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Wettersystem im Pazifik Starker El Niño wird erwartet

Im Pazifik bahnt sich ein starker El Niño an. Diese Ereignis ist bekannt für seine weltweiten Fernwirkungen, aber betrifft es auch die Schweiz?

Der amerikanische Wetterdienst (NOAA) und das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (EZMWF) melden eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für einen «El Niño» im Verlauf des Sommers 2026.

Noch ist die Meeresoberfläche des tropischen Pazifiks leicht unterkühlt, weil in den letzten Monaten eine schwache «La Niña» vorherrschte. Sie endet allmählich und der Gegenspieler «El Niño» nimmt bis zum Herbst mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % an Fahrt auf. Und er könnte durchaus stark ausfallen.

Blaue Balken zeigen die Chancen von La Niña, graue Balken für neutrale Phase und rote Balken für El Niño.
Legende: Blaue Balken zeigen die Chancen von La Niña, graue Balken für neutrale Phase und rote Balken für El Niño. Quelle: NOAA Climate.gov

Hat El Niño Einfluss auf die Schweiz?

Die Fernkoppelung zwischen El Niño und Europa bestehen, sind aber nur sehr schwach ausgeprägt. Deshalb lautet die Antwort: nein. Er hat jedoch sehr wohl Einfluss auf die Temperatur unseres Planeten. Durch die grossflächige Erwärmung der Wasseroberfläche im zentralen- und östlichen Pazifiks wird enorm viel Wärme freigesetzt und damit wird es global wärmer. Das heisst aber nicht, dass es aufgrund von El Niño in der Schweiz wärmer wird. Hier hat die Grosswetterlage über Europa das Zepter in der Hand. Auch der Gegenspieler La Niña - mit dem ausgeprägten Kaltwasserkörper vor der Westküste Südamerikas und dem Warmwasserkörper bei Indonesien - hat seinen Einfluss auf das Wetter und Klima. Durch die Veränderung des Klimamusters über dem Pazifik, kommt es zu weltweiten Fernwirkungen mit Dürren, Überschwemmungen, Hemmung oder Verstärkung von tropischen Wirbelstürmen etc. Ausführliche Informationen finden sie unter: Fernwirkungen ENSO.

Was steckt hinter den Begriffen «El-Niño» und «La-Niña»?

El Niño und La Niña sind die warmen und kühlen Phasen eines natürlichen Klimamusters im tropischen Pazifik, bekannt als El Niño-Südliche Oszillation, kurz «ENSO». Gemeint ist eine «Luftdruckschaukel» zwischen Darwin (Australien) und Tahiti (Insel im Südpazifik). Das Muster wechselt alle zwei bis sieben Jahre unregelmässig hin und her, bringt vorhersehbare Veränderungen der Meerestemperatur mit sich und stört die normalen Wind- und Niederschlagsmuster in den Tropen. Diese Veränderungen im saisonalen Klima des grössten Ozeans der Welt haben weltweite Auswirkungen.

ENOSO-Phänomen

Meteostory, SRF3, 9.40 Uhr

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