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Wetterwissen Warum die Bise nachts abflaut

Wie diese Woche wieder zu beobachten ist, folgt die Bise oft einem Tagesrhythmus: Nachts ist sie schwach, tagsüber wird sie deutlich stärker. Der Grund dafür liegt in der bodennahen Luft.

In der Nacht kühlt der Boden aus. Die bodennahe Luft wird kälter als die darüberliegende, es bildet sich eine stabile Schichtung. Diese wirkt wie ein Deckel: Der stärkere Wind in der Höhe kommt kaum bis zum Boden durch. Im Mittelland weht die Bise deshalb nachts nur schwach oder gar nicht.

Mit der Sonne ändert sich das am Vormittag. Der Boden erwärmt sich, die Luft wird leichter und beginnt aufzusteigen. Gleichzeitig sinkt kühlere Luft ab. Die Luftschichten vermischen sich. So gelangt der kräftigere Wind aus der Höhe bis an den Boden. Die Bise frischt auf und ist meist am Nachmittag oder frühen Abend am stärksten.

Oberhalb der bodennahen Inversion verläuft der Tagesgang anders. Dort weht die Bise auch nachts oft weiter und kann sich mit abnehmender Reibung sogar verstärken. Messstationen auf Hügeln oder Bergen zeigen deshalb manchmal nächtliche Spitzen, während es unten im Mittelland ruhig bleibt.

Wie stark der Unterschied zwischen Tag und Nacht ist, hängt auch von der Windstärke ab. Ist die Bise insgesamt sehr kräftig, kann sich die kalte Schicht am Boden kaum bilden. Dann bleibt der Wind auch nachts relativ stark.

Bise kurz erklärt

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Die Bise ist ein meist trockener Nordostwind im Schweizer Mittelland. Sie tritt typischerweise bei Hochdruck nördlich der Alpen auf. Besonders häufig weht sie im Frühling. Durch die Kanalisierung zwischen Jura und Alpen ist sie im Westen oft kräftiger als im Osten.

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