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Bild 1 von 6. Gezielte Provokation: Im «Rotbuch» präsentierten Team-Mitglieder ihre politischen Positionen. Das Design war bewusst angelehnt an das Design des damals beliebten Büchleins von Mao Tse Tung - einem Idol der linken Jugend. «Wir hatten alle dieses Büchlein, aber niemand hat's gelesen», sagt Peter Kamm. Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
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Bild 2 von 6. Die Trennung vom Freisinn kam schnell - und heftig. «Vielleicht haben wir es etwas übertrieben», sagt Kamm aus heutiger Sicht. Man habe sich 1969 bewusst von der FDP abgrenzen wollen. Unter anderem mit diesem Aufkleber, der in der ganzen Stadt an die Strassenlaternen geklebt wurde. Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
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Bild 3 von 6. Noch provokativer fiel der Spruch auf diesem Kleber aus. Übrigens liess die Stadt Baden die Aufkleber allesamt wieder entfernen und brummte dem Team dafür eine Busse von 700 Franken auf, wie Peter Kamm erzählt. «Wir mussten diese aber nicht bezahlen, sondern mussten im Gegenzug einige Abende für die Jugend organisieren im Kornhaus.». Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
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Bild 4 von 6. Ursprünglich hätte das Team 67 eine kantonale Bewegung werden sollen. Nachhaltigen Erfolg hatte sie aber nur in der Stadt Baden. Hier ist die Bedeutung der Partei über die Jahrzehnte konstant gewachsen - im Bild eine Wahlzeitung aus dem Jahr 1981. Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
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Bild 5 von 6. «Trust nobody over 30», das hätten die jungen Politaktivisten jeweils gesagt, erzählt Peter Kamm heute. Damals hätten sie aber nicht gedacht, dass sogar die Partei einmal älter als 30 werde. Kamm selber (im Bild in der Wahlzeitung von 1981) politisiert ebenfalls seit nunmehr 50 Jahren mit. Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
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Bild 6 von 6. Er bezeichnet das Team Baden heute als «grünliberale» Partei und ist stolz auf die lange Geschichte seiner Gruppierung. Bildquelle: SRF/Maurice Velati.
Jugend-Unruhen in Berlin, Paris und Prag: 1967 war ein bewegtes Jahr. Ein Freisinniger aus dem Aargau wollte sich die politischen Ambitionen der Jugend zu Nutze machen: Das «Team 67» sollte als eine Art freisinniger Jungpartei den dritten Nationalratssitz retten.
Keine «68er-FDP»
Der Plan misslang. Die FDP verlor ihren Sitz, die vermeintliche Jungpartei entwickelte eine eigene Dynamik. Bald verliessen die freisinnig gesinnten Köpfe die neue Bewegung und überliessen sie den linksliberalen Geistern. 1969 schaffte es das Team dann zum ersten Mal ins Kantonsparlament.
Der politische Durchbruch gelang der neuen Bewegung auf kantonaler Ebene nicht. Auch die Ortsparteien in Aarau oder Zofingen verschwanden bald wieder. In Baden aber, da fanden die linksintellektuellen Ideen ihren Nährboden.
Die Bewegung wurde stark, weil Baden ein gutes Pflaster ist.
Heute besetzt die Partei - unter dem Namen «team baden» - 9 von 50 Sitzen im Einwohnerrat. Sie ist damit ähnlich stark wie FDP und SP. Dieser Erfolg habe wohl auch damit zu tun, dass Baden immer schon offen gewesen sei für progressive Ideen, vermutet Ur-Mitglied Peter Kamm. «Baden ist lebensfroh, dem Originellen zugetan, das hat geholfen.»
Teil der grünen Bewegung
Ähnlich wie andere kommunale Bewegungen aus der 68er-Zeit hat sich das Team inzwischen mit den Grünen verbündet. Nationalrat Jonas Fricker ist in Baden im Team, politisiert in Bern aber für die Grünen. Auch Stadtammann Geri Müller wurde als grüner Politiker national bekannt.
Die Bewegung hat ihre Spuren aber auch in anderen Parteien hinterlassen: Silvio Bircher (Nationalrat und Regierungsrat) begann seine Karriere beim Team, bevor er zur SP wechselte. Ebenso Ursula Mauch, die als erste Frau die SP-Fraktion im Bundesparlament präsidierte.
Das sagt der Politologe
(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17.30 Uhr)