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Was ist Bise und woher kommt die Bezeichnung?
Aus Wetterbox vom 12.04.2020.
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Wind im Mittelland Die fiese Bise

Die Bise ist ein Nordostwind im Mittelland, welcher von einem meist kräftigen Hochdruckgebiet nördlich oder nordöstlich der Schweiz angetrieben wird. Bei einer Bisenlage ist der Luftdruck am Bodensee um mehrere Hektopascal höher als am Genfersee. Um diesen Luftdruckunterschied auszugleichen, weht der Wind quer durchs Mittelland Richtung Genfersee.

Viel los auf dem See.
Legende: Murtensee Windsurfer, Kitesurfer und Segler lieben die Bise. W. Zwahlen

Düseneffekt

Das Mittelland liegt eingeklemmt zwischen den Voralpen und dem Jura. In der Romandie wird das Mittelland schmaler. Die Bise wird dort kanalisiert und beschleunigt. Aufgrund dieses Düseneffekts weht die Bise meist zwischen Neuenburgersee und Genfersee am stärksten.

Grundsätzlich spricht man nur im Mittelland bei Wind aus nordöstlichen Richtungen von der Bise. Je nach Topografie kann die Bise aber auch etwas abgelenkt werden und mal mehr aus Osten, mal mehr aus Norden wehen. Dies ist vor allem in den äusseren Alpentälern der Fall. Auch im Raum Basel ist die Bise ein Begriff.

Bise vs. Brise

Im Volksmund wird ab und zu jeder kühle Wind als Bise bezeichnet. Wenn dieser Wind aber aus westlicher Richtung bläst, ist das definitiv falsch. Manchmal wird die Bise auch mit einer Brise verwechselt. Brise kommt in der Beaufortskala vor und ist ein Mass für die Windstärke: Man spricht von leichter, schwacher, mässiger oder frischer Brise.

Eisskulpturen
Legende: Bodensee Im Winter kann die Bise bei Minustemperaturen Kunstwerke zaubern. Stefan Inhelder

Die Bise hat ihren Namen möglicherweise vom althochdeutschen Wort «Bison». Es bedeutet «umherstürmen». Im Idiotikon, im Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache, wird die Bise als schneidend kalter, trockener, aufhellender Nord- oder Nordostwind beschrieben.

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