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Resultate und Analysen zur Kantonsratswahl
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 07.03.2021.
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Parlamentswahlen Solothurn Solothurn wird grüner, aber überhaupt nicht linker

Die Solothurner Kantonspolitik wird in den nächsten vier Jahren grüner. GLP und Grüne gewannen je drei Sitze im Kantonsparlament. Sie konnten damit vom nationalen Trend profitieren und dies, obwohl der Klimawandel im Wahlkampf weniger ein Thema war als noch vor der Corona-Pandemie.

Gerade die Grünliberalen hatten im Kanton Solothurn allerdings auch Nachholbedarf, im Vergleich zu anderen Kantonen. Sie stellten bislang nur gerade drei der 100 Kantonsräte. Die Partei muss nun ein Profil entwickeln, denn vielen ist nicht so klar, für welche Politik die Solothurner Grünliberalen (abseits von umweltverträglicher Wirtschaftspolitik) eigentlich stehen.

Mit den nun 10 Grünen und 6 Grünliberalen im Parlament wird die Solothurner Politik sicherlich grüner, aber sie wird nicht linker. Denn die Sitzgewinne der Grünen gehen 1:1 zulasten der SP. Damit wiederholt sich das Szenario der Nationalratswahlen 2019: Auch da hatte die SP einen Sitz an die Grünen abgeben müssen.

Die SVP gefällt in der Opposition

Überraschend zu den Siegerinnen gehört die SVP. Sie gewinnt ebenfalls drei Sitze und stellt damit nun die zweitgrösste Fraktion im Kantonsrat. Die SVP setzt im Kanton Solothurn auf eine konsequente Oppositionspolitik und hat damit offensichtlich Erfolg beim Wahlvolk.

Wahrscheinlich konnte die SVP auch damit punkten, dass sie von Beginn an kritisch gegenüber den Corona-Massnahmen der Behörden war. Konsequent brandmarkte die Partei vor allem auch die «Sonderzügli» der Solothurner Corona-Politik, etwa die frühere Einführung einer Maskenpflicht in Einkaufsläden oder die frühere Schliessung der Einkaufsläden.

Die SVP wird in dieser Oppositionsrolle geschätzt vom Wahlvolk, zumindest bei Parlamentswahlen. Was sich vielleicht auch im schlechten Abschneiden des SVP-Kandidaten Richard Aschberger bei den Regierungswahlen zeigt.

Die FDP enttäuscht

Grösste Verliererin ist heute die FDP, die beinahe den Status als grösste Fraktion im Parlament verloren hat. Insgesamt muss die Partei sechs Sitze abgeben und fährt damit das schlechteste Ergebnis in der stolzen Parteigeschichte ein. Die FDP bleibt im Kanton Solothurn sehr wichtig, aber sie verliert weiter an Glanz.

Offensichtlich ist es der FDP nicht gelungen, die umweltbewussteren Wählerinnen und Wähler an sich zu binden – diese wählten stattdessen GLP. Und offenbar konnte die FDP auch die ehemalige BDP-Wählerschaft nicht von sich überzeugen. Zur Erinnerung: Die beiden ehemaligen BDP-Kantonsräte waren vor zwei Jahren zur FDP übergetreten. Ihre Stimmen haben sie offenbar aber nicht mitnehmen können.

Fazit: Die Politik im Kanton Solothurn wird sich nicht grundlegend verändern. Allenfalls wird sie etwas grüner, allenfalls aber auch etwas lauter. Grüne und Grünliberale werden wichtiger und die SVP sieht sich in ihrer Oppositionsrolle bestätigt.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 7. März 2021, 20:03 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Zuber  (Hä nuuh)
    Wenn die SP nur noch die Grünen kopiert dann nimmt der Wähler lieber das Original.
  • Kommentar von Peter Beutler  (Peter Beutler)
    Die Verluste der SP gehen alle an die Grünen. Die SP hatte vor 4 Jahren 4 Sitze gewonnen. Die linksliberale GLP legte übrigens, wie die Grünen, 3 Sitze zu. In der zweitgrössten Stadt des Kantons, in Olten, hat Rotgrün ihre Mehrheit mit zurätzlichen Stimmengewinne klar verteidigt. Die SVP mit 3 Mandaten mehr konnte die 4 Verluste der FDP nicht gutmachen. Fazit: Einbussen der Rechten. Bei den Regierungswahlen schnitt die SVP übrigens miserabel ab. Der Artikeltitel passt nicht zum Inhalt.
  • Kommentar von Bruno Muller  (syd)
    Die FDP muss sich endlich richtig einordnen und Seite bekennen, ansonsten gibt es sie bald nicht mehr. Ein bischen hier und dort und auch noch grün geht nicht. Fahnenparteien in der Mitte gibt es genug.
    1. Antwort von Daniel Meier  (Danimeier)
      Die FDP ist halt eine Wirtschafts-Partei mit all ihren Schattenseiten. Und die ist gerade sehr aus der Mode, da die jüngeren Wähler zusehendst um Ihre Lebensgeundlage fürchten müssen. Je wärmer im Winter, je Grüner wird gewählt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wenn die schlimmen Klimakatastrophen anfangen, die Grünen+GLP alleine die Mehrheit im Parlament haben werden und sie somit keine Opposition haben werden. Aber das ist nur Zukunftsmusik.