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Golder: «Wenn andere Vorlagen wichtiger sind, erwarte ich ein flaues Ja»
Aus News-Clip vom 20.08.2020.
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Abstimmung am 27. September Wundertüte Jagdgesetz

Erst 45 Prozent der Befragten in der aktuellen SRG-Umfrage haben sich in Sachen Jagdgesetz eine klare Meinung gebildet, wollen also sicher Ja oder sicher Nein stimmen.

Zum Vergleich: bei der Initiative gegen die Personenfreizügigkeit, die sogenannte Begrenzungsinitiative sind es 70 Prozent! Auch wenn im Moment eine knappe Mehrheit für das Jagdgesetz stimmen würde: In trockenen Tüchern ist die Vorlage nicht.

Parteiparolen wirken wenig

Eine Wundertüte ist das Jagdgesetz auch in Sachen politischer Orientierung: So wollen gut ein Drittel der Grünen-Anhänger für die Vorlage stimmen, auch wenn ihre Partei vehement dagegen ist. Auf der anderen Seite will ebenfalls ein Drittel der SVP-Wähler das Gesetz ablehnen, obwohl die Partei praktisch ohne Gegenstimme die Ja-Parole beschlossen hat.

Auch andere «Konfliktmuster» funktionieren nicht: Von einem Stadt-Land-Konflikt kann man nicht wirklich reden, nicht mal einen klaren Röstigraben zeigt die aktuelle Umfrage. Und die Frauen, die sonst eher für grüne Anliegen zu haben sind, würden dem Gesetz aktuell zustimmen.

Alptraum und Segen zugleich

Von einer schwach prädisponierten Vorlage sprechen die Meinungsforscher in so einem Fall. Heisst: das Ganze ist zu komplex, um in schlichte Links-rechts- oder Stadt-Land-Muster gepresst zu werden.

Für die Pro- und Contra-Komitees ist das je nach Sichtweise ein Alptraum oder ein Segen. Sie können sich nicht auf herkömmliche Kampagnen-Muster verlassen, aber dafür haben sie die Chance, Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aus allen Bereichen zu überzeugen.

Es gibt also viel zu tun für die Kampagnenverantwortlichen in den nächsten fünf Wochen. Allerdings spielt, wie bei allen Vorlagen, auch hier die Coronakrise mit. Ein Grund für die tiefe Meinungsbildung ist auch, dass sich das Stimmvolk in den letzten Monaten schlicht mit anderen Themen befassen musste als mit Abstimmungsvorlagen. Weil das in den nächsten Wochen so bleiben wird, ist der Ausgang der Abstimmung noch völlig offen.

Urs Leuthard

Urs Leuthard

Leiter TV-Bundeshausredaktion SRF

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Seit Sommer 2020 ist Urs Leuthard Leiter der Bundeshausredaktion von Fernsehen SRF. Bereits seit 2002 moderiert er das «Abstimmungsstudio» und analysiert Wahlen und Abstimmungen. Bis 2008 war er Moderator und Redaktionsleiter der «Arena», danach wechselte er zur «Rundschau», bevor er 2012 die Redaktionsleitung der «Tagesschau» übernahm. Ab 2016 leitete Urs Leuthard die Newsroom-Entwicklung beim Fernsehen SRF.

SRF 4 News, 21.08.2020, 17 Uhr

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Vor dieser Abstimmung wäre ein Dokfilm über Wölfe zwingend! Es ist ja ungeheuerlich, was da von diesen Tieren abgesondert wird. Freie Meinungsäusserung nennt sich das, bei Wölfe darf man das ja!
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die heutige Menschheit in der Schweiz, verlor längst die Fähigkeit, sich adäquat um das Ökosystem zu kümmern! Das Gegenteil ist der Fall, wie - gerade auch die aktuelle Jägerschaft - einmal mehr beweist = Abschuss des Wolfes ist absolut kontraproduktiv für das Ökosystem, da ausgerechnet der Wolf für ein ausgeglichenes Ökosystem prädestiniert ist! Das vermag die Soezies Mensch nicht mehr!!
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  • Kommentar von Hans Egger  (hansegg)
    eva wädensweiler
    jedes tier hatt eine daseinsberechtigung. so wie es die natur vorsieht. oder hatte. bis der mensch sich halt sich gegenüber den anderen wesen auf diesem planet besser behaubtete. das ist fakt. wir leben im jahr 2020 und nicht 1000j. vor christi geburt. das können wir nicht ändern. jetz gilt es lösungen, wege zu finden wie ansprüchen von natur (Wolf) und mensch besser aufeinander abgestimmt werden können. das rev. jagdgesetz macht das darum ja zum rev. jagdgesetz.
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