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Meteostory von 09:40 Uhr
Aus Meteostory vom 14.12.2020.
abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
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Totale Sonnenfinsternis In Südamerika machte die Sonne am Montag Pause

Am frühen Montagabend unserer Zeit kam es zu einem astronomischen Superevent über Südamerika. In Chile und Argentinien war eine totale Sonnenfinsternis zu bewundern sein. In Europa war davon jedoch nichts zu sehen, und in der Schweiz warten wir bis 2081 auf die nächste totale Sonnenfinsternis.

Die Sonne wird von Wolken getrübt, so ist gut zu sehen, wie sich der Mond vor die Sonne schiebt.
Legende: Sonnenfinsternis Die Mond schob sich am Montag in Südamerika vor die Sonne. Keystone/AP Photo/Amel Emric

Am Montag kam es über dem südlichen Pazifik, über Chile und Argentinien sowie über dem südlichen Atlantik zu einer totalen Sonnenfinsternis. Zu diesem Zeitpunkt schob sich der Mond auf seiner Umlaufbahn zwischen Sonne und Erde. In einem schmalen Streifen kam es zur Totalität, das bedeutet, dass der Mond die Sonne vollständig verdeckt.

Mehr als 2 Minuten dunkel

Die Finsternis begann um 14.33 Uhr unserer Zeit über dem Pazifik. Um 15.33 Uhr war die Finsternis total, immer noch über dem Pazifik. Um 17.13 Uhr erreichte die Verdunkelung ihr Maximum. Im Kern der Finsternis war die Sonne während 2 Minuten und 10 Sekunden vollständig vom Mond verdeckt. In dieser Zeit war es zwar nicht stockdunkel, da es noch Streulicht gab. Das Spektakel wirkte eher wie eine rasche Dämmerung, und es wurde deutlich kühler. Mit dem Temperaturwechsel kam auch Wind auf. Der Spuk ging in der Folge über dem südlichen Atlantik weiter. Um 18.54 Uhr ging die Totalität zu Ende, und um 19.53 Uhr trat die Erde wieder vollständig aus dem Schatten des Mondes.

Viele Menschen stehen an einem Stand in den USA mit Blick zur abgedunkelten Sonne.
Legende: Ziemlich dunkel Während der totalen Finsternis 2017 in den USA wurde es dunkel. Keystone/AP Photo/Mic Smith

Kurze Finsternis

Mit 2 Minuten und 10 Sekunden handelte es sich eher um eine kurze Totalitätsphase. Die Dauer der Totalität ist von der Position des Mondes abhängig. Je näher sich der Mond bei der Erde befindet, desto grösser ist sein Schattenwurf. Bei einer langen Verdunkelung kann die Sonne mehr als 7 Minuten hinter dem Mond verschwinden. In den letzten 150 Jahren war die längste Sonnenfinsternis im Juni 1955 mit einer Länge von 7 Minuten und 8 Sekunden. Eine richtige Monsterfinsternis wird es in 166 Jahren geben. Am 16. Juli 2186 verschwindet die Sonne für satte 7 Minuten und 29 Sekunden hinter dem Mond. Befindet sich dagegen der Mond in einem relativ grossen Abstand zur Erde, so reicht es manchmal nicht für eine Totalität. Der Mond ist in diesen Fällen zu klein, um die ganze Sonne abzudecken, und man spricht von einer ringförmigen Sonnenfinsternis.

Der 2840 Meter hohe Vulkan Villarrica brach im März 2015 spektakulär aus.
Legende: Vulkan Villarrica Der berühmte chilenische Vulkan Villarrica liegt genau im Streifen der totalen Finsternis. imago images / Xinhua

Schon wieder Südamerika

Die Astronomen in Chile und Argentinien haben momentan das grosse Los gezogen. Schon die letzte totale Finsternis am 2. Juli 2019 war ein exklusives Vergnügen in Chile und Argentinien. Die nächste totale Finsternis spielt sich auch im südatlantischen Raum ab. Die Totalität wird am 4. Dezember 2021 aber nur über der Antarktis erreicht. Die nächste totale Sonnenfinsternis in der Schweiz ist definitiv nur etwas für die jüngere Generation. Sie wird erst am 3. September 2081 stattfinden. Wer kein dickes Portemonnaie hat, aber dennoch einmal eine totale Sonnenfinsternis live erleben möchte, der hat noch in diesem Jahrzehnt zwei sehr gute Optionen. Am 12. August 2026, also während der Sommerferien, gibt es eine totale Finsternis in Spanien und ein knappes Jahr später gibt es nochmals eine Sommerferien-Finsternis in Spanien. Der 2. August 2027 dürfte bei allen Astronomen rot angestrichen sein.

Blick über die Seenlandschaft bei Bariloche.
Legende: Bariloche Der bekannte argentinische Skiort Bariloche liegt knapp südlich der Totalitätszone. DB/FB

Mondfinsternisse sind häufiger zu sehen

Steht der Mond auf der gegenüberliegenden Seite der Erde, also bei einer Vollmondkonstellation, kann es zu einer Mondfinsternis kommen. In diesem Fall deckt die Erde den Sonnenschein auf dem Mond ab. Mondfinsternisse und Sonnenfinsternisse sind zwar fast gleich häufig. Da eine totale Sonnenfinsternis aber nur auf einem ganz schmalen Streifen auf der Erde zu sehen ist, der rotverfärbte Mond aber von grossen Flächen auf der Erde wahrnehmbar ist, hat man das Gefühl, dass Mondfinsternisse viel häufiger seien.

Bei einer Mondfinsternis verfärbt sich der Mond blutrot und wird daher Blutmond genannt.
Legende: Mondfinsternis Am 28. September 2015 gab es eine totale Mondfinsternis über der Schweiz. Peter Beutler

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