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Nein zu den Zürcher Gratis-Badis: Die Reaktionen von Stadtrat und Parteien
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 29.11.2020.
abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
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Stadt Zürich Die Badi in Zürich wird nicht kostenlos

Die Stadtzürcher bezahlen weiterhin Eintritt in die Badeanlagen. Zudem entsteht in Seebach ein neuer Quartierteil.

  • Der Eintritt in die städtischen Badeanlagen wird in Zürich nicht gratis.
  • In Zürich-Seebach entsteht ein neues Quartier mit fünf Hochhäusern.
  • Die freie Tanz- und Theaterszene erhält ein neues Fördersystem.

Gratis-Eintritt in städtische Freibäder

Stadt Zürich: Gegenvorschlag des Gemeinderats zur Volksinitiative «Sportstadt Züri»

  • JA

    45.8%

    53'388 Stimmen

  • NEIN

    54.2%

    63'180 Stimmen

Öffentlicher Gestaltungsplan Thurgauerstrasse

Stadt Zürich: Öffentlicher Gestaltungsplan Thurgauerstrasse

  • JA

    59.8%

    67'684 Stimmen

  • NEIN

    40.2%

    45'474 Stimmen

Neues Fördersystem Tanz und Theater

Stadt Zürich: Neues Fördersystem Tanz und Theater

  • JA

    68.0%

    79'628 Stimmen

  • NEIN

    32.0%

    37'416 Stimmen

Die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher wollen den Badi-Eintritt weiterhin bezahlen. Das Stimmvolk hat einen Gegenvorschlag des Stadtparlaments mit gut 54 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Dieser sah vor, dass die von der Stadt betriebenen Freibäder für alle gratis sind. Die übrigen Sport- und Badeanlagen sollten nur für Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher bis 20 Jahre und für Bedürftige kostenlos sein. Weiter hätten auch städtische Sportvereine für die Nutzung der Anlagen keine Gebühren mehr bezahlen müssen.

Eine Badeanlage am See in der Stadt Zürich.
Legende: Die Stadt Zürich will keine Gratis-Badis – vermutlich aus Angst vor überfüllten Badeanlagen zu Spitzenzeiten, so der Zürcher Stadtrat. Keystone

Sportvorsteher Filipp Leutenegger, zeigte sich zufrieden mit dem Resultat. Er vermutet, dass die Befürchtung, die Badeanlagen könnten zu Spitzenzeiten überfüllt sein, zum Abstimmungsresultat geführt habe. Die Gegner der Vorlage waren zudem der Ansicht, dass die Sportförderpraxis der Stadt Zürich bereits heute darauf ausgelegt sei, der ganzen Bevölkerung Zugang zu Sport zu ermöglichen. Es gäbe bereits viele kostenlose und vergünstigte Sportangebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie für Personen in bescheidenen finanziellen Verhältnissen.

Die Befürworter der Gratis-Badeanlagen hatten argumentiert, es sei wichtig, dass alle Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher Sport treiben können – unabhängig davon, wie viel Geld sie hätten. In der Stadt Zürich ist die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in einem Sportverein aktiv, bei den Erwachsenen ist es jeder Fünfte.

In Seebach kann eine Grossüberbauung entstehen

Visualisierung der Grossüberbauung Thurgauerstrasse mit 5 Hochhäusern.
Legende: Die Stadt Zürich kann in Seebach bauen: Entstehen sollen fünf Hochhäuser mit Platz für 1800 Personen. ZVG Stadt Zürich

Auf einer der letzten grossen Baulandreserven der Stadt Zürich kann ein neues Quartier entstehen. Knapp 60 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben Ja gesagt zum öffentlichen Gestaltungsplan «Thurgauerstrasse». Auf einer Fläche von fünf Fussballfeldern entsteht in den nächsten Jahren eine Siedlung mit fünf Hochhäusern. 700 gemeinnütze und 200 Alterswohnungen sind geplant – mit Platz für 1800 Personen. Weiter gibt es günstige Flächen für das Gewerbe.

Hinter die Vorlage gestellt hatte sich der Zürcher Stadtrat. Das Projekt sei wichtig, damit die Stadt mit Qualität wachsen könne. Das Areal sei zentral gelegen und sehr gut erreichbar. Mit dem neuen Quartier könne preisgünstiger Wohn- und Gewerberaum geschaffen werden – unter Berücksichtigung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft. Der Zürcher Hochbauvorsteher André Odermatt versicherte allerdings, dass die Visionen und Ideen der Quartierbevölkerung ins Projekt einfliessen sollen. «Wir werden den Dialog wieder aufnehmen», sagte er.

Abstimmen musste die Bevölkerung über das Projekt, weil die IG Grubenacker das Referendum gegen den Gestaltungsplan ergriffen hatte. Die Gegner kritisierten im Vorfeld, dass riesige Projekt vergrössere die Hitzeinsel Zürich-Nord, da es zu wenig grün sei. Das Projekt sei zudem nicht zeitgemäss. Attraktiver Wohn- und Lebensraum würde nicht geschaffen, eher werde das bestehende Quartier von der neuen Mammutsiedlung erdrückt.

Stimmrechtsrekurs der Gegner

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Stimmrechtsrekurs der Gegner
Legende:Zu luftig und grün: Die Visualisierung in der Abstimmungszeitung führte zu einem Stimmrechtsrekurs.ZVG Stadt Zürich

Gegner der Überbauung haben sich mit einem Stimmrechtsrekurs beim Bezirksrat gegen die Abstimmungszeitung gewehrt – insbesondere gegen die Visualisierung des Grossprojekts. Der Stadtrat wollte den Entscheid des Bezirksrats nicht abwarten. Weil die Abstimmungszeitung schon gedruckt war, reagierte er mit einem Beiblatt. Damit sollte ein langes Rechtsverfahren verhindert werden.

Neues Fördermodell für die Zürcher Tanz- und Theaterszene

Zwei Künstler tanzen um eine Stehlampe.
Legende: Die Förderung von Tanz und Theater wird in Zürich reformiert. Vor allem die freie Szene soll davon profitieren. Keystone

Die freie Tanz- und Theaterszene in der Stadt Zürich wird gestärkt. 68 Prozent der Stimmbevölkerung sagten Ja zu einem neuen Fördersystem. Die Reform sieht vor, dass in Zukunft Ideen stärker gewichtet werden. Das heisst: 6.5 Millionen Franken gehen an Organisationen oder Personen aus der freien Szene, die mit ihren Konzepten überzeugen können. Daneben werden aber auch die Beiträge an Co-Produktionsstätten wie die Gessnerallee oder das Tanzhaus erhöht, damit sie die freie Szene besser unterstützen können. Das neue Förderkonzept kostet die Stadt jährlich 2.5 Millionen Franken, es soll Anfang 2024 eingeführt werden.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Peter Jenzer  (Peter-Jenzer)
    Die letzten grossen Baulandreserven. Das heisst jetzt ist der zeitpunkt um auch Die zu überbauen? Man braucht sie ja in zukunft nicht mehr? Die Bauwut der Stadt ist schon fast schockierend. Hardturm, Escherwyss, Letschenpark und und. Alles geplant. Hauptsache man stopft die Stadt mit Menschen voll. Und was bedeutet schon eine Corona Krise?
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