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SRF-Inlandredaktorin Sabine Gorgé zum Ausgang der Agrarinitiativen
Aus Abstimmungssonntag auf SRF 4 News vom 13.06.2021.
abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
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Zweimal klares Nein Die Agrar-Initiativen sind vom Tisch – das Problem bleibt

Dass es die beiden Agrarinitiativen an der Urne schwer haben würden, war aufgrund der Umfragen erwartet worden. Kommt dazu: Initiativen haben es immer schwer. Aber das Resultat ist nun sehr deutlich ausgefallen.

Angst vor wirtschaftlichen Folgen

Der Grundgedanke hinter beiden Initiativen – mehr Ökologie, weniger Umweltzerstörung, die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen – wurde zwar nicht bestritten. Doch die Massnahmen dagegen gingen nicht nur dem Parlament und dem Bund, sondern auch der Bevölkerung schliesslich zu weit.

Zu gross war die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen für die Konsumentinnen und Konsumenten, vor höheren Lebensmittelpreisen. Zu bedrohlich erschien der angestrebte Systemwechsel für die schweizerische Landwirtschaft, die Umstellung für viele Bauernfamilien. Und: Zu mächtig war die Gegnerschaft – angeführt vom Schweizer Bauernverband.

Thema bleibt auf der Agenda

Auch wenn sie an der Urne gescheitert sind, haben die Trinkwasser-Initiative und die Initiative für ein Pestizidverbot doch einiges erreicht: Sie haben den Finger auf einen wunden Punkt gelegt. Die Pestizidproblematik ist heute viel bekannter, die Bevölkerung sensibilisierter, und unter dem Druck der Initiativen hat das Parlament einen sogenannten Absenkpfad für Pestizide beschlossen.

Ob das ausreicht, um die Belastung von Boden und Wasser zu reduzieren, ist fraglich. Denn die dortigen Pestizidbelastungen wurden mit dem heutigen doppelten Nein nicht beseitigt. Die Initiativen sind vom Tisch, das Problem bleibt. Und auch die Themen Biodiversität, Artenschwund und damit verbunden der Klimawandel werden uns weiterhin beschäftigen, auch auf der politischen Agenda. Denn es sind weitere Initiativen zu Umweltfragen in der Pipeline – zur Biodiversität, zum Landschaftsschutz, zur Massentierhaltung oder auch die Gletscherinitiative.

Sabine Gorgé

Sabine Gorgé

Inlandredaktorin

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Sabine Gorgé ist seit 2016 Inlandredaktorin bei Radio SRF. Zuvor berichtete die Historikerin als TV-Inlandkorrespondentin aus den Regionen Bern und Freiburg.

SRF4 News, 16 Uhr, 13.06.2021

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Sarah Wasser  (Sarah1)
    Schon nur der Gedanke, dass es nicht selbstverständlich ist einwandfreies sauberes Wasser zu haben, ist für mich nicht nachvollziehbar! Dass man darüber abstimmen muss ist paradox!
    Die Generation die nach mir kam hat nie gesehen wie viele Insekten und Vögel es einst gegeben hat!
    Hoffentlich wird die Schweiz mit sinnvollen Agrainitiativen überschwemmt die eine positive veränderung als Ziel haben!
  • Kommentar von Bruno Furrer  (Pfurri)
    Die SVP & die von ihr mobilisierten Leute aus dem schweizerischen Rostgürtel sind angeblich nicht gegen Umwelt-, Klima-, Boden- oder Trinkwasserschutz - er darf einfach nichts kosten, weder monetär noch beim Verhalten. Das Problem: der Wert dieser zu schützenden Elemente wird nicht erkannt, denn was nichts kostet, ist nichts Wert. Warten wir also ab bis es weh tut. Durch Schaden wird man schliesslich klug. Dieser ist dann leider nicht mehr rückgängig zu machen. Das ist Erfolgspolitik marke SVP!
    1. Antwort von rochus stöckli  (störo)
      Ihr Kommentar zeigt das sie keine Ahnung von Pestiziden haben. nur den Bauern pestizide zu verbieten wäre nicht zielführend. Der grösste Pestizid Nutzer ist, die von den Grünen und Linken hochgelobte und gepushte SBB, die versprüht Jährlich Hektoliterweise Pestizid oder bessergesagt Herbizid auf ihren Geleisen. Die haben aber besserung versprochen. Und was in Privat, Hobby und Schrebbergärten alles versprüht wird wollen sie gar nicht wissen!
  • Kommentar von Theo Lagler  (Thela)
    Bitte an alle, die zur Landwirtschaft keinen direkten Bezug haben und hier strenge Kommentare abliefern;
    - Nehmt doch bitte mit einem Landwirt Kontakt auf und hört mal seine Meinung an. Schnell merkt ihr, dass hier Menschen sind, die genauso Sorge zur Umwelt tragen wie die meisten andern. Bei diesen Abstimmungen ging es eben mehr als „nur“ um das Trinkwasser. Es ging auch um Existenzen, Arbeitsplätze und schlussendlich sogar um kontraproduktiven Umweltschutz. Also fasst euch ein Herz!
    1. Antwort von Marc Blaser  (PrCh)
      Genau, danke!
      Vorallem nach/während Corona müssten doch die Meisten merken, dass man in allen Bereichen mehr auf Regionalität setzen sollte. Bei einem "Ja" hätten wir diesbezüglich einen grossen Schritt zurück gemacht.
    2. Antwort von Bruno Furrer  (Pfurri)
      Guter Hinweis. Wir leben auf dem Land, haben Pferde und arbeiten mit den Bauern zusammen. Ich hatte einige Gespräche mit Bauern. Es gibt jene, die Sie erwähnen. Das Problem ist aber der Verband, der den Bauern existentielle Angst einjagt und bremst, wenn es um Ökologisierung geht statt zu ermutigen den Biobauern zu folgen und sich der Abhängigkeit von der Fenaco und Agrochemie zu lösen. Viele Bauern wissen nicht, dass ihr Boden nur noch dank Doping (Agrochemie) noch einige Jahre Erträge gibt.