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Der Urner Werkhof ist in die Jahre gekommen - nun soll ein Neubau her
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 10.11.2021.
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Abstimmung Kanton Uri Uri soll einen neuen Werkhof für den Strassenunterhalt bekommen

Unpraktisch und veraltet: Der Urner Werkhof soll durch einen Neubau für fast 11 Millionen Franken ersetzt werden.

Der Werkhof in Bürglen ist ein wichtiger Ort fürs Urner Strassennetz: Er ist die Drehscheibe für den Unterhalt von 153 Kilometern Kantonsstrasse, vom Urner Talboden bis hinauf auf die Alpenpässe. Jeden Tag rücken von hier aus rund 40 Angestellte mit ihrem Maschinen aus, flicken Strassenbeläge, reparieren Leitplanken, kontrollieren Auffangnetze gegen Steinschlag – oder räumen im Winter Schnee und Eis von den Strassen.

Legende: Schneeräumungsgerät im Werkhof Bürglen: Die ehemalige Militärbaracke im Hintergrund ist eines von fünf Gebäuden der Anlage, die mittlerweile alle in schlechtem Zustand sind. SRF

Doch der Werkhof hat schon bessere Zeiten gesehen. Ein Teil der Gebäude stammt noch aus den 1950er-Jahren, in den Unterhalt wurde seit Jahren nichts mehr investiert. Der Kanton Uri benötigte sein Geld für andere Bauprojekte, für das neue Kantonsspital etwa oder für den Kantonsbahnhof in Altdorf.

Arbeitssicherheit ist mittlerweile prekär

Das Ergebnis: ein «historisch gewachsenes Flickwerk», wie Stefan Bucheli es nennt, Leiter der Abteilung Betrieb Kantonsstrassen. «Die Anlage wird den heutigen Anforderungen an einen Werkhof überhaupt nicht mehr gerecht», sagt er.

Der heutige Werkhof ist ein historisch gewachsenes Flickwerk.
Autor: Stefan Bucheli Leiter Betrieb Kantonsstrassen

Die Wege seien lang und unpraktisch, Werkstätten müssten gleichzeitig als Einstellhallen genutzt werden, und die Garageneinfahrten seien so eng, dass Schneepflüge nur knapp durchpassten.

Die Anlage ist zudem weitgehend unbeheizt, was im Winter das Abtauen der Räumungsgeräte über Nacht erschwert – die Angestellten arbeiten in der Kälte, abgesehen von einigen wenigen, kaum isolierten Räumen, in denen geheizt wird. Ausserdem ist die Sicherheit der Arbeitsplätze mittlerweile prekär: Die Werkstätten sind eng und dunkel, Lifte gibt es keine, schweres Material muss häufig von Hand über enge, steile Treppen transportiert werden.

Ein Neubau für 11 Millionen solls richten

Das soll sich nun ändern: Der Kanton will rund einen Kilometer vom heutigen Werkhof entfernt eine neue Anlage bauen, in der Industriezone der Nachbargemeinde Schattdorf. Ein zweistöckiger Gebäudekomplex, mit Einstellhallen und Werkstätten, die auf die heutigen Anforderungen an einen Werkhof zugeschnitten sind. Kostenpunkt: Knapp 11 Millionen Franken.

Legende: Visualisierung des geplanten neuen Werkhofs in Schattdorf: Die Wege sollen kurz, die Werkstätten und Einstellhallen praktisch eingerichtet sein. Baudirektion Kanton uri

Was es dazu noch braucht, ist ein Ja der Urner Stimmbevölkerung am 28. November. Und das gilt als so gut wie sicher: Die Notwendigkeit eines neuen Werkhofs ist im Kanton Uri unbestritten. Sämtliche Parteien haben im Vorfeld denn auch die Ja-Parole beschlossen.

Parlament kritisiert Kosten und Solar-Anlage

Bereits im Kantonsparlament – dem Landrat – kam das Projekt problemlos durch. Allerdings nicht ganz ohne Kritik. Von bürgerlicher Seite wurden die Kosten bemängelt. Fast 11 Millionen Franken für einen Werkhof, das sei doch etwas gar luxuriös, hiess es etwa.

Baudirektor Roger Nager lässt diesen Einwand nicht gelten. «Wir stellen da keinen Luxusbau hin. Unsere Leute brauchen eine zeitgemässe Infrastruktur, um den Unterhalt unserer Strassen garantieren zu können.» Zumal die Aufgaben in diesem Bereich noch wachsen würden – etwa durch die neue West-Ost-Umfahrung um Altdorf oder das ausgebaute Netz an Radwegen.

Wir stellen da keinen Luxusbau hin.
Autor: Roger Nager Baudirektor Kanton Uri

Auch von links kam Kritik, weil nur auf einem Teil der Anlage Photovoltaik-Anlagen geplant sind. Da sei mehr möglich, fanden die Grünen. Baudirektor Nager stellt aber einen Photovoltaik-Vollausbau in Aussicht: Bereits im kommenden Jahr wolle die Regierung beim Parlament dafür Geld beantragen. Bei der Projektierung des Werkhofs habe man nur so viele Solarzellen eingeplant, wie der Betrieb für seine eigene Energieversorgung benötige – künftig soll er aber auch Strom für andere Bezüger produzieren.

Regionaljournal Zentralschweiz, 11.11.2021, 17:30 Uhr;

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