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Politologe Golder: «Eine hohe Mobilisierung auf dem Land»
Aus News-Clip vom 13.06.2021.
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Abstimmungen 13. Juni Trinkwasser-Initiative klar verworfen

  • Die Stimmenden haben die sogenannte Trinkwasser-Initiative an der Urne klar verworfen.
  • Laut SRG-Hochrechnung vom Institut gfs.bern haben 60 Prozent das Begehren, das der Landwirtschaft strengere Umweltauflagen machen wollte, abgelehnt.
  • Zudem ist die Vorlage am Ständemehr gescheitert.

Trinkwasser-Initiative

Eidg. Vorlage: Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz»

 

  • JA

    39.3%

    1'276'395 Stimmen

  • NEIN

    60.7%

    1'969'951 Stimmen

Standesstimmen

  • JA

    0.5

  • NEIN

    22.5

Das deutliche Nein überrascht nicht. Besonders auf dem Land habe es eine hohe Mobilisierung gegeben, sagt Politologe Lukas Golder. Dabei wurde die Richtung klar vorgegeben. Die Landbevölkerung sei aufgestanden und habe gezeigt, dass man im Umweltbereich nicht einfach alles mitmachen wolle.

Die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz», kurz Trinkwasser-Initiative, hätte bei der Landwirtschaft ansetzen wollen. Direktzahlungen vom Bund sollten nur noch Betriebe erhalten, die ohne Pestizide und ohne vorbeugend verabreichte Antibiotika produzieren.

Ausserdem sollten Bauern nur so viele Tiere halten dürfen, wie sie mit auf dem Betrieb produzierten Futter ernähren können. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung hätte nur unter Auflagen Geld vom Bund erhalten sollen.

Teilweise gehässiger Abstimmungskampf

Hinter dem Begehren stand der Verein «Sauberes Wasser für alle». Mit jährlich 3.5 Milliarden Franken für Subventionen werde eine Lebensmittelproduktion mitfinanziert, die die Umwelt zerstöre und das Trinkwasser verschmutze, begründete er die Initiative. Initiantin Franziska Herren hat einen harten Abstimmungskampf hinter sich. Es sei schwierig gewesen, den Profiteuren der aktuellen Agrarpolitik und ihrer «Macht» entgegenzutreten, sagte sie gegenüber SRF.

Die Ja-Stimmenden seien sich aber bewusst gewesen, dass sie beim Essen Bioprodukte wählen könnten, doch das Trinkwasser von über einer Million Menschen mit Pestiziden über dem Grenzwert belastet sei. Die Landwirtschaftspolitik, die Bauern und der Bundesrat seien nun in der Pflicht.

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Initiantin Franziska Herren: «Bedauere das sehr»
Aus News-Clip vom 13.06.2021.
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Grosser Erfolg für den Bauernverband

Der Schweizerische Bauernverband hatte argumentiert, dass viele Betriebe die Vorgaben der Initiative nicht erfüllen könnten. Sie hätten zwei Optionen: Aufgeben oder ohne Direktzahlungen arbeiten. Markus Ritter, Präsident des Bauernverbandes zeigte sich entsprechend erleichtert, dass beide Agrar-Vorlagen die Stimmenden nicht überzeugen konnten. «Für uns Bauernfamilien ging es um Existenzen.»

Audio
Bauernverbandspräsident Ritter zum Nein zu den Agrar-Initiativen
03:13 min, aus Abstimmungssonntag auf SRF 4 News vom 13.06.2021.
abspielen. Laufzeit 03:13 Minuten.

Aus Sicht der Gegner hätte es mit einem Ja zur Trinkwasser-Initiative und zur Pestizid-Initiative, bei der ebenfalls ein deutliches Nein (61 Prozent) erwartet wird, künftig weniger einheimische Produktion, mehr Importe sowie höhere Lebensmittelpreise gegeben.

Ablehnung von Bundesrat und Parlament

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Bundesrat und Parlament lehnten die Initiative ab. Auch SVP, FDP und die Mitte-Partei beschlossen zu der Initiative die Nein-Parole. SP, Grüne und EVP befürworteten das Volksbegehren, ebenso die Grünliberalen.

Auch Bio Suisse hatte sich gegen die Initiative ausgesprochen. Diese habe das Problem mit Pestizid-Rückständen im Trinkwasser allein auf dem Buckel der Bauern lösen wollen. Der Verband befürchtete auch, dass bei einem Ja viele Bauern auf Direktzahlungen verzichteten, was unter dem Strich zu weniger Ökologie führe.

Abstimmungs-Dossier

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Abstimmungs-Dossier

News und Hintergrund zu den Abstimmungen und Wahlen vom 13. Juni 2021.

SRF 4 News, 2.6.2021, 06:00 Uhr;

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142 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli  (Bruno Hochuli)
    Das Problem mit dem Wasser wird nun einfach immer grösser. Für die Nachkommen sehe ich schwarz, wenn der Bundesrat nicht endlich dieses Problem angeht. Die Gifte summieren sich und die Krankheiten werden zunehmen.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Jana Vilim  (Jana Vilim)
    Unsere Landwirtschaft setzt Pestizide grossflächig ein, um ihre Erträge vor Feinden und Verlusten zu schützen. Jedes Jahr werden in der Schweiz ca. 2,000 Tonnen davon eingesetzt.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
    1. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      Und was wollen Sie der Allgemeinheit damit sagen? Dass Sie das Abstimmungsresultat gut oder schlecht finden?
  • Kommentar von Jana Vilim  (Jana Vilim)
    In der Schweiz trinken derzeit ca. eine Million Menschen Trinkwasser, das die Grenzwerte für Pestizide überschreitet.
    Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie schon in kleinsten Mengen auch uns Menschen schaden und wie Nervengifte wirken können. So können Pestizide neurologische und kognitive Störungen, Parkinson, Alzheimer, Fortpflanzungsstörungen und bestimmte Krebsformen verursachen.
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    1. Antwort von Thomas Müller  (Tom92)
      Der Grenzwert sagt nichts über die die Gesundheitgefährdung aus! Das ist "nur" der Wert, welcher mit neuster und modernster Messmethode noch gemessen werden kann. Die CH ist in der Messmethodik sehr weit. Deshalb findet man im Ausland mit den älteren Messtechnik viel weniger Substanzen. Trugschluss: Im Ausland ist das Wasser "besser". Die Werte sind in der CH so klein. Da habe ich zuvor von vielem mehr Respekt. Z.B. Smog, Handystrahlen, Nahrunhsmittelzusätze, Weichmacher, Impfstoffe/Medis usw.
    2. Antwort von Sam Meier  (tsam39947)
      @Müller: Soviel zur Bagatellisierung dieses Themas. Was Sie sagen stimmt schlicht nicht. Der Grenzwert ist NICHT der kleinstmöglich messbare Wert. Dieser wäre sonst deutlich tiefer. Der Grenzwert ist derjenige Wert, welcher nach heutigem Kenntnisstand als gesundheitlich nicht bedenklich angesehen wird. Dies immer im Wissen, dass die Einnahme dieser Pestizide ungesund ist.
    3. Antwort von Maria Müller  (Mmueller)
      Und vor allem sind Grenzwerte (oftmals) schlichtweg "politische Mehrheitsentscheidungen" (z.B. bei Parlamentsabstimmungen).

      Und somit in toxikolog. Sinne auch ziemlich "wenigaussagend".

      Als ob sich biolog. Systeme um Parlamentsbeschlüsse kümmern würden...