Der Klimawandel - ein komplexes Problem und eine Herausforderung für die Menschheit. Es wäre aber doch schön, wenn alles gar nicht so schlimm wäre? Die Leugnung des Klimawandels ist attraktiv, sei es aus Naivität oder politischer Motivation.
Um den Klimawandel zu leugnen, werden immer wieder ähnliche Argumente ins Feld geführt. Wir bieten eine Übersicht über die Argumente und den wissenschaftlichen Konsens. Die Argumente der Klimaskeptiker können grob in fünf Kategorien eingeteilt werden:
- Es passiert gar nichts
- Wir sind nicht Schuld
- Es ist nicht schlimm
- Die Klimawissenschaft ist unzuverlässig
- Die Lösungen funktionieren nicht
Wir nehmen für jede Kategorie die Argumente der Skeptiker unter die Lupe.
1. Es passiert gar nichts
Argument: Die gemessene Erwärmung ist falsch. Etwa weil Thermometer früher auf dem Land und in der Zwischenzeit in einer (wärmeren) Stadt stehen.
Stand der Wissenschaft: Unterschiedlichste Messmethoden zeigen den Erwärmungstrend klar und weltweit. Dazu gehören Thermometer, Satelliten, Messungen aus Eisbohrkernen und Wetterballons.
Argument: Es gibt keinen wissenschaftlichen Konsens. Selbst Experten zweifeln am Klimawandel.
Stand der Wissenschaft: 97 % der Klimawissenschaftler halten den Klimawandel für real und sehen den Menschen als Ursache.
2. Wir sind nicht Schuld
Argument: Das Klima hat sich schon immer geändert. Es gab Perioden in der Erdgeschichte, da war es wärmer als heute.
Stand der Wissenschaft: Das Klima hat sich schon immer geändert. Allerdings ist die heutige Erwärmung in den letzten 2000 Jahren beispiellos. Die Erde kann auch bei weitaus höheren Temperaturen existieren, eine menschliche Zivilisation jedoch nicht unbedingt.
Argument: Es ist die Sonne. Sonnenflecken oder die Sonnenaktivität führen zur Erwärmung.
Stand der Wissenschaft: Die Sonneneinstrahlung ist tatsächlich nicht konstant. Aber auch in Perioden wo die Sonne schwächer als üblich war, wurde die Erde wärmer.
3. Es ist nicht schlimm
Argument: Der Klimawandel hat positive Auswirkungen. Bessere Bedingungen für die Landwirtschaft oder weniger Kältetote.
Stand der Wissenschaft: Einige mögliche positive Auswirkungen des Klimawandels gibt es. Die Risiken überwiegen aber bei Weitem.
Argument: Das Wetter war schon immer extrem. Überschwemmungen und Dürren gab es schon immer.
Stand der Wissenschaft: Stimmt. Viele Wetterextreme sind aber wegen des Klimawandels häufiger und intensiver geworden, wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen.
4. Die Klimawissenschaft ist unzuverlässig
Argument: Klimamodelle sind schlecht. Die Modelle wurden so erstellt, dass sie für die Vergangenheit passen und sagen nichts über die Zukunft aus.
Stand der Wissenschaft: Ein Klimamodell basiert auf den Gesetzen der Physik. Nur darum kann es die Vergangenheit gut wiedergeben. Die Gesetze der Physik bleiben auch in der Zukunft gültig.
Argument: Die Wetterprognose ist falsch, also ist es die Klimaprojektion auch. Eine Wetterprognose für die übernächste Woche geht nicht, warum sollte eine Klimaprojektion über hundert Jahre funktionieren?
Stand der Wissenschaft: Dies sind komplett unterschiedliche Fragestellungen. Für eine Wetterprognose muss man den exakten Zustand der Atmosphäre kennen. Eine Klimaprojektion muss nur die klimatischen Gegebenheiten realistisch simulieren können. Das Wetter-Chaos wird in einem Klimamodell durch langfristige Mittelwerte eliminiert.
5. Die Lösungen funktionieren nicht
Argument: Klimaschutz ist schlecht für die Wirtschaft. Wir brauchen fossile Brennstoffe für weiteres Wirtschaftswachstum.
Stand der Wissenschaft: Die Kosten des Nichthandelns sind höchstwahrscheinlich grösser als die Kosten für eine Minderung des Klimawandels.
Argument: Erneuerbare Energien sind unzuverlässig. An bewölkten Tagen gibt es kaum Solarenergie, an sonnigen Tagen zu viel.
Stand der Wissenschaft: Es kommt bei der erneuerbaren Energieerzeugung zu Fluktuationen. Allerdings nicht bei allen Arten, wie z.B. bei der Wasserkraft oder Geothermie. Für die Fluktuationen wird an Lösungen gearbeitet, wie Smart Grids oder Speichertechnologien.