Am Wochenende schneite es an vielen Orten in den Alpen fast ohne Pause. Seit Samstag in der Früh fielen teilweise mehr als 100 Millimeter Niederschlag. Auf dem Grossen Sankt Bernhard wurden 174 Millimeter Niederschlag gemessen, in Deborence/VS 123 Millimeter und in Braunwald 120 Millimeter. Messungen im Hochgebirgen sind allerdings immer mit einer gewissen Vorsicht zu geniessen, da durch Schneedrifteffekt die Messungen stark verfälscht sein können.
Auch in Tallagen bis 40 Zentimeter Neuschnee
Am Montagmorgen wurden in Disentis und in Grächen je 37 Zentimeter Neuschnee gemessen. 34 Zentimeter Neuschnee gab es aber auch in Ilanz, notabene nur knapp 700 Meter über Meer, und auch in Chur wurden 15 Zentimeter Neuschnee gemessen. Auf den automatischen Messstationen im Hochgebirge verzeichnete das SLF teilweise Messwerte im Bereich um 80 Zentimeter, allerdings gibt es auch dort Drifteffekte.
Erdrutsch und Hochwassergefahr
Heute wird es immer milder, und damit steigt die Schneefallgrenze vor allem nördlich der Alpen immer mehr an, in den Waadtländer Alpen und im westlichen Berner Oberland gegen 2000 Meter. Im Osten liegt die Schneefallgrenze meist im Bereich zwischen 1100 und 1600 Metern. Inneralpin fällt zunächst noch Schnee bis ins Tal, im Laufe des Tages dürfte aber auch dort der Schnee in Regen übergehen. Mit dem Ansteigen der Schneefallgrenze muss an den Flüssen den Voralpen entlang zum Teil mit Hochwassergefahr gerechnet werden. Dazu besteht die Gefahr von Hangrutschen und Murgängen. Auf Grund des grossflächigen Niederschlages im Mittelland besteht am Rhein unterhalb der Aaremündung Hochwassergefahr der Stufe 3, wie das Bundesamt für Umwelt mitteilt.
Sehr grosse Lawinengefahr
Vom Wallis über das Gotthardmassiv bis ins Glarnerland und weiter nach Nordbünden und ins Samnaun besteht sehr grosse Lawinengefahr, also Stufe 5 auf der fünfteiligen Gefahrenskala. Für den ganzen übrigen Alpenraum besteht die Gefahrenstufe 4. Ein Augenmerk sollte auch auf die Schneelasten auf den Dächern gelegt werden. Teilweise liegt schon viel Schnee und mit dem einsetzenden Regen, erhält der Schnee zusätzliches Gewicht. In Höhenlagen zwischen 800 und 1500 Metern sollten auch die Kanalisationen für das Regen- und Schmelzwasser freigehalten werden.
Ende der Niederschläge
Am Dienstagvormittag endet der Niederschlag auch in der Zentral- und Ostschweiz, und die Sonne kehrt langsam zurück. Die Hochwassergefahr und auch die Lawinengefahr werden sich aber noch nicht ganz so schnell zurückbilden.