmung geschoben. Dabei kühlten sie ab und produzierten Regen. Allerdings kam der Regen nicht bis zum Boden, da er in der knochentrockenen Föhnluft verdunstete, bevor er den Boden erreichte. Vielerorts lag die Luftfeuchtigkeit im Tessin an Weihnachten nur gerade bei 20 bis 30 Prozent.

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