Zum Inhalt springen

Header

Audio
Steuerabzüge für Kinderbetreuung: Macht es der Kanton Uri vor?
Aus HeuteMorgen vom 09.09.2020.
abspielen. Laufzeit 01:59 Minuten.
Inhalt

Praxistest im Bergkanton Höhere Kinderabzüge: Uri – ein Labor für die Schweiz?

Laut Bundesrat sollen höhere Kinderabzüge Frauen zurück in den Arbeitsmarkt bringen. In Uri wird das bereits versucht.

  • Am 27. September stimmen wir darüber ab, ob Familien die Kosten für Kinderbetreuung stärker bei den Bundessteuern abziehen können.
  • Sinn und Zweck laut Bundesrat: Mehr gut qualifizierte Frauen sollen zurück in den Arbeitsmarkt finden.
  • In Uri können – als einzigem Kanton der Schweiz – die gesamten Kinderbetreuungskosten von den Steuern abgezogen werden.

Vor gut zehn Jahren hatte der Kanton Uri ein grosses Problem: die Abwanderung. Die Regierung versuchte, Gegensteuer zu geben. Einerseits mit attraktiven Steuersätzen für die Reichen, und andererseits mit dem Abzug der gesamten Kinderbetreuungskosten für die unteren und mittleren Einkommen.

So habe man es geschafft, die Bevölkerung im Pendlerkanton zu halten, bilanziert der Urner FDP-Finanzdirektor Urs Janett: «Der Kanton Uri wächst wieder. In diesem Sinne kann man sicher sagen, dass die Steuerstrategie von damals erfolgreich war.»

Im Sinne der Frauen?

Die Gesamtsumme der Kinderbetreuungsabzüge sei mehr als doppelt so hoch wie vor zehn Jahren. Und die Zahl der Haushalte, die die Abzüge geltend gemacht hätten, sei gestiegen, sagt Janett: «Das ist ein Anzeichen dafür, dass wohl vor allem Frauen wieder vermehrt einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.» Die Steuerabzüge für Kinderbetreuungskosten hätten sich bewährt.

Skeptisch ist hingegen die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. Die Abzüge führten zu hohen Steuerausfällen. Das Geld fehle dann andernorts. Und: Von höheren Steuerabzügen würden primär Personen mit hohem Einkommen profitieren.

Diese Mittel könnten viel gezielter und besser für gute und kostengünstige Angebote bei der Kinderdrittbetreuung eingesetzt werden.
Autor: Prisca Birrer-HeimoNationalrätin (SP/LU)

Um die Erwerbstätigkeit der Mütter aus allen Schichten zu erhöhen, brauche es in erster Linie mehr Kitas und mehr Betreuungsangebote: «Diese Mittel könnten viel gezielter und besser für gute und kostengünstige Angebote bei der Kinderdrittbetreuung eingesetzt werden.»

Weil das Parlament zusätzlich beschlossen habe, den allgemeinen Kinderabzug deutlich zu erhöhen, lehne sie die Vorlage als Ganzes ab. Die geschätzten Steuerausfälle in der Höhe von 370 Millionen Franken seien nämlich nicht verkraftbar – weder für den Bund noch für die Kantone, so Birrer-Heimo.

Heute Morgen vom 09.09.2020, 07:09 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Caterina Fankhauser  (Triolos)
    @SRF: Dieser Artikel ist irreführend. Es wird suggeriert, dass Uri das Modell, worüber wir abstimmen werden, bereits eingeführt hat. Das stimmt aber nicht: Die Initiative war wohl ursprünglich als Drittbetreuungskostenabzug konzipiert (das Urner Modell), aber mittlerweile stimmen wir hauptsächlich über einen GENERELL höheren Steuerabzug für Kinder ab, unabhängig von Drittbetr. Die Steuerausfälle für die Änderung Drittbetr. werden auf 10 Mio/Jahr geschätzt, gegenüber 100Mio für generelle Abzüge.
  • Kommentar von Martin Sonderegger  (som63)
    Die eigentlichen Themen liegen tiefer. Da ist eine tiefe Geburtenrate die für die nächsten 70 Jahre für eine überalterte Nation sorgt mit den bekannten Auswirkungen. Da ist eine Politik die nicht die individuelle Kindererziehung in Form von Anerkennungsbeiträgen an die Eltern ausbezahlt, sondern Auslagen für Fremdbetreuung finanziell abgelten will. Da ist eine Wirtschaftpolitik die die Gehälter so tief hält, dass beide Elternteile für eine anständiges Leben arbeiten gehen müssen. Deshalb NEIN.
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Höhere Kinderabzüge begünstigen mehr Kinder, sprich Überbevölkerung - dank der Überbevölkerung: Klimazerstörung, Zersiedelung etc. etc.
    Das ist eine Lenkungsabgabe in die falsche Richtung.
    Und Nein, wir brauchen nicht mehr Kinder für die AHV - ein Hund, der sich am eigenen Schwanz zieht - falsches System aus einer ganz anderen Zeit (1948).