Das französische Innenministerium hatte im Rahmen der Vorbereitungen für die UNO-Klimakonferenz vom 30. November und nach den Anschlägen in Paris zusätzliche Kontrollen gefordert. Diese betreffen alle internationalen Flüge an 22 Flughäfen inklusive den Flughafen Basel-Mulhouse. Ausgenommen sind Fluggäste von und nach französischen Flughäfen.
Schengen-Abkommen de facto ausser Kraft
Am binationalen Euroairport müssen deshalb alle Passagiere ihren Pass zeigen, auch diejenigen, die nur innerhalb Europa fliegen. Für den Flughafen bedeutet dies einen beträchtlichen Mehraufwand, auch auf Schweizer Seite. «Früher haben wir etwa 35 Prozent der Passagiere kontrolliert, jetzt sind es alle», sagt Patrick Gantenbein, Sprecher der Schweizer Grenzwacht. Zudem werden die alten Zollhäuschen, die längst nicht mehr in Gebrauch sind, wieder für ihre frühere Aufgabe bereitgestellt.
Damit ist das Schengen-Abkommen derzeit de facto ausser Kraft, auf Wunsch von Frankreich. Das kann Frankreich verlangen, weil das Land nach den Terroranschlägen in Paris den Ausnahmezustand ausgerufen hat. Die Schweiz sei verpflichtet, die Grenzkontrollen durchzuführen, sagt Vivienne Gaskel, Sprecherin des Euroairports. «Grenzkontrollen sind die Anweisung, wir können uns nicht wehren und müssen die infrastrukturellen Anpassungen vornehmen.»
Die Grenzkontrollen ergänzen die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen, die von der französischen Zivilluftfahrtbehörde eingeführt wurde, nämlich die von den Airlines durchgeführte systematische Ausweis- respektive Passkontrolle für alle Passagiere am Einsteigegate vor dem Betreten des Flugzeugs.