Zum Inhalt springen

Header

Video
Agrarinitiativen bringen Fenaco unter Druck
Aus ECO vom 26.04.2021.
abspielen
Inhalt

Agrar-Initiativen Fenaco unter Druck: Abstimmung im Juni bedroht Geschäftsmodell

Der Landwirtschafts-Konzern Fenaco kämpft gegen die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative – aus ureigenem Interesse.

Der 13. Juni könnte den Konzern ins Mark treffen, der die Schweizer Landwirtschaft wie kein zweiter prägt: Fenaco.

Volk und Stände entscheiden dann über die Volksinitiativen «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» (Pestizid-Initiative, Link öffnet in einem neuen Fenster) und «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotikaeinsatz» (Trinkwasser-Initiative, Link öffnet in einem neuen Fenster).

Fenaco, die Genossenschaft der Bauern, erwirtschaftet einen Umsatz von über sieben Milliarden Franken und vereinigt dutzende Firmen unter sich, darunter Volg, Landi und Agrola.

Bereits hat das Unternehmen 400'000 Franken in die Hand genommen, um die Initiativen zu bekämpfen. In «ECO» begründet das Unternehmen: «Die beiden Vorlagen sind derart extrem, dass sie die Existenz vieler Landwirtinnen und Landwirte gefährden.»

Gern gibt sich das Unternehmen als Beschützerin von Schweizer Bäuerinnen und Bauern: «Unser genossenschaftlicher Auftrag ist es, die Landwirtinnen und Landwirte bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Unternehmen zu unterstützen.»

Fenaco: Zulieferer und Abnehmer der Bauern zugleich

Vor allem aber gefährdet die Vorlage das Geschäftsmodell von Fenaco selbst.

Der Konzern steht mehrheitlich für eine intensive, konventionelle Landwirtschaft und ist Rundumversorger der Schweizer Bauern. Kritiker sprechen vom «Fenacoversum».

Video
Fenaco: Die ganze Wertschöfpungskette in einer Hand
Aus ECO vom 26.04.2021.
abspielen

Tatsächlich ist Fenaco Zulieferin und Abnehmerin der Bauern zugleich:

  • Sie versorgt Bauern mit Futtermittel, Saatgut, Dünger und Maschinen.
  • Sie berät sie beim Anbau. Sie übernimmt, wenn gewollt, sogar die Arbeit selbst.
  • Sie stellt eine Software fürs Hofmanagement zur Verfügung.
  • Sie kauft die Produkte wieder ab, verarbeitet sie und verkauft sie schliesslich den Bauern wieder über ihre Läden.

Ein fundamentaler Angriff

Der Konzern schreibt: «Die Fenaco ist in verschiedenen Geschäftsbereichen von den Initiativen betroffen, insbesondere in der Lebensmittelverarbeitung. (…) Bei einem Ja zu den Initiativen würde die landwirtschaftliche Produktion so stark sinken, dass deutlich mehr importiert werden müsste.»

Darüber hinaus wären alle Bereiche rund um die Tierproduktion betroffen. Das legt eine Studie der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag von Greenpeace nahe.

Braune Hühner in einem Stall.
Legende: Nur noch 17 Prozent des Geflügels könnte in der Schweiz gehalten werden nach Annahme der Trinkwasser-Initiative. Keystone

In Folge der Trinkwasser-Initiative würden die Tierbestände stark zurückgehen: Nur noch 94 Prozent der Schafe und Ziegen könnten gehalten werden, 85 Prozent des Rindviehs, 39 Prozent der Schweine und 17 Prozent des Geflügels. Grund dafür sind die Bestimmungen rund um die Futterproduktion.

Für Fenaco hätte das drastische Auswirkungen: So setzen verschiedene Fenaco-Töchter mit Futtermittel und Getreide über eine Milliarde Franken um, mit dem Tierhandel 452 Millionen Franken und mit der Fleischverarbeitung 505 Millionen.

Fenaco müsste in diesen Bereichen mit deutlichen Rückgängen rechnen und sich neu aufstellen müssen.

ECO, 26.04.21, 21:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

40 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Roger Gasser  (allesrotscher)
    Wir Schweizer leben so als hätten wir 4 Erden zur Verfügung. Wir müssen wieder lernen mit weniger zufrieden zu sein. Weniger vom Schlechten und mehr vom Guten ist für alle ein Gewinn! Qualität vor Quantität ist bei den beiden Initiativen das Ziel. Alle die dagegen stimmen sägen den Ast ab auf dem sie sitzen. So blöd sind wir hoffentlich nicht. Ja, das Essen wird teurer werden, dafür schmeckts aber auch wieder nach etwas und ist gesund. Es ist nicht der unnötige Luxus der uns glücklich macht!
  • Kommentar von Bernhard Zwahlen  (B.Zwahlen)
    Keine Direktzahlungen an Umweltverschmutzung.
    Aus meiner Sicht stärken diese Initiativen die Landwirtschaft. Diejenigen die Angst verbreiten wirken auf mich Rücksichtslos gegenüber Umwelt.

    Ausserdem, wenn der Bauernverband jegliche Änderungen im Parlament blockiert, muss das Volk hier hald rigoros einschreiten.
  • Kommentar von Carlo Quirici  (CQ)
    Darauf gibt es nur eine Antwort: Volg und Landi boykottieren!