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Eine historische Wahl: Erstmals sitzen drei Frauen in der Regierung und die FDP ist nicht mehr Teil davon.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 29.11.2020.
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Zweiter Wahlgang Basel-Stadt Zu wenig am Puls der Bevölkerung: Rot-Grün erhält die Quittung

Nach den Wahlen sieht die Basler Regierung komplett anders aus. Die wichtigste Veränderung: Rot-Grün verliert die Regierungsmehrheit. Heidi Mück (GB), die kurzfristig nach dem ersten Wahlgang ins Rennen stieg, hatte nicht den Hauch einer Chance.

Nach der Abwahl der bisherigen Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann sagt die Basler Stimmbevölkerung zum zweiten Mal «Nein» zu einer Kandidatin des rot-grünen Lagers. Die Schlussfolgerung, die sich daraus ziehen lässt: Rot-Grün hat den Bogen überspannt. Zu viel Ideologie, zu wenig am Puls der Bevölkerung.

Bevölkerung will gemässigte Positionen in der Regierung

Zwar gewinnen die Linken gewöhnlich bei den Sachabstimmungen. Auch heute stimmten 62 Prozent der Baslerinnen und Basler entgegen dem nationalen Trend für die Konzernverantwortungsinitiative. Doch für die siebenköpfige Regierung bevorzugt eine Mehrheit Personen der Mitte und keine Oppositionspolitikerinnen.

Dass Rot-Grün dies nicht antizipiert hat, obwohl sie mit den langjährigen Regierungsmitgliedern Eva Herzog und Chrisotph Brutschin von der SP genau das vorgemacht hat, ist unverständlich. Entsprechend erhielt die Basler Linke heute die Quittung dafür. So ist es auch nur logisch, dass heute Esther Keller (GLP) als Vertreterin der gemässigten Mitte gewählt wurde. Die Bevölkerung traut ihr offensichtlich zu, dass sie ausgleichend politisieren kann.

Die Krux ihrer Wahl ist jedoch, dass die talentierte Kommunikatorin Keller eigentlich ins Regierungspräsidium wollte. Nun sitzt dort jedoch Beat Jans (SP), der im ersten Wahlgang noch nicht als Regierungspräsident kandidierte, sondern sich bekanntlich für das Departement für Wirtschaft und Soziales interessierte. Die Folge: Zwei Mitglieder der Regierung sitzen nach der heutigen Wahl nicht dort, wo sie von ihrem Profil her am besten passen würden.

Historischer Rauswurf des Freisinns

Zwei weitere bemerkenswerte Veränderung in der Regierung: Erstmals ist sie aus drei Frauen zusammengesetzt und die FDP nicht mehr Teil der Regierung. Ausgerechnet jene Partei, welche die Schweiz mitgegründet hat und die nun von der LDP verdrängt wurde. Das ist historisch.

Baschi Dürr konnte in den letzten acht Jahren nicht die Herzen der Baslerinnen und Basler erobern. Er wird ersetzt durch Stephanie Eymann, die nun beweisen muss, dass sie es besser machen kann als Dürr.

Dieter Kohler

Dieter Kohler

Leiter Regionalredaktion Basel Baselland, SRF

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Dieter Kohler arbeitet seit 1988 als Radiojournalist für DRS/SRF. Er war u.a. als Westschweiz-Korrespondent tätig und berichtete aus dem Bundeshaus. Seit 2009 leitet Dieter Kohler die Regionalredaktion am SRF-Standort Basel im Meret Oppenheim Hochhaus MOH.

Regionaljournal Basel, 29.11.2020, 17.30 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Carl Drax  (Carl Drax)
    Es ist keineswegs so, dass Rot-Grün den Bogen überspannt hat, genausowenig wie die FDP, welche ebenfalls nicht gewählt wurde. Es zeigt sich nur einmal mehr, dass Regierungswahlen in erster Linie Personenwahlen und nicht nur Parteiwahlen sind. Und da müssen sich sowohl Rot-Grün wie die FDP an der eigenen Nase nehmen, dass sie es nicht geschafft haben, überzeugendere Kandidatinnen und Kandidaten aufzustellen. Denn sowohl Mück als auch Dürr sind - man verzeihe die Direktheit - doch sehr farblos.
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    1. Antwort von Stefan Koller  (Stefan.Koller)
      Da kann ich nur beipflichten. Weil für mich Dürr, Mück und Weber von Anfang an ein No-Go waren, blieb mir gar nichts anderes übrig, als die drei zu wählen, die gewonnen haben, auch wenn ich traditionell rot-grün wähle. Ich wählte eher nach dem Gedanken „das kleinste Übel“. Schade...hoffentlich gibt es bei der nächsten Wahl wieder mehr KandidatInnen, die für mich wählbar UND rot-grün sind. :-)
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