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Zum Typenentscheid bei den Kampfjets
Aus Rendez-vous vom 28.09.2020.
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Kritik an Kampfjettyp F-35 Kampfjets aus Europa oder den USA – eine Frage der Unabhängigkeit

Die Kritiker der Kampfjets lehnen insbesondere die Modelle aus den USA ab. Für die Befürworter kommt diese Diskussion zu früh.

Mehrere Kampfjets sind noch im Rennen um den Auftrag über sechs Milliarden Franken. Zwei davon stammen aus den USA: der hochmoderne F-35 und die aktuelle Version des F/A-18 Super Hornet.

Auf europäischer Seite buhlen die französische Rafale und der Eurofighter der EU um die Gunst der Schweizer Luftwaffe. Nach dem knappen Abstimmungsresultat – 50.1 Prozent sagten Ja – warnen die Kampfjet-Kritiker jetzt vor allem vor den Flugzeugen aus den USA.

Kein Zugriff auf Codes aus den USA

Die Zürcher SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf sagt: «Es bestehen einfach grosse Abhängigkeiten zu den USA bei beiden Typen. Beim F-35 sind sie noch stärker. Man hat keinen Zugriff auf die Softwarecodes. Und man braucht immer eine Datalink-Verbindung in die USA.»

Zwar ist sich auch Seiler Graf bewusst, dass die Luftwaffe beim Kauf eines europäischen Flugzeuges ebenfalls nicht völlig unabhängig wäre. Sie schätzt die Gefahr einer Abhängigkeit aber als geringer ein als beim Kauf eines US-Flugzeugs.

Priska Seiler Graf (SP/ZH)
Legende: Priska Seiler Graf (SP/ZH) hält die Abhängigkeit von den USA für gefährlicher als jene von Europa. Keystone

Sie würde eine Abhängigkeit gegenüber einem europäischen Nachbarn bevorzugen: «Ich denke, dass wir als neutrales Land mitten in Europa besser bedient sind, wenn wir von einem befreundeten Nachbarland abhängig sind.»

Evaluation wird Klarheit bringen

Auf der Seite der Befürworter der Kampfjets hält man die Typendiskussion für verfrüht. Es sei unklar, ob sich die Schweiz in eine grössere Abhängigkeit begebe, wenn sie ein US-Flugzeug kaufe, sagt Ständerat Thierry Burkart (FDP/AG): «Das sind bislang Behauptungen, die von den Experten so nicht bestätigt wurden.» Zudem beinhalte die Evaluation des Kampfjettypen auch eine möglichst hohe Unabhängigkeit des Systems, so Burkhart weiter.

Ebenso sah das Verteidigungsministerin Viola Amherd am Sonntagabend vor den Medien. Für solche Fragen sei nun die Evaluation der vier Kampfflugzeuge da, und die Abhängigkeit sei dabei sehr wohl ein Kriterium.

Video
Amherd: «Kampfflugzeuge waren schon immer umstritten»
Aus News-Clip vom 27.09.2020.
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«Diese verschiedenen Fragen – auch im Zusammenhang mit dem F-35 – werden natürlich ganz klar analysiert», sagte sie. Ein US-Flugzeug wie den F-35 wegen des knappen Abstimmungsresultates nun aus dem Rennen zu nehmen, kommt für die Verteidigungsministerin nicht infrage.

Der Bundesrat kann sich aber schon heute darauf einstellen, dass der Gegenwind stärker sein dürfte, falls er sich für ein US-Flugzeug entscheidet.

Diese Kampfjets stehen in der engeren Auswahl

Info 3, 28.09.2020, 12:00 Uhr

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97 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Man kann den USA ja vorwerfen was man will aber politisch unter Druck gesetzt haben sie uns eigentlich immer nur dann wenn schweizer Firmen strafbare Handlungen in den USA verübt haben, Steuerhinterziehung z.B.
    Die EU sperrte uns den Zugang zum Bildungsaustausch, Forschungsaustausch, Börsen usw. und wohlverstanden nur, weil sie nicht zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen waren.
    Egal was passiert, Trump wird bei Auslieferung der Jets schon Jahre nicht mehr US Präsident sein.
    1. Antwort von Jürg Suter  (Sut)
      USA hat Druck aufgebaut mit dem nicht uUnterschreiben des Freihandelsabkommens. Hat Druck aufgebaut mit der Drohung, die Schweiz zu bestrafen, wenn der Handel zukünftig nicht ausgeglichener, zugunsten der USA , abgewickelt wird.
      60% Kompensation machen mit der USA für unsere Wirtschaft mehr Sinn, als mit der EU.
      Ihre Aussage Herr Gubser stimmt so nicht.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    @peptalk genau den
    Bundesratjet von Pilatus modifiziert mit stärkerem Triebwerk und verstärkte schlanke Zelle zur Waffenaufnahme
  • Kommentar von Kurt Flury  (Simplizissimus)
    Für die 24 Mrd. darf es schon etwas Anständiges sein, muss aber nicht zwindend das Objekt von Bubenträumen sein. Übrigens Israel lässt sein Kriegsmaterial zwingend neu programmieren, bevor es in Gebrauch genommen wird. Das ist hoffentlich das Mindeste was die Schweiz tun wird, vorzugsweise ebenfalls durch Israel, da die in dieser Frage niemandem vertrauen.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Kurt Flury: Das ist ein konstruktiver Kommentar von Ihnen.
    2. Antwort von Urs Petermann  (Rhf)
      @Flury: Da sind mir die USA und Israel zu nahe zusammen