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Soll die Frauenfelder Altstadt autofrei werden?
Aus Regionaljournal Ostschweiz vom 25.04.2022.
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Abstimmung Stadt Frauenfeld Grundsatzfrage: Wird die Altstadt von Frauenfeld autofrei?

In Frauenfeld tut sich in puncto Verkehr einiges. Dabei steht nicht nur eine autofreie Altstadt zur Debatte.

Bei den städtischen Abstimmungen in Frauenfeld TG geht es ausschliesslich um Verkehr. Zum einen kommt ein Rahmenkredit zur Aufwertung der Strassenräume in der Innenstadt vor das Volk, zum anderen stimmt die Frauenfelder Bevölkerung über einen Grundsatz ab: Soll die Altstadt autofrei werden?

Bei ersterer Vorlage geht es um einen Kredit über 11.3 Millionen Franken. Das Projekt umfasst Infrastrukturverbesserungen an diversen Kantons- und Gemeindestrassen. Der Anteil der Stadt beträgt dabei 6.8 Millionen.

Wegweisende Grundsatzfrage

Des Weiteren wird über die Grundsatzfrage abgestimmt, ob die zukünftige Gestaltung der Altstadt autofrei geplant werden soll. Der Begriff autofrei wird so definiert: Fussgängerzonen und keine Parkplätze mehr für Autos. Zulieferdienste blieben gestattet.

Illustration einer autofreien Frauenfelder Altstadt
Legende: So könnte eine autofreie Frauenfelder Altstadt aussehen. Gestaltet wurde die Illustration von Matthias Gnehm. ZVG

Sollte die Grundsatzfrage abgelehnt werden, kommen neben den Zulieferdiensten folgende Definitionsparameter zur Geltung: Begegnungszonen (20 km/h für Autos) und eine reduzierte Anzahl Parkplätze. Betroffen sind die Abschnitte Mittelgasse, Freie-Strasse, Kirchgasse, Bankgasse, Bankplatz und ein Teil der Zürcherstrasse.

Begegnungs- statt Fussgängerzone

Sandro Erné (FDP) ist Gemeinderat in Frauenfeld und gehört dem Nein-Lager an: «Die Studien und Umfragen haben ergeben, dass es eine Begegnungszone sein soll, und keine autofreie Fussgängerzone. Das ist in den letzten 10 Jahren in keiner Auswertung mit dem Gewerbe, den Bewohnern und den Eigentümern so rausgekommen.»

Niemand fährt zum Spass in die Altstadt.
Autor: Sandro Erné FDP-Gemeinderat Frauenfeld

Erné sagt, es gebe verschiedene Gründe, warum jemand mit dem Auto in die Altstadt fahre. «Niemand fährt zum Spass rein», sagt er. Der Mensch sei per se bequem, und bequeme Menschen liessen sich von einer autofreien Altstadt nicht umstimmen, plötzlich zu Fuss einkaufen zu gehen.

Verständnis für Existenzängste

Anders sieht das Pascal Frey, SP-Gemeinderat: «Es ist eine Chance. Es soll möglich sein, draussen zu stuhlen und zu flanieren. Und wenn die Autos permanent hier sind, glauben wir, können wir nicht in jenem Mass performen, wie es die Altstadt eigentlich könnte.»

Wir können nicht so performen, wie es die Altstadt eigentlich könnte.
Autor: Pascal Frey SP-Gemeinderat Frauenfeld

Gewerblern, die Angst haben, die Kundschaft fehle bei einer autofreien Altstadt, sagt Frey vom Ja-Komitee: «Das verstehen wir, da hängen Existenzen dran.» Der Prozentsatz jener Leute, die mit dem Auto einkauften, sei jedoch klein. Durch die Autofreiheit könne man die Aufenthaltsqualität erhöhen. Somit gäbe es zusätzliche Laufkundschaft.

Dass neben der Grundsatzfrage auch der Rahmenkredit abgelehnt wird, das will das 2x-Nein-Komitee. Man will damit verhindern, dass die Stadt nicht «mit überstürzten Schnellschüssen und viel Steuergeld stillgelegt wird». Es brauche ein Gesamtkonzept und keine Salamitaktik, heisst es auf der Webseite.

Diese Parteien sind dafür und dagegen

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Das Ja-Komitee besteht aus der SP-Fraktion, Personen aus dem Umfeld der Grünen und der Gruppierung «Chrampfe und Hirne».

Das Nein-Komitee besteht aus den Fraktionen Die Mitte/EVP, SVP/EDU sowie FDP. Es steht für eine «Begegnungszone mit Autoverkehr» in der Altstadt.

Das 2x-Nein-Komitee will auch den Rahmenkredit ablehnen. Die Unterstützenden stehen auf der Seite von SVP-Gemeinderat Kurt Sieber, der das dritte Komitee initiiert hat.

SRF Regionaljournal Ostschweiz, 25.04.2022, 17:30 Uhr;

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